Frischer Wind in der Rock-Kultur-Werkstatt Viersen

Mehr als ein Jahr lang war es ruhig in der Rock-Kultur-Werkstatt (RKW) Viersen an der Gerberstraße. Obwohl die Bands weiter in ihren Räumen probten, fehlten die beliebten Konzerte – es mangelte einfach an den Ehrenamtlichen. Nun, zum stolzen 30-jährigen Jubiläum, macht die RKW wieder von sich reden und bringt erneut frischen Wind in die Musikszene.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – Die alten Kleiderhacken erinnern noch an die ursprüngliche Bestimmung des fast herrschaftlichen Hauses an der Gerberstraße. Mit der Zeit wurde aus den Schulräumen allerdings eine Kult-Location der Jugend- und Musikszene, die heute wie damals mit einem besonderen Charme punktet. Nun schon seit 30 Jahren bietet der Verein der Rock-Kultur-Werkstatt (RKW) ein Dach für Musiker und Freigeister. Im letzten Jahr dann legte der Verein mit seinen abwechslungsreichen Konzerten eine Pause ein. Die helfenden Hände hatten sich im Laufe der Zeit umorientiert und neue tatkräftige Vereinsmitglieder mussten her, die mit so viel Leidenschaft anpackten, wie es die Generationen zuvor getan hatten.
Mit einem Sommerfest und einem großen Eventabend meldete sich nun am Samstag das RKW mit frischem Wind und neuen Mitgliedern wieder zurück – mittlerweile ist der Verein auf rund 60 Mitglieder angewachsen. Damit der Neustart auch auf einem starken Fundament steht, wurde bereits in den letzten Wochen fleißig in den Räumen gewerkelt – so wurden die Toiletten renoviert, die Technik erneuert. Auch der Backstagebereich steht noch auf dem Plan, die Musik-Location erwacht wieder zum Leben.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Bereits beim Sommerfest drehte sich natürlich am Samstagmittag alles um die Musik, die Bühne eroberten Cliff Lehnen und Fire Walk With Me.
Am Abend dann war die „kasselfornische“ Punkrockband Sturdy nach Viersen gekommen und ließ keinen Zweifel daran, dass die Bandmitglieder wussten was sie taten, als sie kalifornischen Funpunk mit deutschem Skatepunk miteinander verbanden. Nach ihnen auf der Bühne: Jaxon. Die Punkrockband aus Lübeck ließ sich von bekannten Hardcore- und Punkrockbands in ihrer Musik beeinflussen. Momentan arbeitet das Trio an seinem selbstaufgenommenen Album. Den Abschluss machte Sändäpause, die Fun-Punkrockband aus Paderborn mit ihrem Maskottchen, einem rosa Teddybären. Die rund 50 Gäste waren begeistert.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Spätestens nach diesem Eventabend ist sicher, das RKW konnte nicht nur 30 Jahre lang, sondern wird auch in Zukunft seinen Platz als Kult-Location behaupten. So steht die hauseigene Kneipe nicht nur für private Events und Geburtstage zur Verfügung, auch die Bands finden hier weiter ein Zuhause. Viel mehr Bands fragen an, als das RKW an Platz bieten kann – auch daran hat sich im Laufe der Zeit nichts geändert.

Schließlich wurde der Verein 1989 gegründet, weil es – damals wie heute – einen Mangel an Proberäumen in Viersen gibt. Doch nicht nur Bands kommen hier unter, auch ein Hackerspace ist angesiedelt, ein Platz für Computerfreunde, die sich im RKW austauschen können. Geplant sind weitere Konzerte, einige stehen sogar bereits fest, und auch sonst ist der Verein für Ideen offen. Lesungen, Konzerte und vieles mehr lässt sich umsetzen. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

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