GrenzenWelt: „Borderline ist wie ein Leben ohne feste Wurzeln.“

Impulsives Verhalten, ständige Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen, Stimmungsschwankungen oder sogar Selbstverletzungen. Alle diese Symptome können auf eine Borderline-Persönlichkeitsstörung hinweisen. In Viersen treffen sich Betroffene in einer Selbsthilfegruppe um sich gegenseitig aufzufangen, zu bestärken und einen gemeinsamen Weg zu gehen.

Viersen – „Borderline ist für mich wie eine Reise ohne Fahrschein und der Kontrolleur naht“, „Borderline zu haben bedeutet für mich, ein Baum zu sein, der versucht seine Wurzeln in harten Beton zu schlagen“ oder „Borderline ist wie ein Kind, das in einem erwachsenen Körper lebt“ beschreiben Betroffene in einem Forum ihre Gefühle, ihr Leben, schwanken zwischen Extremen. Schätzungen zufolge leiden ein bis fünf Prozent aller Menschen an BPS (Borderline-Persönlichkeitsstörung), wobei bei Frauen häufiger die Symptome erkannt werden.

Erste Symptome zeigen sich meist in der Jugend oder im jungen Erwachsenenalter und sind vielfältig. Impulsivität, Stimmungsschwankungen sogar ein selbstverletzendes Verhalten sind mögliche Anzeichen. Die Gefühle geraten außer Kontrolle  bei dem Syndrom, welches bis heute noch nicht exakt klassifiziert und eingeordnet werden kann. Ursprünglich gingen Wissenschaftler davon aus, dass Borderline zwischen einer Neurose und Psychose einzuordnen sein, heute spricht man von einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typ.

Foto: Gerd Altmann/Pixabay

„Borderline bedeutet für mich ein irrsinniges Gefühlschaos zwischen Liebe und Hass, Idealisierung und Abwertung, in einer schwarz-weißen Welt, ohne Grenzen.“

Mit Borderline zu leben ist nicht einfach, viele Betroffene fühlen sich einsam, unverstanden. Umso wichtiger ist der Kontakt mit anderen um Erfahrungen und Wege zu teilen, Skills und Alltagsfertigkeiten zu verbessern. Hierzu hat sich vor mehr als sieben Jahren die Selbsthilfegruppe „GrenzenWelt“ gegründet, die sich in den Räumen der PHG-Viersen an der Dülkener Straße 72a trifft. Einmal wöchentlich, wenn es die Corona-Maßnahmen zulassen, immer am Donnerstag von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr kommen Betroffene in einer kleinen Gruppe von maximal 12 Teilnehmern zusammen zum Austausch von Selbsterfahrungen. Die Gruppe arbeitet mit fest vorgegebenen Regeln, beginnt mit einem Blitzlicht, an da sich eine kurze Achtsamkeitsübung anschließt. Besprochen wird das vergangene Gruppentreffen, offene Fragen, Unklarheiten werden ehrlich angesprochen bevor das Treffen unter ein neues Thema gestellt wird. (nb)

Interessierte werden gebeten im Vorfeld Kontakt aufzunehmen (BIS Brüggen, Klosterstraße 5, 41379 Brüggen, Tel. 02163 5622, shg-bordi-vie@web.de, grenzenwelt-shg.jimdo.com).