Gert Kartheuser neuer PRO MERITIS IN CARNEVALIS DIEBUS

Seit 1964 verleiht die Große Gladbacher Karnevalsgesellschaft eine der höchsten Auszeichnungen im Mönchengladbacher Karneval an auserwählte und hochverdiente Persönlichkeiten.
Von RS-Redakteurin Marlene Katz

Mönchengladbach – Manuela Luhnen, die Präsidentin der GGK, begrüßte die Ordensträger PROMERITIS, die Prinzen Axel und Niersius Thorsten mit den Adjutanten Dieter Lichtenhahn und Stefan Neus, den MKV-Vorsitzenden Gert Kartheuser sowie den Ehrenvorsitzenden des MKV, Bernd Gothe.

Mit Peter Ullrich, dem Großmeister des Ordens „Pro Meritis, sind bisher 57 Personen ausgezeichnet worden. Auch wurde der verstorbenen Preisträger in Dankbarkeit gedacht und diese würden sagen: macht kinne Quatsch, fiert wier.

Sie freute sich auf die Ehrung und das Programm, auf die Lieder der Prinzen und was sonst noch anstand. Weiter bat sie die Anwesenden, beim Schunkeln den Nachbarn in den Arm zu nehmen und den Karneval hoch leben zu lassen und sie freut sich, wenn sie die Gäste bei möglichen Treffen wiederzusehen.

Nach dieser Begrüßung gab es die Vorspeise in Form einer Tomatensuppe, die von den Anwesenden gut angenommen wurde, mit Ausnahme der Prinzen Axel und Thorsten. Obwohl die Beiden ihre „prinzlichen Lätzchen“ angelegt hatten, verzichteten sie auf die Suppe, um evtl. rote Spritzer auf ihrem Ornat zu vermeiden.

Dann wurden die Beiden nach vorne gebeten, um den Sessionsorden der Gesellschaft in Empfang zu nehmen. Axel und Thorsten haben immer noch Spaß und sie betonten, was von den Menschen aus dem Publikum kommt, geben sie zurück. Weiter stand für sie eine Überraschung bereit. Die Seidenmalerin Oda Walendy hatte es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen lassen, dem Prinzen-Paar selbst gemalte Krawatten zu überreichen.

Damit die anwesenden PROM ebenfalls mit dem Gesellschaftsorden ausgezeichnet werden konnten, bat der 1. Vorsitzende Winfried Hansen diese nach vorne und zwar vom Letztjährigen bis hin zum Ersten.

Nun wurde es spannend, denn der Preisträger des letzten Jahres, Klaus Werthmann, hatte die Aufgabe, die Laudatio auf den neuen Ordensträger Gert Kartheuser zu halten.

Klaus Werthmann

Gert Horst Kartheuser wurde am 6. Oktober 1948 in Saalburg in Thüringen geboren. Seine Mutter Uschi, die Tochter eines Sternekochs, stammte aus diesem Ort und dorthin verschlug es der Liebe wegen auch seinen aus Düsseldorf stammenden Vater Rolf.

Sein Vater Rolf erkannte kurz nach dem zweiten Weltkrieg, dass die Verhältnisse im sowjetisch besetzten Thüringen schwierig waren und es für die Zukunft der Familie das Beste sei, den Wohnort von Saalburg nach Düsseldorf zu verlegen. 1952 ging er seiner Familie voraus und bereitete alles für die Ankunft von Frau und Kindern vor.

Vom Vater, einem begeisterten Opernliebhaber, hat Gert die Liebe zu genau dieser Musikrichtung geerbt. So wurde er bereits mit 5 Jahren Mitglied im Düsseldorfer Knabenchor. Dieser Chor gastierte nicht nur in Deutschland, sondern es gab auch Gastspiele in Stockholm, London und New York. So lernte er, dass die Welt nicht in Düsseldorf zu Ende war.

 

Für Auftritte als Chormitglied gab es seinerzeit 5 DM. Sein Vater legte diese für Gert zurück, allerdings erhielt er eine Direktauszahlung von 50 Pfennigen. Eine Solodarbietung wurde mit 20 DM honoriert, wovon Gert dann jeweils 1,50 DM erhielt. Das war zur damaligen Zeit viel Geld und mit einer solchen Barschaft war es für ihn kein Problem, Kirmesbesuche zu unternehmen und seine Freunde dankten es ihm.

