General-Appell der Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach

Diese Veranstaltung wurde nach Renovierung wieder in der guten Stube von Mönchengladbach, der Kaiser-Friedrich-Halle, durchgeführt. Die Dekoration war in rot-grau, den Farben der Garde, gehalten und auf den Tischen standen Kerzenleuchter mit roten Kerzen.
Von RS-Redakteurin Marlene Katz

Mönchengladbach – Der Vorsitzende der Garde Dr. Thomas Poppenborg begrüßte die anwesenden Gäste und zwar den Ehrenvorsitzenden Horst Trumm mit Gattin Hilde, den MKV-Vorsitzenden Gert Kartheuser, den Ehrenvorsitzenden des MKV, Bernd Gothe, alle General-Appell-Meister, alle bisherigen Prinzenpaare, das Kinderprinzenpaar Louis und Theresa sowie das Prinzenpaar aus Erkelenz Prinz Franz III. und seine Prinzessin Bernadett I.

Seit 22 Jahren existiert dieser General-Appell der Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach und von Anfang an konnten sie hochrangige Generalappellmeister gewinnen. Ursprünglich handelte es sich einzig und allein um einen Appell, bei dem Zustand und Erscheinungsbild der Uniform kontrolliert und Beförderungen an verdiente Gardisten ausgesprochen werden. Als 1998 der Jubiläumsgeneral-Appell erstmals öffentlich abgehalten wurde und sehr viel Anklang fand, entschied man sich, Beförderungen in einem anderen Rahmen auszusprechen. Die Kontrolle von Zustand, Vollständigkeit und Erscheinungsbild ist bis heute eine wichtige Aufgabe des General-Appell-Meisters. Der Erste, dem diese Ehre zuteil wurde war Rudi Neikes.

Seit 1997/1998 bereichern die Pulvermeister mit viel Aufwand diese Veranstaltung und auch die Juniorengarde feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen, die von Annette Böhm jahrelang begleitet wurde.

Mit den Worten „Lasset die Spiele beginnen“ übergab der Vorsitzende das Mikrofon an den Präsidenten Frank Wendler.

Wendler stellte zuerst die Saalkapelle „Konfetti“ vor und bat dann um Einmarsch der Junioren-Garde. Wenn man all diese Kinder sieht, braucht sich die Garde um den Nachwuchs keine Sorgen zu machen.

Zuerst zeigten die Kleineren der Garde, was sie bei ihrer Trainerin Cindy Glasmacher gelernt hatten und dann die Größeren der Garde. Anschließend ließ der Präsident die Kinder ihre Namen und ihr Alter nennen und war stolz, eine solche starke Truppe vor sich zu haben. Auch die Betreuerin Christiane Glasmacher ist bei allen Auftritten dabei, so auch an diesem Abend. Ohne Zugabe kamen die Kids nicht von der Bühne und so zeigten sie einen Tanz mit Radschlagen und Spagat.

Nach dem Auszug der Kinder marschierte die Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach auf die Bühne und zwar mit allem, was sie zu bieten hatte. Angeführt wurde sie von der Regimentskapelle, dann die Mariechen, der Kommandant Eric Montforts, die Aktiven und die Reservisten. Es war ein phantastisches Bild, diese gesamte Garde oben zu sehen.

Im letzten Jahr gab es zum ersten Mal eine General-Appell-Meisterin und zwar Barbara Gersmann. Sie erwähnte, dass es viele Ehrungen gäbe, aber über manche freut man sich ein bisschen mehr. In jeder Garde gibt es Höhen und Tiefen, aber das ist auch gut so. Da in diesem Jahr Kommunalwahlen anstehen, freute es sie ganz besonders, dass die beiden OB-Kandidaten, Felix Heinrichs und Frank Boss, ebenfalls zu dieser Veranstaltung gekommen waren. Sie wünschte ihrem Nachfolger viel Spaß und dass er gerne mit der Garde durch die Säle zieht. Dann wurde ihr feierlich die General-Appell-Kette abgenommen.

Jetzt stand die Ernennung des neuen General-Appell-Meisters an. Felix Heinrichs hielt die Laudatio und begann mit den Worten: er ist Jurist und das sagt alles. Dabei könnte er es heute belassen, wenn es sich bei dem Neuen nicht um einen ganz besonderen Juristen und Menschen handelte.

