Gertrud Bohnen: Dülken trauert um ein Urgestein

Mit Gertrud Bohnen verbinden viele eine tiefe Erinnerung, nun ist das Dülkener Urgestein im hohen Alter von 90 Jahren verstorben. Am kommenden Freitag, 2. August um 9:30 Uhr in St. Cornelius wird ihrer Seele und dem ewigen Licht gedacht.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen-Dülken – Gertrud Bohnen hatte viele Leidenschaften, doch ganz oben stand immer ihre Heimatliebe. Nun verstarb sie im Alter von 90 Jahren. Geboren am 7. April 1929 in Dülken entdeckte Gertrud Bohnen nach ihrem Abitur am Neusprachlichem Gymnasium 1949 ihre Liebe zum Lehramt und gab ihr Wissen über Jahrzehnte hinweg gerne weiter. Dreiunddreißig Jahre war sie an der Nordschule aktiv, leitete fünfundzwanzig Jahre die Paul-Weyers-Schule.
Sie lebte die Liebe zu ihrer Heimatstadt und trat für die Erhaltung der Dülkener Mundart ein, führte über Jahre hinweg Interessierte durch das Dülkener Ei, leitete lange Zeit den Arbeitskreis Mundart im Heimatverein Viersen. „Es war ihr eine besondere Herzensangelegenheit, Kinder für das heimische Platt zu begeistern“, sagt ihre Nachfolgerin Marieluis Boes. Gertrud Bohnens Verdienst sei es auch gewesen, dass die Nordschule in Paul-Weyers-Schule umbenannt wurde und damit den Namen des bekannten Dülkener Heimatdichters trägt. „Wir werden uns bemühen, in ihrem Sinne noch lange für die Mundart tätig zu sein“,versprach Marieluis Boes.

Ebenfalls im Karneval aktiv, bedachte sie die Narrenakademie mit dem ehrwürdigen Titel der „Doktorin humoris causa“. Nur wenige Monate nach ihrem 90. Geburtstag verstarb sie im St. Cornelius-Seniorenhaus. Am kommenden Freitag, 2. August um 9:30 Uhr in St. Cornelius wird ihrer Seele und dem ewigen Licht gedacht. Daran anschließend ist die Beerdigung um 11 Uhr auf dem Friedhof Löh in Viersen. (ea)

Gertrud Bohnen (rechts) in 2014 bei der Vorstellung des Buches „Napoleon in Dülken“, zu dem sie die Texte in Dülkener Mundart übersetzt hatte. Foto: Rheinischer Spiegel