Gladbacher Prinzenpaare erhalten Reanimations-Unterricht

Um Eltern die notwendigen Kenntnisse zur Vermeidung von Unfällen mit Kindern und zum richtigen Eingreifen im Ernstfall zu vermitteln, wurde die „Eltern-Akademie Mönchengladbach-Rheydt“ gegründet.
Von RS-Redakteurin Marlene Katz

Kinderarzt Ralph Köllges

Mönchengladbach – So hatten auch in diesem Jahr Kinderarzt Ralph Köllges (1. Vorsitzender), Birgit Bude (Schirmherrin) sowie Hartmut Skreba (Schatzmeister) dieser Akademie wieder das Prinzen-Paar Axel und Thorsten sowie das Kinderprinzenpaar Louis und Theresa der Stadt eingeladen, um ihnen vor Ort eine Demonstration dieser Reanimationsmaßnahmen zu zeigen.

Köllges wollte keinen kompletten Kursus abhalten, sondern nur einmal zeigen, wie man am Schnellsten bei Herzstillstand helfen kann. Er arbeitet mit dem Krankenhaus Neuwerk zusammen und bietet dort, sowie in den Räumen der Eltern-Akademie jährliche Kurse an.

In Düsseldorf gibt es eine Gruppe „Sterntaler“, deren Rettungssanitäter in die vierten Klassen der Schulen gehen und den Kindern zeigen, was in einer Notfallsituation zu tun. Das schwebt Köllges auch vor und wünscht sich, dass Mönchengladbach auch einmal Reanimations-Haupt-Stadt wird.

Die typischen Kinderunfälle passieren durch Fallen von der Wickelkommode, Verbrühungen und Verkehrsunfälle. Grundregel ist immer die stabile Seitenlage, die Köllges anhand eines Bildes und einer Schablone, wie man den Kopf lagern muss, demonstrierte.

Zeit ist Leben und so erklärte er, dass bei einem Atemstillstand sogar, der länger andauert, irrelevante Hirnschäden auftreten können. Entscheidend ist die Herzmassage, die 30 Mal ausgeführt werden sollte und zwar mit ausgestreckten Armen. Anhand dreier Puppen, von Säugling über Kleinkind bis zum Jugendlichen, erklärte er die Vorgehensweise. Beim Säugling reichen zwei Finger in der Mitte der Brust, bei Kindern eine Hand und ansonsten mit zwei Händen.

Wenn man zusätzliche Hilfe benötigt, sollte man eine Person persönlich ansprechen und sagen: Du rufst jetzt den Notarzt und wählst die 112, ansonsten fühlt sich keiner angesprochen. Auch sollte man versuchen, immer vom Festnetz aus, die Notfallnummer zu wählen, denn bei Handyanrufen muss erst geortet werden, wo der Notfall passiert ist und umso länger dauert dann die Anfahrt des Notarztes.

An manchen Stellen in Mönchengladbach gibt es bereits Hinweisschilder, wo sich solche elektrischen Defibrillatoren befinden. Die Umgehensweise mit diesem Gerät ist ganz einfach, denn nachdem man den Strom eingeschaltet hat, wird einem ganz genau angesagt, was man weiter zu tun hat. Auch gibt es nur den Strom preis, wenn es unbedingt erforderlich ist. Mit Hilfe dieses Gerätes hilft man 10 % schneller wieder in den Herzrhythmus zu kommen. Weiter braucht man keine Angst zu haben irgendetwas falsch zu machen, denn im Laienamt gibt es keine Haftung.

Der Grundsatz von Köllges lautet: man kann nichts falsch machen, außer man macht nichts.

Der Kursbeitrag beträgt 15 Euro pro Person, um die Kosten für die zusätzlichen Helfer dieser Kurse zu decken, denn wenn diese schon ehrenamtlich in ihrer Freizeit arbeiten, sollten sie schon ein kleines Entgelt hierfür erhalten.

Jetzt mussten die Prinzen Axel und Thorsten sowie Kinder-Prinz Louis und Prinzessin Theresa anhand der Puppen zeigen, was sie im vorhergehenden theoretischen Teil gelernt hatten.

Sie erhielten aus der Hand von Köllges das sogenannte „Hermann-Schnitzler-Gedächtnis-Tuch“. Das war ein Plastiktuch mit einem Loch in der Mitte, das auf den Mund der Puppe gelegt wurde und man diese so beatmen konnte. Bei der Puppe konnte man genau sehen, wie die Luft in den Körper ging. Auch bei der Druckmassage sollte man kräftig drücken, denn den Rippen kann nichts passieren, so Köllges. Als Beispiel erklärte er, dass man bei den Schweinerippchen auch immer sieht, dass da noch etwas Fleisch zwischen ist. Für den Rhythmus beim Pumpen eignet sich das Prinzenlied „Gladbach, Gladbach……“ stellte Thorsten fest.

Angefeuert wurden Louis und Theresa von Axel und Thorsten mit dem Slogan ihres Liedes „Du machst das schon“. Da die Puppe aber auf einem Tisch lag und Louis zu klein war, um die Arme durchstrecken zu können, wurde sie kurzerhand auf einen Stuhl gelegt und so konnte er mühelos diese Art der Druckmassage durchführen.

Für alle war es eine lehrreiche Stunde und die Prinzen Axel und Thorsten überlegten, in ihrer Gastronomie „Kette“ & Schuss“ sowie im Hangar einen Defibrillator anzubringen.

Als Dank für diese informative Stunde erhielten jeweils Ralph Köllges und Birgit Bude den Prinzen- und Kinderprinzenorden nebst Sticken.

Alle Termine für diese Kurse findet man unter www.elternakademie-mg.de oder man kann sich auch telefonisch unter 02166 6188 299 unverbindlich informieren oder sich auch anmelden.