Zuerst klärte er einmal auf, was ein General-Appell-Meister zu machen hat. Die hinter ihm stehende Garde hat sich raus geputzt und ist hoch motiviert, um das Prinzenpaar Axel und Thorsten zu beschützen und zu begleiten. Damit dies auch gelingt, braucht es Zucht und Ordnung. Und da kann es nicht schaden, wenn der Kommandant einen versierten General-Appell-Meister an seiner Seite hat. Es muss also ein Mensch sein, der die Garde kennt und mit Stolz die Kette trägt und wer käme damit besser in Betracht als ein Fachanwalt für Erbrecht.

Er ist 1950 in Mönchengladbach geboren, hier aufgewachsen und hat auch hier sein Abitur gemacht. Nach seinem Studium zog es ihn Düsseldorf, zumindest wieder in die Nähe der Heimatstadt. Er hat viele Auslandserfahrungen gemacht und mit der Geburt seiner beiden Töchter hat er sich von der turbulenten Zeit im internationalen Vertragsrecht verabschiedet, um der Rolle als Vater gerecht zu werden.

2016 erfolgte dann der Umzug zurück nach Mönchengladbach, wo er mittlerweile einen großen Freundeskreis gefunden hat und vor zwei Jahren der Prinzengarde Mönchengladbach beigetreten ist.

Dass er Karneval im Blut hat, hat er von seinem Vater geerbt, der im Jahre 1954 als Prinz das Volk regierte und der Sohn war immer dabei. Der neue General-Appell-Meister ist zu seinen Wurzeln zurückgekehrt und mittlerweile ein fester Bestandteil dieser Garde geworden.

Anschließung hing der Präsident dem neuen General-Appellmeister Dr. Christoph Friedrichs die entsprechende Kette um und überreichte ihm die dazu gehörige Urkunde.

Dr. Friedrichs bedankte sich für die Ehre und versprach, mit der Garde viel Freude unter die Leute zu bringen. Er dankte dem Vorstand und all denen, die im Hintergrund arbeiten. Auf die Frage, was muss jeder Gardist haben, kam die spontane Antwort von Friedrichs, rote Socken.

Anschließend inspizierte er die Gardisten und musste bei einigen Mängel feststellen, die damit geahndet wurden, dass sie zur Strafe einen kleinen Geldbetrag in die Gardekasse zahlen müssen. Danach bescheinigte er dem Vorsitzenden Poppenborg, dass die Garde perfekt sei bis auf die kleineren Schlampereien, aber ansonsten eine super Truppe.

Auf dieser Veranstaltung werden auch immer verdiente Mitglieder geehrt. Heinz Kleef wurde für 60 Jahre Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied ernannt. Dieser hat in den vergangenen Jahren viel erlebt, so war er Tanzoffizier, in der Reiterstaffel und 16 Jahre Hofmarschall bei den jeweiligen Prinzenpaaren und hat diese durch die Säle „geprügelt“. Auch raste er mit 110 km/h durch die Stadt, um rechtzeitig beim nächsten Termin zu sein.

Kleef bedankte sich und wies darauf hin, dass schon so viel geredet wurde und zitierte dann einen Satz von Konfuzius.

Unter den Klängen der Regimentskapelle, die auf der Bühne geblieben war, zog die Große Rheydter Prinzengarde mit fast allem was sie zu bieten hatte, auf die Bühne. Gefolgt vom Kinderprinzenpaar Louis und Theresa mit Hofmarschall Hajo Hering und Adjutanten Lukas.

Auch so das Prinzen-Paar Axel und Thorsten mit Hofmarschall Guido Gauls, den Adjutanten Dieter Lichtenhahn und Stefan Neus sowie der MKV-Vorstand mit ihrem Vorsitzenden Gert Kartheuser.

Louis und Theresa bedankten sich für die Einladung und freuten sich hier zu sein, um einen schönen Abend zu verleben. Auch hoffen sie, dass sie in der weiteren Session genau solche Auftritte mit einem tollen Einmarsch haben.

Anschließend waren die Beiden stolz, ihr Lied vortragen zu dürfen und vom Präsidenten erhielten sie ein Kompliment, dass sie auch die weitere Session so rocken werden, denn „ihr macht es schon“, gemünzt auf das Kinderprinzenlied.

Für Axel und Thorsten war es ein besonderer Moment in der frisch renovierten Kaiser-Friedrich-Hall zu stehen. Dann floss ihr Werbeblog ein und zwar wurde noch einmal auf den Verkauf der Prinzen-Sticker hingewiesen, die gegen eine Mindestspende von 10 Euro erhältlich sind und der Erlös einem guten Zweck dient, und zwar dem Karneval der Stadt. Denn bald muss eine neue Wagenbauhalle her und der Reinerlös dieser Aktion fließt in die neue Halle.