Im Laufe der Jahre kamen viele Auftritte zusammen und so stand sein Berufswunsch, Opernsänger zu werden, frühzeitig fest. Allerdings durchkreuzte der Stimmbruch allerdings diesen Plan und für eine Karriere als Opernsänger würde das nicht reichen.

Nach der Grundschule wechselte er zum Gymnasium und machte sein Abitur. Dann leistete er seinen 18-monatigen Wehrdienst bei der Bundeswehr ab. Eine Episode soll auch hier nicht vergessen werden. Im Vorfeld des traditionellen Offiziersballes wurden die Tanzpartnerinnen der angehenden Offiziere durch Los bestimmt. Gert holte die für ihn bestimmte Dame, eine Generalstochter, voller Erwartung ab. Da sie jedoch seinem Schönheitsideal in keiner Weise entsprach, führte er sie nicht zum Tanzen aufs Parkett. Das galt als Befehlsverweigerung und zur Strafe musste er ein Wochenende in der Kaserne verbringen, anstatt nach Hause zu fahren.

Sein Vater, ein Studiendirektor, hätte es gerne gehabt, wenn sein Sohn auch Pädagogik studieren würde, aber Gert hatte Gefallen am Reisen gefunden. Er machte ein Praktikum im Reisebüro Hartmann in Düsseldorf und schon nach kurzer Zeit erkannte er, dass diese Tätigkeit im großen Spaß machte und so wurde aus dem Praktikum eine zweijährige Lehrzeit, die 1973 mit der erfolgreichen Abschlussprüfung endete.

In den 70-er Jahren machte sich ein Trend bemerkbar, der für Gert zu einem bedeutsamen beruflichen Fortschritt führte. Gut betuchte Menschen zeigten Interesse am Erwerb von Ferienwohnungen und Häusern in Spanien und Portugal. Gert beschäftigte sich intensiv mit der Materie und erfreute sich der Tatsache, dass die Provisionseinnahmen sein damaliges Gehalt weit übertrafen.

Er hatte sich weiter entwickelt und so bekam er 1975 den Auftrag, den Bereich „Sportreisen“ zu betreuen. Das erste Event dieser Art war die Eishockey-Weltmeisterschaft in Düsseldorf.

1977, an Weiberfastnacht, erfuhr Gert, dass das Reisebüro Droste einen Geschäftsführer suchte. Zusammen mit 122 Kandidaten gab er seine Bewerbung ab, aber seine war erfolgreich und so wurde er mit 29 Jahren Geschäftsführer.

Im Jahr 1988 wurde Gert vom damaligen Mönchengladbacher Oberstadtdirektor Helmut Freuen gefragt, ob er sich vorstellen könne, nach Mönchengladbach zu wechseln und Geschäftsführer des Verkehrsvereins und Reisebüros zu werden. Auch hier setzte er sich erfolgreich gegen seine Mitbewerber durch und wurde mit Wirkung vom 1.10.1989 Geschäftsführer dieses Unternehmens, das heute unter dem Namen First Reisebüro bekannt ist.

Das Jahr 1991 brachte wieder eine besondere Bedeutung mit sich, denn am 5.12.1991 heiratete er seine Jutta. Da das Pendeln zwischen Düsseldorf und Mönchengladbach zu umständlich war, zogen die Beiden zuerst in eine Mietwohnung, planten aber schon den Bau eines Hauses auf dem Schürenweg.

Aufgrund seiner Position und seines Bekanntheitsgrades wurde er im Mai 1995 von den höchsten Herren des Mönchengladbacher Karnevalsverbandes zu einem Spargelessen eingeladen und hierbei wurde ihm und seiner Jutta angeboten, Prinzenpaar der Stadt zu werden. Nach ein paar Tagen Bedenkzeit gaben die Beiden dann ihre Zusage, obwohl zeitgleich das neue Eigenheim erbaut wurde.

Nach fast 30 Jahren als Geschäftsführer des First Reisebüros beendete er am 31.12.2017 seine berufliche Tätigkeit und wechselte in dessen Aufsichtsrat.

