Grandiose Kürbiswelt gastiert traditionell in Ludwigsburg

Noch bis zum 14. November ist die größte Kürbisausstellung der Welt im „Blühenden Barock Ludwigsburg“ mit Gartenschau und Märchengarten zu sehen. 
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und RS-Redakteur Leo Dillikrath

Ludwigsburg/Reisen – Die größte Kürbisausstellung lockt in diesem Jahr wieder in den Schlossgarten nach Ludwigsburg mit wechselnden Sonderausstellungen und nicht nur Liebhaber der herbstlichen Frucht tragen sich diesen Termin fest im Kalender ein. Geboten werden den zahlreichen Besuchern neben dem berühmten Kürbiswiegen mit den prächtigsten Früchten aus ganz Europa auch facettenreiche Attraktionen rund um das schmackhafte Gemüse. Gerade jetzt, nur wenige Tage vor Halloween bietet sich ein Besuch an, der ergänzt wird von einem künstlerisch gestalteten Kürbisschnitzen vor märchenhafter Geschichte.

Die größte Kürbisausstellung lockt in diesem Jahr wieder in den Schlossgarten nach Ludwigsburg mit wechselnden Sonderausstellungen und nicht nur Liebhaber der herbstlichen Frucht tragen sich diesen Termin fest im Kalender ein. Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Den schwersten Kürbis züchtete in diesem Jahr übrigens Stefano Cutrupi aus Radda in Chianti (Italien), der mit seinem 1217,5-Kilogramm-Kürbis den ersten Platz belegt. Er hält mit diesem Kürbis den Weltrekord (gewogen in Italien mit 1226 Kilogramm). Züchter aus Belgien, Frankreich, Italien und weiteren Ländern kamen mit ihren Riesenkürbissen in die Gärtnerei des Blühenden Barock, um beim sogenannten GPC-Wiegen des Dachverbandes der Kürbiszüchter den schwersten Kürbis Europas zu ermitteln.

Ganz vorne dabei war der amtierende Weltmeister-Kürbis von Stefano Cutrupi. Nachdem er in Italien mit 1226 Kilogramm den aktuellen Weltrekord aufgestellt hatte, hatte er durch Verdunstung in den Tagen bis zur Europameisterschaft rund 8 Kilogramm verloren und ging mit 1217,5 Kilogramm auf die Waage. Trotz des Gewichtsverlusts ging Cutrupi als Sieger aus dem Rennen hervor und konnte den ersten Platz der Europameisterschaft gewinnen.

Den schwersten Kürbis züchtete in diesem Jahr übrigens Stefano Cutrupi aus Radda in Chianti (Italien), der mit seinem 1217,5-Kilogramm-Kürbis den ersten Platz belegt. Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Der größte Konkurrent, der Kürbis des belgischen Züchters Mario Vangeel, sowie ein Koloss aus Frankreich von Züchter Mehdi Daho, sorgten für ein spannendes Wiegen. Die beiden Riesenkürbisse wurden gleichzeitig auf die Waage gesetzt. Beide Anzeigen waren abgedeckt. Nach einem spannenden Countdown war klar: Mario Vangeels Kürbis brachte 1106,5 Kilogramm auf die Waage, Mehdi Dahos Kürbis war 983,5 Kilogramm schwer. Damit belegen die Züchter Platz 2 und 3. Direkt nach dem Wiegen wurden die Riesenkürbisse für ein Siegerbild ins Blühende Barock gefahren. Der Europameister verbleibt im Park und dort von den Besuchern bestaunt werden.

Damit ein solcher Hochgenuss nachhaltig in Erinnerung bleibt, sollte natürlich unbedingt der eine oder andere ausgefallene Kürbissamen erworben werden, der im heimischen Garten wurzeln kann. So kann dann zudem das traditionelle Kürbisschlachtfest mit den über 800 ausgestellten Sorten nachgestellt werden, der Höhepunkt des „Blühenden Barocks Ludwigsburg“.

Damit ein solcher Hochgenuss nachhaltig in Erinnerung bleibt, sollte natürlich unbedingt der eine oder andere ausgefallene Kürbissamen erworben werden, der im heimischen Garten wurzeln kann. Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Auf dem weitläufigen Schlossgelände, auf dem über 450.000 Kürbisfrüchte die Besucher zum Staunen bringen, berichten Märchenerzähler von spannenden Sagen und Legenden, die Wirklichkeit werden mit den Kürbiskunstwerken als Qualle, U-Boot oder Meerjungfrau. Sie allerdings landen nicht auf den Tellern wie die leuchtenden Kalebassen – oder bekannten Hokkaidokürbisse, aus denen Suppen, Reispfannen, Maultaschen, Pasta, Brot und weiteres verführerisches Backwerk gezaubert werden. Das dann die Fotoapparate nicht stillstehen, ist ein selbstverständlicher Nebeneffekt. Wer dazwischen eine Pause einlegt, dem bieten sich im Kürbisshop weitere Spezialitäten – angefangen von gebrannten Kürbiskernen über Kürbismarmelade bis hin zu Kürbis-Chips, Kernöl, Kürbisgewürze, Kürbisnudeln oder ausgewählte Schweizer Kürbisspezialitäten. Ergänzt wird die vielfältige Ausstellung von einer Reihe Sandfiguren und natürlich passenden Dekoideen für die dritte Jahreszeit.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Wer nach seinem Ausflug müde zur Ruhe finden möchte, der kann fast ebenso königlich in dem Vier-Sterne-Hotel „Nestor“ unweit der Anlage seine Erholung finden. Lediglich einen kurzen Spaziergang von rund 12 Minuten entfernt, ist das Hotel aus rotem Backstein in einer ehemaligen Bäckerei aus dem Jahre 1874 beherbergt, welche die Heeresverpflegung der Alleierten übernommen hatte. Das Flair der vergangenen Zeiten konnte in der U-förmig gebauten und heute unter Denkmalschutz stehenden Kasernenanlage erhalten werden – übernachten in der Geschichte, denn 1921 galt Ludwigsburg als größte Garnison in Südwestdeutschland. (nb/ld)

Ergänzt wird die vielfältige Ausstellung von einer Reihe Sandfiguren und natürlich passenden Dekoideen für die dritte Jahreszeit. Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath