Gewächshaus schwächelt – Neues Konzept für Jungunternehmer in Viersen

Schwierig gestaltete sich die Nachbesetzung von freiwerdenden Räumen im Gewächshaus für Jungunternehmen in den vergangenen Jahren bereits, hinzu kommt ein Rückgang der Gründungen in der Region. Nun soll ein neues Konzept wieder frisches Leben in das Gründerzentrum bringen.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Ein neuer Konzeptentwurf der Verwaltung soll es sein, der das Gewächshaus für Jungunternehmen wieder auf ein stabiles Fundament setzen soll. Beauftragt hat ihn einstimmig der Ausschuss für Wirtschaftsförderung am Dienstagabend, denn das Gründerzentrum in der Viersener Innenstadt schwächelt.
Gegründet 2002, befindet sich das Gewächshaus für Jungunternehmen seit 2004 in der Trägerschaft eines Fördervereins. Über 50 Jungunternehmer haben hier ein Dach über dem Kopf für ihre Gründung gefunden, 76% davon schafften den Sprung in das Wirtschaftsleben.

Allerdings wird es bereits seit einigen Jahren immer schwieriger die freiwerdenden Büros wieder zu besetzen, die aktuelle Belegung sei „mager“. Laut Vorlage der Verwaltung läge dies auch an einem Rückgang der Gründungen, sowie an dem derzeitigen Profil des Gründerzentrums, welches sich vor allen Dingen Existenzgründern aus dem Bereich des Dienstleistungssektors und der Sozialwirtschaft öffnet.

Gewächshaus für Jungunternehmen in Viersen – Foto: Rheinischer Spiegel

„Das Gewächshaus war und ist eine Erfolgsgeschichte, doch es bedarf einer Neuorientierung um eine lebendige Start-up-Szene etablieren zu können“, so Dorottya Kothy-Wienhold von der städtischen Wirtschaftsförderung. „Eine Art Start-up-Ökosystem, mit einem Ansiedlungs- und Lotsenservice, mit Stammtischen und zielgruppengerechten Veranstaltungen.“

Um dem Problem des fehlenden Nachwuchses ein Ende zu setzen, analysierte die Wirtschaftsförderung die Herausforderungen und erarbeitete ein Konzept zur Belebung des Gründerzentrums und der Erschließung der Startup-Szene als neuer Zielgruppe. Aktuell liegt dieses als Entwurf vor und soll nun ausgearbeitet werden, damit wieder frische Ideen in die Räume einziehen können. So soll unter anderem „die Verzahnung mit den Hochschulen der Region sowie weiteren Akteuren aus der Gründerszene intensiviert werden. Das Vorhaben, das Gründungsgeschehen in Viersen zukunftsorientierter und sichtbarer zu machen sowie die Ausweitung der Zielgruppe auf innovative Startups erfordert darüber hinaus die Weiterentwicklung der Beratungs- und Unterstützungsangebote der Wirtschaftsförderung im Bereich der Gründungsförderung und die Neujustierung des Gründerzentrums.“

Hieran soll das Gewächshaus für Jungunternehmen maßgeblich beteiligt sein, müsse dazu allerdings vorab deutlich an Bekanntheit gewinnen, denn die Konkurrenz an Förderangeboten für die Gründerszene ist groß. Ein geschärftes Profil, mit Projekten von Retail Hack bis Fuck Up Night, soll nun die Alleinstellungsmerkmale definieren, um am Markt mithalten zu können. Die Fraktion der Linken stellte in diesem Zusammenhang den Antrag für die „Fuck Up Night“, ein allgemein üblicher Begriff in der Szene, einen neuen Namen zu finden.

Durch die modernere Ausrichtung sollen neue Zielgruppen ebenso gefunden, wie Mentoring- und Patenprogramme ins Leben gerufen werden sollen. Neue, zeitgemäße Veranstaltungsformate sollen den Imagebildungsprozess zudem positiv beeinflussen, während gleichzeitig mit der GMG über eine moderate Modernisierung beraten wird. (dt)