Welche Ehrungen er erhielt und in welchen Karnevalsgesellschaften er Mitglied ist, würde diesen Rahmen sprengen, denn es sind sehr viele. Seit Juni 2018 ist er Vorsitzender des Mönchengladbacher Karnevalsverbandes.

Gert spielt gerne Golf, fährt mit seinem Elektrofahrrad, liebt Opern und reist gerne durch die Welt. Kreuzfahrten sind seine große Leidenschaft, aber er genießt auch das Allgäu, reist nach Tirol und an die Ostsee, der Heimat seiner lieben Jutta. Er ist gerne mit lieben Menschen zusammen, ist ein Freund rustikaler Hausmannskost, liebt Weißwein und Altbier.

Er steht dem Leben positiv und optimistisch gegenüber und lebt – genau wie Klaus Werthmann – nach dem Motto: der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat.

Diese Laudatio wurde mit starkem Applaus der geladenen Gäste beendet. Dann erhielt Gert Kartheuser aus den Händen vom 1. Vorsitzenden Winfried Hansen sowie dem Ordensmeister Michael Claser das Schulterband sowie die Urkunde.

Anschließend begrüßte Kartheuser alle auf das Herzlichste und bedankte sich bei dem Vorstand sowie bei den bisherigen Ordensträgern, dass sie ihn vorgeschlagen und gewählt haben. Er war sehr stolz, diese hohe Auszeichnung zu erhalten und bedankte sich bei Klaus Werthmann für die hervorragende Laudatio und den Informanten, die so viele Details zusammengetragen haben. Er wünschte allen einen schönen Abend und wird diesen auch mit seiner „lila Locke“ weiter genießen.

Hans Peter Jansen, einer der Ordensträger, vor 11 Jahren von Hans Adams zum „Klasse-Sprecher“ ernannt, hatte jetzt die Aufgabe, die anwesenden Ordensträger zu fragen, ob sie mit dieser Wahl einverstanden waren, was mit einem lauten „Jawohl“ beantwortet wurde. Danach schloss sich die Gratulationscour an, wobei Jutta Kartheuser jeweils eine rote Rose überreicht wurde.

Auch das Prinzen-Paar Axel und Thorsten schlossen sich dieser Gratulation an und überreichten Kartheuser ein Bild mit Hofstaat, auf dem auch er zu sehen ist. Weiter etwas zu trinken, für heimelige Stunden mit seiner Jutta.

Da das Prinzen-Paar schon einmal in der vordersten Reihe stand, kamen sie nicht ohne ihre Lieder davon. Zuerst sangen sie ihr Prinzenlied „Gladbach – Gladbach“, dann „wir halten die Welt an“, wobei bei dem Wort Welt jeder so stehen bleiben musste, wie er geradestand und sich erst wieder bewegen durfte, wenn wieder das Wort Welt gesungen wurde. Ihr drittes Lied war ein Oldie, aber immer wieder gerne mitgesungen und zwar „drink doch ene met“ von den Bläck Fööss.

Jeder neue Ordensträger bringt ein Gastgeschenk mit und in diesem Jahr hatte Kartheuser den Reimredner Herrmann-Josef Maaßen aus Büttgen angeheuert. Er ist seit 2017 zwar in Bühnenrente, aber für seinen Freund Gert schlüpfte er noch mal in seine Parade-Rolle, womit er 30 Jahre die Narren begeisterte.

Dieser begann seine Rede mit dem Rentenbeginn von Kartheuser, wie es weiter geht mit seiner Jutta und dass die Beiden keine Langeweile haben werden. Sie unterstützt ihren Mann bei dem Job als Vorsitzender des MKV, der den Anderen Freude bringt.

Dann erzählte er, wie sein Rentenleben begann, denn jetzt hatte er einen neuen Boss und zwar seine Frau. Alle Arbeiten will sie nicht mehr machen und deckt ihren Mann damit ein. Sie kontrolliert ihn in jeder Beziehung, egal was er macht. Auch erzählte er vom Sexleben während des Tages, was aber leider nicht zustande kam, da der Sohn noch zu Hause wohnte.

Diese Rede wurde, wie immer, in Reimform vorgetragen und die Pointen war immer so gut, dass man aus dem Lachen nicht mehr herauskam.

Bei einem gemütlichen Zusammensein endete dann wieder ein wunderschöner Abend im Kreise der Großen Gladbacher Karnevalsgesellschaft.