Es folgte der protokollarische Teil des Prinzenpaares. Dabei handelt es sich um die Vergabe der Prinzenorden und etwas Trinkbares für die Garde in Form einer Flasche Bolten-Bier, was allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein für die ganze Truppe bedeutete.

Bei ihrem Prinzenlied „Gladbach-Gladbach“ und ihrer Zugabe „Wir halten die Welt an“, hielt es keinen der Gäste mehr auf ihrem Stuhl und alle waren aktiv dabei.

Gert Kartheuser bescheinigte dem kleinen und dem großen Prinzen-Paar eine bisherige wunderbare Session. Überall wo sie waren, hat es richtig Spaß gemacht und sie seien das Beste, was Mönchengladbach z.Z. zu bieten hat.

Er entschuldigte sich, dass er in diesem Jahr als Pulvermeister wegen weiterer Auftritte nicht dabei sein könne, versprach aber rechtzeitig wieder zurück zu sein, um deren Auftritt nicht zu verpassen.

Thomas Poppenborg bat den Präsidenten der Großen Rheydter Prinzengarde, Dieter Beines, nach vorne und gratulierte zum 85-jährigen Bestehen der Garde. Er bescheinigte Beines einen guten Job, denn ohne ihn würde die Garde nicht so da stehen.

Musikalisch ging es dann weiter mit der Regimentskapelle, die ein Medley bekannter Karnevalslieder spielte.

Was darf im Mönchengladbacher Karneval nicht fehlen, natürlich die hiesige Band „Echt Lekker“. Das ist Karneval und Party-Power pur, Live und ohne Filter. Kölsche Tön von DE HÖHNER, BRINGS, PAVEIER, BLÄÄCK FÖÖSS und allen Bands, die in Köln den guten Ton angeben. Das Ganze wurde neu interpretiert und mit Spaß und Spielfreude hautnah auf die Bühne gebracht. Mal rockig, mal schunkelig und immer 100% LIVE.

Dann wurde eine Größe der Büttenredner, nämlich der Mann mit Herz, Christian Pape, auf die Bühne gerufen. Er erzählte von den scheinbaren Banalitäten des Alltags und das mit viel Herz, Witz und einer außerordentlichen Pointendichte treibt er so die Lachtränen in die Augen des Publikums. So nur eine von den vielen Episoden, die er vortrug.

Es sollte ein Fondue mit der Familie stattfinden. Weil es aber nur eine Einbauküche gab, wurde das Fondue mitten im Wohnzimmer aufgebaut. Es gab Rind- und Schweinefleisch sowie Hühnchen. Seine Frau kam mit kleinen Schüsseln und kleinen Fleischwürfeln. Auf die Frage, warum so klein, antwortete sie, sonst passt das nicht in den Topf. Er meinte hierauf, dann nehmen wir halt einen größeren Topf, denn unter 500 Gramm ist das nur Carpaccio und das holt sich abends ein Beamter aus dem Zahnzwischenraum. Bevor das Fleisch gut ist, ist man schon proppe satt vom Baguette. Eines muss festgehalten werden, das Fett macht nicht dick, es zieht nur in den Lampenschirm.

Da sich auch keiner die Farbe seiner Gabel merken kann, ist es ein Entenangeln für Erwachsene. Das war nur eine kleine Auswahl seiner Rede und diese schloss, wie man so schön im Rheinland sagt „et kütt wie et kütt un et hätt noch emmer joot jejange“.

Hier kann man nur sagen, das war die Hohe Schule des Kölner Karnevals und in seiner Zugabe zeigte er mit seinem Partner Stefan Bimmermann, wie man in einem Fitness-Studio aktiv ist und zwar mit Hanteltraining und Gewichtheben.

Dann gab es das Schönste, was die Prinzengarde zu bieten hat und zwar die Tanzgarde.

Nach dem Präsentiermarsch „da kommt der König“ stellte sich das Tanzpaar Sarah und Daniel mit schmissigen Figuren und Hebe-Acts vor.

Weiter ging es mit der Regimentstochter Cindy Glasmacher, die ihren Solotanz vorführte und zwar zu der Musik „Mach dein Ding“. Ihr Tanz endete mit einem Spagat, wobei ihr anschließend der Präsident wieder galant auf die Beine half.

Dann tanzte das Gardecorps mit Mariechen und drei jungen Männern. Diese Jungs präsentierten ihre Mariechen auf einem Arm oberhalb des Kopfes und schmissen eines hoch, was zu großem Applaus durch das Publikum führte. Es war ein tolles Abschlussbild mit viel akrobatischer Leistung.

Sandra Geier mit Larissa Gärtner

Für das Training und die Choreografie zeichnet Sandra Geier, die zu jedem Training eigens aus Köln anreist und für das Solo und den Paartanz ist Larissa Gärtner aus Erkelenz verantwortlich. Sie erhielten aus der Hand des Tanzoffiziers Daniel Hacken ein kleines Geschenk, den Jahresorden der Gesellschaft sowie einen Blumenstrauß.

Der Präsident führte dann an, wer den Mut hat alleine auf der Bühne zu tanzen, hat ebenfalls einen Blumenstrauß verdient und das war dann Cindy.

Weiter ging es mit Musik und zwar den Dröpkes aus Mönchengladbach. Diese Band gründete sich 1996 zunächst nur für einen Auftritt und ist mittlerweile über die Stadtgrenzen mit ihren Liedern bekannt. Das „Joldene Spönnrad“ ist eine der begehrtesten Auszeichnungen im Mönchengladbacher Karneval, die sie bereits erhielten. Die emotionale Art sowie das abwechslungsreiche Repertoire der junggebliebenen Musiker begeisterte das Publikum und sorgte für einen mitreißenden Auftritt.

Dann kündigte der Präsident eine Gruppe an, die langsam und wild, leise und nachdenklich und manchmal Natur bekloppt sein kann und zwar die Domstürmer, die aus der Stadt mit der großen Kirche kommen.

Jeder ihrer Titel hat eine eigene Seele und manchmal auch eine eigene Sprache. Jedes Lied entsteht aus einer persönlichen Stimmung heraus, was man auch an diesem Abend wieder spürte.

Der Schluss- und Höhepunkt des Abends kündigte sich an. Die Pulvermeister zogen zu dem Gladbacher Motto „Gladbach Jeckes Narrennest“ in die Halle ein. Hierbei handelt es sich um Prominente der Stadt, die sich so zusammengefunden hatten. Angeführt wurden sie von zwei Phantasievögeln und zwar Horst Thoren und Friedhelm Kirchhartz. Sie machten den Weg frei für die übrigen Pulvermeister, die ebenfalls in Kostümen von Vögeln, Störchen usw. ihren Einzug hielten.

Thoren als Moderator kündigte an, dass eine neue Pulvermeisterin in diese Gruppe aufgenommen werden sollte. Es war Beate Gothe, die an diesem Tag Geburtstag hatte und man ihr mit der Aufnahme das schönste Geburtstagsgeschenk machte. Durch sie gibt es eine Verjüngungskur bei den Pulvermeistern und wurde somit ein Teil der +Bekloppten auf der Bühne. Sie hat Humor, ist liebenswert und ist tatkräftig beim Kinderschutzbund aktiv. Dann erhielt sie den Pulvermeisterorden, das Krätzchen (Schiffchen) und die Urkunde als Insignien des neuen Pulvermeisters und zündete eine Lunte an, um eine Kanone in Gang zu setzen, die dann leider aber nicht los ging.

Thoren moderierte dann weiter, dass es furchtbar, schön oder toll werden könne, denn die Gladbacher Nachtigallen singen auch für die Tauben.

Die Show begann mit den Rockhähnen im Liebesnest. Hier interpretierten vier Promis bekannte Schlagersänger mit ihren Hits.

Weiter ging es mit dem „Handtuch-Tanz“, bei dem Frank Kindervatter und Prof. Dr. Christoph Müller-Leisse immer versuchten, ein Handtuch vor ihre Blöße zu halten, was auch gelang und das Publikum immer wieder zu Lachsalven anregte.

Die vier Crazy Jumpers traten als Hoppeditze auf. Sie zeigten ihre akrobatischen Übungen auf einem Trampolin, das mit Stroh bestückt war und als Nest dienen sollte. Nachdem sie ihr Können gezeigt hatten, sangen sie das Lied „He deit et wih un do deit et wih“. Einstudiert wurde alles von Nicole Tillmann und gemanagt von Gabi Teufel.

Da Gesang auch zu dieser Truppe gehört, fanden sich alle anwesenden Pulvermeister auf der Bühne zusammen und „grölten“ das Lied „Cordula grün“.

Zum Schluss des Abends bedankten sich Dr. Thomas Poppenborg sowie der Präsident Frank Wendler beim Publikum für diese tolle Sitzung.