Grefrath/Süchteln: Notfelle Niederrhein e. V. bergen etliche tote Enten aus der Niers

Kaum wenig mehr lebende als verendete Enten haben die Tierschützer der Notfelle Niederrhein e. V. in den vergangenen zwei Tagen aus der Niers zwischen Viersen-Süchteln und Grefrath retten können. Zurzeit prüfen die zuständigen Stellen, wodurch es zu diesen Todesfällen gekommen ist. Auch heute wird weitergesucht – hierfür werden dringend helfende Hände gesucht.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Grefrath/Viersen-Süchteln – Für die Ehrenamtler der Notfelle Niederrhein e. V. ist der Vorfall erschreckend, das Erlebte noch nicht vollständig verarbeitet. Nach der Meldung einer Familie aus Grefrath waren die Aktiven des Tierschutzvereins am Wochenende an die Niers gefahren und hatten dort zahlreiche tote Enten im und am Wasser vorgefunden. Bis Sonntagmittag waren es lediglich drei Enten, die lebend gesichert werden konnten – doch die Suche nach einer Hilfe für die kranken Tiere gestaltete sich mehr als schwierig. Hierzu kam die Wochenendproblematik und so erreichten die Tierschützer entweder niemanden oder nur Stellen, die ratlos weiterverwiesen. Um den Tieren zu helfen, wurden diese zunächst zu einer ärztlichen Stelle nach Mönchengladbach gebracht, die aufgrund der Problematik nach Düsseldorf weiterverwies. In Düsseldorf ankommen waren die Tiere kaum mehr lebendig und erhielten eine Elektrolytlösung. Eine Aufnahme der Wildtiere schlug auch hier fehl, weshalb sich dann die Finder der Tiere annahmen.

Foto: Notfelle Niederrhein

Währenddessen erhielt der Tierschutzverein Unterstützung an der Niers durch Anna Pilz und die von ihr mitgegründete Initiative Fell und Federn. „Während die Finder auf dem Heimweg waren, haben wir versucht Aufnahmestellen und Helfer zu finden die mit uns die Niers absuchen, denn die verendeten Tiere mussten raus und wir mussten noch lebende suchen“, so Nadine Ehms, Notfelle Niederrhein. „Von einem Anwohner bekamen wir eine Wasserhose geliehen und konnten uns nur auf einer Strecke von ca. 500 Metern durcharbeiten. Wir bekamen noch Hilfe von einigen Paddlern und hatten am Ende 15 tote Enten (mit denen von morgens) und 18 lebende Enten, die dort direkt die erste Ladung Flüssigkeit und Elektrolyte bekamen.“
Da sich bis zu diesem Zeitpunkt laut Angaben der Ehrenamtler niemand von einer zuständigen Behörde hätte sehen lassen, haben die Finder alle Tiere zunächst mitgenommen und dafür den Gartenschuppen leergeräumt. Alle 1,5 – 2 Stunden wurde den fitteren Enten, den kritischen Fälle jede Stunde eine Elektrolytlösung verabreicht.

Mittlerweile haben auch den Niersverband Meldungen ebenfalls aus Kleve und Wachtendonk zu den verendeten Tieren erreicht, die Mitarbeiter des Niersverbandes fahren die Strecken ab und prüfen in den kommenden Tagen ob sich weitere Fälle ergeben. Es könnte sich möglicherweise nach ersten Erkenntnissen um Botulismus handeln, genaueres lässt sich erst nach einer Untersuchung der toten Tiere feststellen. Auslöser dieser Krankheit ist das Bakterium „Clostridium botulinum“, das bisher stärkste bekannte Nervengift. Unter anderem bei hohen Temperaturen vermehren sich die Bakterien im Schlamm und werden durch die Enten bei der Nahrungssuche aufgenommen werden. Für die betroffenen Tiere ein qualvoller Tot, denn das Nervengift lähmt die Muskeln. Botulismus selbst verursacht gerade infolge der Hitzewellen immer wieder ein massenhaftes Tiersterben. Das Veterinäramt des Kreises Viersen ist eingeschaltet und kümmert sich um die Klärung dieser Fragestellung.

„Bei 18 Tieren heißt das eigentlich im Wechsel durcharbeiten, wieder von vorne anfangen bis nix mehr geht und dann schlafen gehen und den anderen wecken“, ergänzt Nadine Ehms. „Am Montag, 5. August, möchten wir uns gegen 16.30 Uhr am Bootsanleger Grefrath-Oedt treffen und benötigen dringend Unterstützung durch Helfer, die mit Boot auf der Niers suchen können und einige Helfer mit Auto bzw. Fahrrad, die die Tiere einsammeln oder entgegennehmen wenn Helfer auf den Booten Bescheid geben das weitere Tiere gefunden haben.“

Benötigt werden zudem stabile Kescher und 1-2 Wasserhosen. Anmelden für die Hilfsaktion muss sich niemand, die Tierschützer können zwischen Oedt und Autobahn A40 jede Hand und jedes Auge gebrauchen. Wer helfen möchte benötigt lange Hosen, festes Schuhwerk und am besten Socken, die über die Hose gezogen werden können. (ea)

Foto: Notfelle Niederrhein e. V.

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3 Kommentare

  1. Das waren alle 10m 1 Tote Ente wir haben 70 Stück gesehen. Ich persönlich gehe eher davon aus das es Gift für nutrias war. Wen es Algen oder was natürliches wäre. Würden nicht erst Fische sterben Dan Enten im selben Bereich. Das es kein stehendes Gewässer ist. Somit müsste es weiter runter auch Tote Tiere geben.

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