Gemeinsam gegen die Pandemie – Günter Krings besucht die Kontaktverfolgungsstelle

Auf allen Ebenen stellt die Corona-Pandemie den Staat vor enorme Herausforderungen. In der Krise wird deutlich, ob die verschiedenen Institutionen zu einer effektiven Kooperation in der Lage sind.

v.li.: Dr. Klaus Laumen (Leiter Gesundheitsamt), Brigadegeneral Thorsten Gersdorf, Dr. Günter Krings

Mönchengladbach – Mit dem Besuch der vom Gesundheitsamt eingerichteten Kontaktverfolgungsstelle an der Wilhelm-Strauß-Straße in Rheydt verschaffte sich der Mönchengladbacher Bundestagsabgeordnete Dr. Günter Krings einen persönlichen Eindruck, wie die Konzepte zur Bekämpfung der Pandemie und insbesondere die Einbeziehung der Bundeswehr vor Ort funktionieren. Krings ist als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern an zentraler Stelle hierbei eingebunden: Das Bundesinnenministerium bildet gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium den Krisenstab der Bundesregierung.

Dr. Günter Krings

Empfangen wurde Günter Krings von Seiten der Bundeswehr von Brigadegeneral Thorsten Gersdorf und Oberstleutnant Roland Beeten, aber auch vom Leiter des Mönchengladbacher Gesundheitsamts, Dr. Klaus Laumen. Brigadegeneral Gersdorf ist als Kommandeur verantwortlich für die Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen, in seine Zuständigkeit fällt auch die Koordination der zivil-militärischen Zusammenarbeit.

Als Leiter des Kreisverbindungskommandos kommt Oberstleutnant Beeten die Aufgabe zu, vor Ort in Mönchengladbach reibungslose Abläufe zu gewährleisten. Denn 15 Soldaten der Bundeswehr arbeiten in der Kontaktverfolgungsstelle, um die Infektionsketten zu durchbrechen. Neben dem zwei Mann starken Kreisverbindungskommando sind aktuell noch drei Sanitätssoldaten im Rheydter Elisabeth-Krankenhaus eingesetzt. So unterstützen insgesamt 20 Bundeswehrangehörige die Bekämpfung der Corona-Pandemie in Mönchengladbach.

Für Günter Krings ist es von besonderem Interesse, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und städtischen Bediensteten darstellt. Der Abgeordnete zeigt sich sehr erfreut über das kollegiale Miteinander: „In der Kontaktverfolgung wird ganz bewusst auf gemischte Teams gesetzt. Dadurch kommen die Stärken aus dem militärischen Bereich genauso zur Geltung wie die Erfahrungswerte aus der zivilen Verwaltung“.

Angesichts der einschränkenden Maßnahmen, die mit der Pandemie-Bekämpfung verbunden sein können, betont Günter Krings die Notwendigkeit einer verbindlichen Rechtsgrundlage. Der 51jährige Jurist lobt dabei ausdrücklich die Herangehensweise in Mönchengladbach: „Die Bundeswehr leistet Amtshilfe, trifft aber keine eigenständigen Entscheidungen. Vielmehr sind Ermessensfragen Angelegenheit der Verbindungsstelle des Gesundheitsamts, verbleiben also bei der Stadt.“

Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche war die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Für den schnellen digitalen Austausch ist die mit Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums entwickelte integrierte Software SORMAS ein wichtiges Instrument. In Mönchengladbach trifft Günter Krings auf eine ausgesprochen positive Resonanz: „Ich freue mich sehr, dass SORMAS hier so gut angenommen wird. Denn erst mit einem flächendeckenden Einsatz kann die Software ihren gesamten Nutzen entfalten“.

Labormeldungen und Kontaktverfolgung mithilfe digitaler Technik, automatischer Austausch der Daten von Erkrankten und Kontaktpersonen – die neue Software SORMAS könne, so Krings, die Gesundheitsämter enorm entlasten: „Auf dieser Grundlage können die Ämter gezielte Maßnahmen zum Infektionsschutz ergreifen und die Pandemie deutlich effizienter eindämmen.“

Günter Krings ist es ein persönliches Anliegen, das Engagement aller an der Pandemie-Bekämpfung Beteiligten zu würdigen: „Egal ob städtische Mitarbeiter oder Angehörige der Bundeswehr, ich möchte mich für ihren großartigen Einsatz bedanken. Als ich nach Überstunden gefragt habe, musste ich mir Zahlen anhören, die unter normalen Umständen unvorstellbar wären. Ich bin dankbar und stolz, dass so viele in unserem Land ihre Pflicht mehr als erfüllen und so in der Pandemie zum Vorbild für andere werden.

Es ist beeindruckend, wie einsatzbereit die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes sind, aber auch der haupt- und ehrenamtliche Einsatz der Bundeswehrangehörigen ist ungeheuer wertvoll. Soldaten wie Roland Beeten aus Rheydt, die jetzt bereits seit 100 Tagen als Reservisten ihren Dienst tun in dieser Krise, verdienen unsere höchste Anerkennung.“

Trotz der enormen Herausforderungen dieser Tage denkt der Staatssekretär bereits über die Corona-Pandemie hinaus: „Eine solche Krise deckt die Stärken und Schwächen eines Gemeinwesens schonungslos auf. Wenn wir mit Hilfe der Impfung die Lage in den Griff bekommen haben, müssen wir systematisch die Lehren aus dieser bewegten Zeit ziehen. Meine Gespräche in der Kontaktverfolgungsstelle waren auch unter diesem Aspekt sehr, sehr wertvoll.“

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