Gebraut mit dem Hopfen der Niers: Viersen bekommt ein neues Pils und ein eigenes Brauhaus

Wird Viersen zur Brauhausstadt? Wahrscheinlich eher nicht und dennoch kann Viersen nun auf sein neues Brauhaus verweisen. Nicht traditionell, wie aus Düsseldorf oder Köln bekannt, aber mit einem ganz eigenen Charme, auf den die beiden Unternehmer Jiannis Panagou und Anke Hipler zu Recht stolz sein können.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – Als Jiannis Panagou die Außenfassade seines Restaurants in blauen und roten Farben anstrich, da sorgte er bereits nicht nur an der Großen Bruchstraße für Aufsehen. Beharrlich hielten sich die Gerüchte um das Restaurant, welches sich eben nicht dem Mainstream anpasste, doch seine mexikanischen, kulinarischen Besonderheiten setzten sich durch und ziehen seither Gäste von weit her an. Vor sechs Jahren dann startete er gemeinsam mit Anke Hipler als „Outsider“ eine gemeinsame Mission mit einem gemeinsamen Ziel aus der drei Jahre später das PULQ, ein Bier auf einer Pilsbasis mit Mezcal entstanden ist. In Spanien, Griechenland, Deutschland und Frankreich vertrieben, wurde es bisher in Mexiko hergestellt und bekommt nun einige Verwandte, die in Viersen an der Großen Bruchstraße mit dem Hopfen gebraut werden, der an der heimischen Niers wächst.

Die Planungen laufen auf Hochtouren, der Zoll für die Einrichtung eines eigenen Steuerlagers war bereits zu Gast, nun werden Tanks angeschafft und es wird fleißig an Label sowie Marketingstrategie gearbeitet. Jiannis Panagou und Anke Hipler erschaffen damit eine Besonderheit in Viersen, die fast schon ausgestorben war: Ein echtes Vierscher Brauhaus. Ab September soll es soweit sein, denn zurzeit wird der hiesige Hopfen auf seine Bitterstoffe analysiert, schließlich soll das neue Pils aus der Mispelstadt genau den Geschmack nicht nur der heimischen Bierliebhaber treffen. Ein Pils, wie es am Niederrhein üblich ist, wird es werden und auch Fruchtbiere sind bereits geplant.

„Wir haben bereits im Vorfeld viel mit dem Geschmack und der Würzung experimentiert“, so Jiannis Panagou. „So werden wir nicht nur mit einem reinen Pils, sondern auch mit einem erfrischenden Wassermelonen-Bier und einem Pink-Grapefruit-Bier starten.“ Die Herstellung dauere rund einen Monat, zwar würde das Brauen selbst lediglich 4 – 5 Stunden in Anspruch nehmen, doch auf die Reife käme es im Anschluss daran ebenfalls an. „Ich freue mich darauf zu sehen, wie die Viersener auf dieses Projekt reagieren“, sagt Panagou, der mit Anke Hipler bereits die Flaschenabfüllung von 0,5, einem und zwei Litern plant. Dass auch das Label mit der Holzskulptur eines Viersener Künstlers ungewöhnlich und außergewöhnlich sein wird, ist nicht verwunderlich, die Fans der bereits bestehenden Produktpalette hätten nichts anderes erwartet. Gemeinsam mit dem kräftigen Hopfen der Niers und der Erfahrung der Brauer trifft hier ein ganzes Stück Viersener Heimatliebe aufeinander. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel