Grüne schicken Martina Maaßen ins Rennen um das Viersener Rathaus

Mit einem einstimmigen Ergebnis hat die Mitgliederversammlung der Viersener Grünen am vergangenen Samstag im Süchtelner Weberhaus ihre langjährige Fraktionsvorsitzende Martina Maaßen zu ihrer Kandidatin für das Bürgermeisteramt bei der Kommunalwahl am 13. September gewählt.

Viersen – Maaßen, die über eine langjährige Erfahrung in der Kommunalpolitik verfügt und ihre Partei in den Jahren 2010 bis 2017 auch im Düsseldorfer Landtag vertreten hat, wurde bereits Ende Februar vom Viersener Ortsvorstand als Kandidatin nominiert, der die für den 13. März geplante Wahlversammlung jedoch nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie zunächst auf unbestimmte Zeit verschieben musste. Unter besonderen Vorkehrungen und mit einem Hygienekonzept der Unteren Gesundheitsbehörde des Kreises Viersen konnte die Versammlung jetzt nachgeholt werden.

In Ihrer Rede betonte Maaßen die Notwendigkeit, über die Pandemie-Bekämpfung und die dadurch ausgelöste volkswirtschaftliche Rezession andere politischen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren: „ Der Klimawandel hat für Corona nicht einmal Pause gemacht! Wir sehen gerade dem dritten Dürrejahr in Folge entgegen. Der Wald und die Natur hier in Viersen leiden jetzt schon erheblich unter der Trockenheit. Die Probleme, auf die wir seit nun bereits vierzig Jahren zeigen, sind so akut wie noch nie. Klimaschutz muss auch auf der kommunalen Ebene höchste Priorität haben.“ Zugleich kündigte die studierte Sozialarbeiterin für den Fall ihres Wahlsieges schon einmal an, sich in besonderer Weise um die sozialen Fragen zu kümmern.

Maaßen: „Wir brauchen hier in Viersen ein Kinder- und Jugendbüro, das für Heranwachsende direkt ansprechbar ist und ein echtes Jugendparlament mit Antragsrecht im Stadtrat. Wir müssen dem sozialen Wohnungsbau absoluten Vorrang geben, auch im Zusammenspiel mit der städtischen Tochter VAB, um die Mieten hier in Viersen auch für Geringverdiener auf bezahlbarem Niveau zu halten.“

Mit einem einstimmigen Ergebnis hat die Mitgliederversammlung der Viersener Grünen am vergangenen Samstag im Süchtelner Weberhaus ihre langjährige Fraktionsvorsitzende Martina Maaßen zu ihrer Kandidatin für das Bürgermeisteramt bei der Kommunalwahl am 13. September gewählt. Foto: Steffen Prößdorf

Maaßen kündigte auch bereits an, als Bürgermeisterin alles zu unternehmen, um den Neubau eines Containerlagers für junge männliche Flüchtlinge auf der Schmiedestraße in Süchteln zu verhindern, den die Viersener Politik jüngst beschlossen hat. „Ich war selbst bereits vor vielen Jahren in dieser Unterbringung als Sozialarbeiterin tätig und kenne die unwürdigen Verhältnisse, unter denen die Menschen dort leben. Die Vorstellung, dass die Stadt jetzt einen mehrfachen Millionenbetrag in die Hand nehmen, damit dort junge Männer auf nur sieben Quadratmetern pro Person in Containern leben, macht mich wütend. Wir verfügen hier in Viersen bereits über ausreichende Plätze für eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge unter menschenwürdigen Bedingungen und brauchen überhaupt keinen Neubau.“ Maaßen ist derzeit Geschäftsführerin des Petrusheimes in Weeze, einer sozialen Einrichtung für wohnungslose und suchterkrankte Menschen des Rheinischen Vereins für Katholische Arbeiterkolonien. Die vierfache Mutter wohnt mit ihrem Lebensgefährten in Süchteln.

Nach der Wahl ihrer Bürgermeisterkandidatin wählten die Mitglieder des Grünen Ortsverbands auch die Direktkandidatinnen und Kandidaten in den Viersener Wahlbezirke und stellten eine Reserveliste von 32 Personen für die Kommunalwahl am 13. September auf. Auf die ersten zehn Plätze wurden gewählt: Martina Maaßen (Süchteln), Jörg Eirmbter-König (Süchteln), Christina Wolff-Dittrich (Dülken), Norbert Dohmen (Viersen), Annika Enzmann-Trizna (Süchteln), Peter Breidenbach (Boisheim), Maja Roth-Schmidt (Viersen), Julian Hanisch (Süchteln), Angelique Vootz (Dülken) und Ludwig Mertens (Viersen-Clörath). Außerdem wurde das Wahlprogramm beschlossen, von dem die Grünen in der nächsten Ratsperiode ab September möglichst viele Punkte umsetzen wollen.