Gasflaschen explodieren bei Brand in Schwalmtal

An diesem Wochenende wurde der Löschzug Amern zu einem Wohnungsbrand in den Ortsteil Heidend gerufen. Bereits auf der Anfahrt der ersten Einsatzkräfte, war eine enorm starke Rauchentwicklung sichtbar, worauf der Löschzug Waldniel über Sirene nachalarmiert worden ist.

Schwalmtal – Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stellte sich heraus, dass es zu einem Brandereignis zwischen dem dort befindlichen Hauptgebäude und einem Nebengebäude (gewerblich genutzt) gekommen ist. Bereits beim Erkunden der Einsatzstelle durch das Führungspersonal, wurden die Einsatzkräfte vor eine besonders gefährliche Situation gestellt. Im Brandereignis befindliche Gasflaschen, da noch unbekannter Art, fingen an durch das Sicherheitsventil, durch die enorme Hitzeentwicklung „abzublasen“.

Die Einsatzkräfte mussten den sofortigen Rückzug antreten und die Einsatzstelle evakuieren. Passanten wurden gebeten das Gebiet sofort fußläufig auf Grund der enormen bestehenden Gefahr zu verlassen. Noch in der Rückzugs- und Evakuierungsphase gab es eine sehr heftige Explosion mit zwei darauf einander folgenden kleineren Explosionen. Sofort war den Einsatzkräften die enorme Gefahr bewusst.

Foto: Feuerwehr Schwalmtal

Es wurde rasch ein Löschangriff von außen mit mehreren Trupps unter Atemschutz sowie besonderen Schutzmaßnahmen aus der Deckung eingeleitet. Die Drehleiter wurde unter großem Abstand zur Brandstelle in Stellung gebracht, um die Löschmaßnahmen von oben zu unterstützen. Auf Grund der enormen Geruchsbelästigung und zum Schutze der Bevölkerung wurde eine Warnung veröffentlicht und die Bevölkerung gebeten die Einsatzstelle zu meiden, Fenster zu schließen und im Radius von 200 m den freien Aufenthalt an der frischen Luft zu unterlassen. Des Weiteren wurden die anliegenden Häuser, durch Unterstützung der Polizeibeamten der Kreispolizeibehörde Viersen geräumt. Da den Einsatzkräften dort noch nicht bekannt war, um welche Art von Gasflaschen es sich handelte und wie groß die Einsatzstelle ist, wurde durch den Einsatzleiter eine Drohne angefordert.

Mittels der im einsatzbefindlichen Drohne, konnte eine Stofferkennung der Gasflaschen durchgeführt und ein Lagebild zur Einsatzoptimierung und Sicherheit der Einsatzkräfte erstellt werden. Nach dieser Erkundung aus der Luft wurde das Ausmaß und die bestehenden Gefahr des Brandes konkretisiert. Es handelte sich bei den explodierten Gasflaschen um jeweils eine Acetylenflasche 50 Liter / 200bar und zwei Propangasflaschen 11 Liter. Insgesamt wurden sieben weitere Gasflaschen mit einer Füllmenge von 50 Liter / 200 bar durch die Luftaufnahmen entdeckt. Auf Grund der enormen Hitzeentwicklung, durch die Explosion der Gasflaschen, fing der Dachstuhl unverhinderlich Feuer. Dieses konnte aber schnell durch gezielte Löschmaßnahmen der Wehr bekämpft werden. Den Einsatzkräfte gelang es, dass gewerbliche genutzte Nebengebäude im hinteren Teil des Geländes, zu schützen. Auf Grund des enormen Wasserverbrauchs, wurden mehrere Meter Schlauchmaterial zum Brandort, durch die Einsatzkräfte verlegt.

Zur Optimierung des Löschangriffs und zur Kühlung der Hitze beaufschlagten Gasflaschen wurde eine zweite Drehleiter und der Gerätewagen Atemschutz aus Dülken zur Einsatzstelle alarmiert. Der Anfangs mit alarmierte Rettungsdienst wurde während des Einsatzes durch Einsatzkräfte des Malteser Hilfsdienstes mit einem Rettungswagen zum Eigenschutz der im einsatzbefindlichen Kräfte abgelöst. Nach erfolgreicher Eindämmung des Brandes von Innen und Außen, wurden die noch am Brandort befindlichen Gasflaschen, sachgemäß abgekühlt und mittels Wärmebildkameras aus mehreren Positionen kontrolliert. Hier kam auch die angeforderte Drohne der Feuerwehr Schwalmtal zum Einsatz. Nach erfolgreichem und zielgerichteten herunter kühlen der Gasflaschen wurden diese im Stundentakt durch die Einsatzkräfte kontrolliert. Der Lieferant und der Besitzer der Gasflaschen wurden zur Einsatzstelle hinzugerufen.

Durch die Firma Bröker wurden Container zur Verfügung gestellt, welche nicht zum Einsatz kamen. Insgesamt waren 94 Einsatzkräften mit 32 Fahrzeugen und 1 Drohnenpiloten mittels Drohnentechnik im Einsatz. Die Landstraße L3 Heidend war während der gesamten Einsatzdauer für rund fünf Stunden voll gesperrt. Die Brandursache ist noch unbekannt. Das Kommissariat zur Brandursachenermittlung der Kriminalpolizei Viersen hat den Brandort beschlagnahmt und die Ermittlungen aufgenommen.

Quelle: Feuerwehr Schwalmtal