Friseure bereiten sich auf die Öffnung der Salons während der Corona-Pandemie vor

Rund 70.000 Friseure dürfen ab Anfang Mai wieder öffnen. Die letzten Wochen waren für viele von ihnen existenzbedrohend während der #Corona-Pandemie. Bisher jedoch sind viele Fragen zu den Sicherheitsvorgaben ungeklärt. Über die aktuelle Lage und die ersten Schritte zur Öffnung nach dem Lockdown sprachen wir mit dem Viersener Friseurmeister Olaf Josten.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen/Deutschland – Auf über 50 Jahre kann Olaf Josten mit seinem Friseursalon an der Petersstraße zurückblicken und das ist bei dem Schnelldrehen unserer Gesellschaft eine beachtliche Leistung. Er und weitere tausende Friseure leiden jedoch unter der Schließung während der Corona-Ausbreitung. Ab Anfang Mai soll damit Schluss sein – unter bestimmten Hygienevorschriften. Diese jedoch sind aktuell nicht vollständig festgelegt und die Zeit rennt.

Begonnen hat die Selbstständigkeit 1967 auf der Petersstraße, denn in diesem Jahr eröffnete Kurt Josten gemeinsam mit seiner Frau den traditionsreichen Friseursalon. „Damals wurden noch viele Dauerwellen und Wasserwellen gemacht“, erinnert sich Wiltrud Josten. „Außerdem kamen die Leute um sich über das Stadtgeschehen zu informieren. Denn ein Friseur wusste damals oft mehr als die anderen. So zählen bei uns heute noch nicht nur der Preis und die Leistung, sondern der Mensch.“ Eine solche Situation, wie sie zurzeit gegeben ist, daran kann sie sich nicht erinnern. Während sie in Erinnerungen schwelgt, bereitet sich die nächste Generation mit Friseurmeister Olaf Josten auf die kommende Wiedereröffnung vor. Eine Wiedereröffnung mit vorgegebenen Hygienevorschriften, die es allerdings bisher noch nicht gibt. Lediglich „schwammige“ Vorgaben wurden bisher öffentlich und die Friseure hoffen nun, dass sich diese Situation in den nächsten Tagen ändern wird.

Bisher wird davon ausgegangen, dass verschiedene Auflagen die Rückkehr nach dem Lockdown begleiten werden, darunter ein Mundschutz für Friseure und Kunden
– eine Steuerung des Zutritts
– feste Terminvergaben für Kunden
– die Nutzung persönlicher Schutzausrüstung
– die Vermeidung von Warteschlangen
– erhöhte Abstände zwischen den Kunden sowie
– Dienstleistungen nur am gewaschenen Haar im Salon.

Ohne klare Richtlinien bereitet sich ebenfalls Friseurmeister Olaf Josten auf die Eröffnung seines Salons während der Corona-Krise vor. Foto: Rheinischer Spiegel

Mit praxisnahen Vorschlägen hatte sich der Zentralverband und die Landesverbände des Friseurhandwerks in der vergangenen Woche an die Politik gerichtet und in Abstimmung mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) die rechtlichen Grundlagen dargestellt. Sobald die Landesregierungen die Rechtsverordnungen öffentlich machen, werden die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und die Wohlfahrtspflege auf dieser Grundlage ein entsprechendes Konzept herausgeben, welches bereits in enger Zusammenarbeit mit dem Zentralverband Friseurhandwerk sowie im Auftrag der Bundesregierung erarbeitet wurde. (nb)