Gesundheit an erster Stelle – Jobcenter Kreis Viersen erhält Bundesförderung

Das Jobcenter Kreis Viersen nimmt das Thema Gesundheit in den Fokus. Es unterstützt Kundinnen und Kunden bei der Bewältigung gesundheitlicher Einschränkungen. Der Bund fördert im Rahmen des Modellvorhabens rehapro die Einrichtung eines Regionalen Präventionszentrums beim Jobcenter mit insgesamt 2,4 Mio. Euro. Das neue Zentrum hat seine Büroräume im Kreishaus in Viersen eingerichtet.

Kreis Viersen – „Im Rahmen dieses lokalen Projektes wird ein Regionales Präventionszentrum Kreis Viersen (RPV) aufgebaut. Unter dem Leitsatz Prävention vor Reha und Reha vor Rente motivieren und begleiten Health Care Coaches die Kundinnen und Kunden zu gesundheitsfördernden Angeboten“, so beschreibt Franz-Josef Schmitz, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Viersen, die neue Aufgabe. 300 Kundinnen und Kunden können während der Modellphase teilnehmen. Dabei ist die Teilnahme freiwillig. „Für den Kreis Viersen und das Jobcenter wird durch das Aufgreifen des Themas Gesundheit eine zusätzliche Unterstützung in die Beratungsleistung aufgenommen und eine Lücke im Versorgungssystem geschlossen. Ziel ist es, dass das Sozialsystem langfristig entlastet und in eine dauerhafte Integration in den ersten Arbeitsmarkt investiert wird“ , so Dr. Barbara Nieters, die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes Viersen.

Das Modellprojekt im Rahmen des Bundesprogramms „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro“ läuft über 5 Jahre. Es wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales finanziert. „Ich freue mich, dass unsere Projektidee eine Förderzusage erhalten hat. So haben wir Mittel zur Verfügung, die wir zur individuellen Unterstützung im Rahmen der Gesundheitsförderung nutzen“ sagt der Projektverantwortliche des Jobcenters Kreis Viersen, Burkhard Maaßen. Maaßen hat die Projektidee gemeinsam mit dem Kreisgesundheitsamt Viersen und der Hochschule Niederrhein entwickelt.

Vom neuen RPV-Zentrum gehen weitere Aktivitäten aus. So entsteht eine digitale Netzwerkkarte für den Kreis Viersen als wichtige Informationsquelle. Die Karte bietet eine Übersicht aller Akteure im Bereich der medizinischen Versorgung und Prävention. Hierdurch wird ein interaktives Gesundheitsnetzwerk aufgebaut.

„Die Innovation des Vorhabens besteht darin, dass die Health-Care-Coaches durch ihre Zuständigkeit für Wohngebiete die persönlichen Stärken der Kunden mit Angeboten aus dem Gesundheitsbereich an ihrem Wohnort verknüpfen können“, betont Professor Dr. Michael Noack, der gemeinsam mit Dr. Ann Marie Krewer das Projekt leitet.

Um die Wirksamkeit des Projekts zu messen, führt die Hochschule Niederrhein sowohl quantitative als auch qualitative Erhebungen mit einer zu Projektbeginn gebildeten Versuchs- und Kontrollgruppe durch. Dr. Ann Marie Krewer: „Dabei geht es um die Fragen, wie Gesundheit entsteht, wie Menschen trotz Risiken gesund bleiben können und wie Gesundheit gefördert werden kann.“ Eine erste Befragung der Teilnehmenden ist gestartet.