Fünf Zentner-Bombe in Dülken erfolgreich entschärft

Rund eine halbe Stunde dauerte gestern Nachmittag die Entschärfung eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg, der auf dem Gelände der Firma Baackes & Heimes an der Eintrachtstraße gefunden worden war. Die Stunden zuvor wurden für die Evakuierung benötigt.

Viersen-Dülken – Für über 3.000 Dülkenener war kurz vor 17 Uhr das Bangen und Warten vorbei, als der gefundene Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich von Dirk Putzer (KBD) entschärft worden war indem der Zünder entfernt wurde. Im Vorfeld war ein Verdacht aufgetaucht, nachdem der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf Luftbilder mit neuen Methoden ausgewertet hatte. Um das genauer zu untersuchen und mögliche Gefahren auszuschließen, wurde der betroffene Bereich untersucht. Dazu wurden in engen Abständen Löcher gebohrt. In diese ließen die Experten Sonden hinab, die einen konkreten Hinweis auf die fünf Zentner-Bombe gaben. Aufgrund dessen wurde in einem Umkreis von 300 Metern die Evakuierung eingeleitet.

Fünf Zentner-Bombe – Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Der KBD der Bezirksregierung Düsseldorf ist in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln zuständig ist für die Räumung von Zufallsfunden und die präventive Kampfmittelbeseitigung. Die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes beseitigen zufällig gefundene Munition aus den beiden Weltkriegen. Sie identifizieren kampfmittelverdächtige Gegenstände, entschärfen Fliegerbomben und sprengen auch Kampfmittel am Fundort, wenn diese nicht gefahrlos abtransportiert werden können. Über 1.000-mal im Jahr werden sie zu Kampfmittelfunden gerufen. Hierfür sind Mitarbeiter in zwei Teams rund um die Uhr in Bereitschaft.

Ebenfalls Bauherren haben immer wieder Kontakt zum Kampfmittelbeseitigungsdienst, der hinzugezogen wird, wenn ein Eingriff in das Erdreich vorgenommen wird und ein Antrag auf Luftbildauswertung (LBA) bei der zuständigen Ordnungsbehörde gestellt wird. Die Ordnungsbehörde leitet diesen Antrag an den KBD weiter und erhält nach ca. vier Wochen das Ergebnis der LBA zurück.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Der KBD verfügt derzeit über ca. 230.000 alliierte Luftbilder aus den Kriegsjahren. Anhand dieser Luftbilder sowie weiterer Unterlagen wird das Baugrundstück hinsichtlich einer Kampfmittelbelastung untersucht. Sofern eine mögliche Belastung in sogenannten Verdachtsflächen existiert, wird der Ordnungsbehörde eine Überprüfung des Baugrundstückes vor Ort mit geophysikalischen Verfahren empfohlen.

Falls Sie auf Ihrem Grundstück Gegenstände finden, bei denen es sich um Kampfmittel (Bomben, Granaten, usw.) handeln könnte, halten Sie Abstand und informieren Sie sofort die Polizei oder das zuständige Ordnungsamt. (pl/KBD Bezirksregierung Düsseldorf)