Grenzüberschreitender Austausch bei der Bekämpfung von Naturbränden hat sich bewährt

Landrat Dr. Andreas Coenen spricht sich nach dem großen Waldbrand im Naturpark Maas-Schwalm-Nette dafür aus, das deutsch-niederländische Projekt zur Natur- und Waldbrandprävention INTERREG fortzusetzen.

Kreis Viersen – „Der Kreis Viersen würde sich im Rahmen seiner Klimastrategie an einem Folgeprojekt beteiligen“, sichert der Landrat zu. „Wir müssen weiter mit extremer Trockenheit und großen Bränden rechnen. Darum ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Natur- und Waldbrandprävention auch in Zukunft dringend notwendig.“ Aktuell biete das Projekt den geeigneten Rahmen, um nach dem Großbrand weitere nötige Maßnahmen zur Brandbekämpfung und -prävention zu diskutieren.

Nach einer ersten Analyse wird es dabei besonders darum gehen, die Löschwasserversorgung im Grenzraum sicherzustellen, denn der Aufwand, im von dem Brand besonders betroffenen Naturschutzgebiet Meinweg eine bis zu 7,5 Kilometer lange Transportleitung zu legen, war immens.
Das Projekt Natur- und Waldbrandprävention im Rahmen des INTERREG-Programms Deutschland-Nederland wurde im Jahr 2016 vom Naturpark Maas-Schwalm initiiert. Bis zum Ende dieses Jahres wird es mit 840.000 Euro von der Europäischen Union, dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und der Provinz Limburg gefördert. Von Goch bis Wassenberg beteiligen sich neben 16 niederländischen und deutschen Grenzgemeinden Naturschutzorganisationen und Forsteinrichtungen als Projektpartner finanziell. Ziel des Projekts ist es, deutsche und niederländische Kenntnisse über die Vermeidung und Bekämpfung von Natur- und Waldbränden im Grenzwald, im niederländisch-deutschen Meinweg und im niederländischen Nationalpark Maasduinen miteinander auszutauschen. Der Kreis Viersen und die grenznahen Gemeinden mit ihren Feuerwehren haben sich hierbei aktiv eingebracht, betont Landrat Dr. Coenen.

Vom 20. bis zum 24. April hatten niederländische und deutsche Feuerwehren gemeinsam einen Großbrand im deutsch-niederländischen Naturpark Maas-Schwalm-Nette bekämpft, der 200 Hektar Natur und Wald vernichtete, davon zehn Hektar auf deutscher Seite in der Gemeinde Niederkrüchten. Im Zentrum des Naturparks mit viel Heide und Wald befindet sich das besonders betroffene Gebiet der Meinweg.
Der Brand hatte die Einsatzkräfte vor besonders große Herausforderungen gestellt. Bedingt durch extreme Trockenheit und starken Ostwind konnte das Feuer trotz des sehr hohen Personal- und Materialaufwands erst nach fünf Tagen endgültig gelöscht werden. „Bei der Löschung des Feuers spielte die hervorragende Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren und Einsatzleitungen aus beiden Ländern dennoch eine entscheidende Rolle“, betont der Vorsitzende des grenzüberschreitenden Naturparks Andreas Budde. „Die Erfahrungen sollten genutzt werden, um weitere Maßnahmen umzusetzen und die Risiken auf unkontrollierbaren Bränden in Natur- und Waldgebieten weiter zu reduzieren.“

Geschäftsführer Leo Reyrink sagt dazu: „Aus der Evaluierung der Zusammenarbeit zur Löschung des Großbrandes im Meinweg können die Projektpartner mehr lernen als bei der erfolgreichsten Übung“.
Im Projekt Natur- und Waldbrandprävention waren für dieses Jahr gemeinsame Übungen von niederländischen und deutschen Feuerwehren vorgesehen. Die Vorbereitung dazu konnten wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden.