Gott ein Stück näher sein – Kirchenfenster in der Boisheimer Pfarrkirche

Ein farbenfrohes Kirchenfenster in der Pfarrkirche St. Peter, welches von der St. Petri-Schützenbruderschaft nach den Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges gestiftet wurde, zeigt beispielhaft den starken Zusammenhalt der Gemeinschaft während ihrer 400-jährigen Geschichte. 
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen-Boisheim – 1487 errichtet steht die heutige Pfarrkirche St. Peter längst unter Denkmalschutz. Im Laufe der Jahrhunderte wurden verschiedene Veränderungen an dem Bauwerk vorgenommen, nicht immer beruhten sie auf Ereignissen während einer friedlichen Zeit. So wurden ein Querhaus und ein Turm im 1899/1900 nach Plänen der Kölner Architekten Carl Rüdell und Richard Odenthal gebaut. Dann jedoch wurde die Kirche am 28. Februar und am 1. März 1945 durch Luftangriffe und Artilleriebeschuss im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt.

Die größten Schäden an dem Bau aus Backstein konnten erst bis zum Jahre 1954 durch das leidenschaftliche Engagement des damaligen Pfarrers Heinrich Gober behoben werden. Gober war seit 1942 (bis 1971) in der Boisheimer Pfarre tätig. Er prägte den Wiederaufbau der zerstörten Gebäudeteile und der vollständig zersplitterten Kirchenfenster. Die heutigen Motive gehen auf seine Impulse zurück und wurden durch den Maler Hans Lohbeck gemeinsam mit der Firma Gebr. Dr. Oidtmann aus Linnich umgesetzt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Während der Generalversammlung der St. Petri Schützenbruderschaft Boisheim 1622 e.V. im Mai 1953 wurde der Gedanke eingebracht Pfarrer Heinrich Gober zu seinem 25-jährigen Priesterjubiläum im folgenden Jahr ein besonderes Geschenk zu überreichen. Ein Kirchenfenster sollte es sein, welches die Bruderschaft zur Erneuerung der Pfarrkirche stiften wollte. Innerhalb der Schützenfamilie wurden bis zum Oktober 1953 Spenden gesammelt um das farbenfrohe Fenster möglich zu machen.

Auch heute noch können Besucher die Darstellung der Predigt des Petrus zu Pfingsten und die Verleumdung des Herrn im Hof des Hohenpriesters (Mt 16,69-75) im rechten Hauptbereich des Kirchenschiffes besichtigen. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming