Grüne Jugend will Bäume auf dem Alten Markt erhalten

Für viele Dülkener unverständlich, denn trotz zahlreicher Unterschriften, der Ausschuss für Bauen, Umwelt- und Klimaschutz entschied sich für die Umgestaltung Alter Markt inklusive der Fällung der 18 Bäume. Nun versucht die Grüne Jugend Viersen ein weiteres Mal die Bäume zu erhalten und wirbt auch mit einer online Petition für Unterstützung.

Foto: Rheinischer Spiegel/ik

Viersen-Dülken – „Die erste Unterschriftenlisten wurden im Ausschuss eher abschätzig kommentiert (SPD), es gab keine weitere Debatte und eine große Koalition zog es vor, ihre Klientel zu bedienen, anstatt auch nur irgendwie auf die Stimmen der ersten Petition einzugehen“, so ein Auszug aus dem Aufruf. Die Grüne Jugend Viersen hat deshalb eine zweite Petition gestartet, die auf openpetition.de einsehbar ist, will die Hoffnung nicht aufgeben. „Wir haben uns mit vielen Leuten unterhalten und für viele sind die Bäume einfach Heimat und gehören auf den Alten Markt.“

Denn die Bäume seien, anders als von der Stadt dargelegt, weitestgehend gesund. „Die großen Plantanen würden ohne Probleme noch 30 weitere Jahre standhalten. Bei den anderen Bäumen wäre teilweise eine Restaurierung nötig, die aber 60.000 € weniger kosten würde als die gesamte geplante Umgestaltung. Wir halten es für unverständlich und unlogisch 60.000 € mehr zu bezahlen nur damit die Gastronomie sich nicht mehr über herabfallende Blätter aufregt.
Zusätzlich verstehen wir nicht wieso man in Zeiten des Klimawandels eine solche Massenabholzung durchsetzten sollte. Das Geld könnte viel besser an anderen Stellen eingesetzt werden.“

Martina Maaßen, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat hatte bereits in ihrer Pressemeldung eine klare Meinung vertreten, die bei den anderen Parteien kein Gehör fand: „… Die Bäume im Herzen der Dülkener Altstadt würden gerade den Charme des beliebten Platzes ausmachen, sagt Maaßen. Sie zitiert aus der Neujahrsansprache 2017 von Bürgermeisterin Anemüller: „Wir bieten eine unglaubliche Zahl von Stadtbäumen und innerstädtischen Parkanlagen. Die hohe Wohn- und Aufenthaltsqualität schätzen wir sehr und wollen wir bewahren.“ Und weiter aus der Neujahrsansprache 2018: „LED-Bäumchen mögen mehr Licht bringen und weniger Dreck machen als Eichen, Buchen, Pappeln. Aber wollen wir das?“ Trotzdem habe die Stadt nie ernsthaft geprüft, ob ein Umbau des Platzes bei Erhalt der Bäume möglich sei und was das kosten würde, beanstandet Fraktionschefin Maaßen.

Die neun Schwedischen Mehlbeeren sollen durch fünf Spiegelrinden-Säulenkirschen ersetzt werden. Diese exotischen Kirschbäume haben aber nur schmale Baumkronen. Durch die geplanten Standorte zwischen den Parkplätzen taugen sie auch nicht als Aufenthaltsort. Die Stadt wolle den eigentlichen Marktplatz baumfrei halten und so Platz für Veranstaltungen und Außengastronomie schaffen.
Die Linden vor der Kirche sollen vor allem wegen des Honigtaufalls weichen. Honigtau ist die zuckerhaltige, klebrige Ausscheidung von Blattläusen. Diese führt zwar zu Verunreinigungen, ist aber vollkommen ungefährlich. Außerdem ernähren sich Ameisen, Bienen und Hummeln von Honigtau. Die Stadt sprach trotzdem fälschlicherweise von dauerhaftem Befall mit Mehltau, einer Baumerkrankung. Den drei Platanen am nördlichen Ende des Alten Marktes wird eine gute Vitalität bescheinigt. Trotzdem sollen sie fallen, denn sie würden laut Stadt zu erhöhten Kosten bei der Pflege führen. Zudem stünden auch diese Bäume der Gastronomie und Veranstaltungen im Weg. (cs)

Unterstützen ist auf openpetition.de möglich!