Gegen das Vergessen: Bürgerinitiative „Wir für unsere Stadt“ reinigte Stolpersteine

Zum 73. Mal gedachten die Deutschen am vergangenen Samstag der Befreiung von Auschwitz. Auch die Viersener Bücherinitiative „Wir für unsere Stadt“ traf sich, um diesen dunklen Teil deutscher Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und reinigte die Stolpersteine, die der Künstler Gunter Demnig in Viersen verlegt hatte.

Olaf Josten, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Wir für unsere Stadt“ hatte bereits zum zweiten Mal zur Stolperstein-Reinigung aufgerufen.

Viersen – Auschwitz hat sich in den vergangenen 73 Jahren zu einem Synonym für den Massenmord der Nazis an Juden, Sinti, Roma und anderen Verfolgten entwickelt, wird als Kainszeichen der deutschen Geschichte bezeichnet. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und die verbliebenen Lebenden. Seit 1996 gedenkt die Bundesrepublik an diesem Tag der Opfer des Nationalsozialismus.

In der Gesamtstadt Viersen erinnern zahlreiche Stolpersteine an die Opfer des Nationalsozialismus, die hier lebten und wirkten. Das Projekt wurde von dem Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. Diesen Metallsteinen, die vor den jeweiligen betroffenen Häusern der Opfer in den Boden eingearbeitet wurden, nahm sich die Bürgerinitiative „Wir für unsere Stadt“ mit ihren Mitgliedern und Freunden am Wochenende bereits zum zweiten Mal an. „Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass wir uns an unsere Geschichte erinnern“, sagte der 1. Vorsitzende der Bürgerinitiative, Olaf Josten. „Deshalb reinigen wir erneut in Viersen die verlegten Stolpersteine vom Schmutz, um sie wieder in den Blickpunkt zu rücken.“ Inzwischen liegen Stolpersteine in 1.099 Orten Deutschlands und in zwanzig Ländern Europas.

„Ein besonderer Tag zum Nachdenken über die Vergangenheit und ein Tag der Orientierung schafft für die Zukunft“, so die Viersener Unternehmerin Iris Kater, die sich an der Reinigungsaktion tatkräftig beteiligte. „Wir dürfen auf keinen Fall vergessen oder Völkerhass, Totalitarismus und Faschismus wieder die Oberhand gewinnen lassen.“ (dt)

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