„Jeder Baum zählt!“ – Grüne wollen Bäume und Pergolen im „Alten Tierpark“ in Süchteln erhalten

Der „Alte Tierpark“ in Süchteln soll neu gestaltet werden. So plant es die Verwaltung, die dafür mit Fördermittel aus dem NRW-Programm „Aktive Zentren“ rechnet. Wenn die inzwischen vorliegenden Planungen beschlossen und umgesetzt werden, müssten dafür allerdings zahlreiche Bäume gefällt werden und die historischen Pergolen mit den längst zugeschütteten Wasserbecken aus den frühen 1970er Jahren würden abgerissen.

Viersen-Süchteln – Dem hält die Viersener Fraktion von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN ihre eigenen Vorstellungen entgegen. Sie fordert eine behutsame Sanierung, die den historischen Ort wieder in Wert setzt, die Gestaltungselemente der 1970er Jahre integriert und den alten Park zu einer Begegnungsstätte für alle Generationen weiterentwickelt. Vor allem aber wollen sie keinen einzigen Baum aufgeben und die historische Grünanlage zwischen der Johannes-Kepler-Realschule und dem Süchtelner Busbahnhof als vollständiges Ensemble für die Zukunft erhalten. Hier waren im Herzen des Ortsteils Süchteln bis in die 1940er Jahre der Kirmesplatz, ein Botanischer Garten und ein kleiner Tierpark zu finden. Die letzte Investition in diese wertvolle Grünanlage liegt mindestens 50 Jahre zurück.

Die Fläche des alten Tierparks in Süchteln befindet sich in zentraler Lage zwischen Busbahnhof und Josef-Kepler-Schule. Foto: Rheinischer Spiegel

Peter Breidenbach, dem Vorsitzender des Viersener Umweltausschusses, liegen besonders die landschaftsarchitektonischen Gestaltungselemente aus den frühen 1970er Jahren am Herzen: „Wir brauchen hier keine Modernisierung vom Reißbrett! Wir könnten die Pergolen und alten Wasserbecken mit den in Aussicht stehenden Fördermitteln restaurieren und wieder neu in Betrieb nehmen. Leider weiß heute kaum noch jemand, welchen Wert diese Anlage hat und wer sie entworfen hat.“ Breidenbach hat selbst recherchiert und den Urheber dafür auch persönlich aufgesucht. Es handelt sich um den bekannten Landschaftsarchitekten Georg Penker, der auch die Fußgängerzone in Viersen in seinem Werkverzeichnis hat. Er gestaltete die Bundesgartenschauen Berlin (1983) und Düsseldorf (1985) und die olympische Regattastrecke in München. Auch die Grünanlagen der Universitäten Düsseldorf und Bochum sind sein Werk. Der gebürtige Bayer hat im März dieses Jahres sein 95. Lebensjahr vollendet und lebt heute in Neuss.

Breidenbach wirft der Stadt vor, den von Penker gestalteten Bereich über Jahre hinweg nicht gepflegt zu haben: „Man hat die Anlage über Jahre einfach verrotten lassen und will sie jetzt mit dem Hinweis auf den verwahrlosten Zustand achtlos abräumen.“ Er schlägt vor, das ganze Ensemble aus Wasserbecken mit kleinem Wasserfall und Springbrunnen sowie die drei Metallpergolen mit Holzeinfassung wieder herzustellen, in Betrieb zu nehmen und unter Denkmalschutz zu stellen.

Fraktionssprecher Jörg Eirmbter-König sieht noch ein weiteres Problem: „Der Neuplanung des alten Parks sollen auch zahlreiche Bäume zum Opfer fallen, die absolut vital sind – dort, wo ein sogenannter Multifunktionsplatz entstehen soll, sowie an der Grenze zum Parkplatz. Die meisten der großen Hainbuchen, die dort stehen, sollen gefällt werden.“ Die Stadt begründet ihren Plan mit den Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohner, die sich durch Ansammlungen von Menschen belästigt fühlen, die im Alten Tierpark vor allem am Wochenende zusammen ‚abhängen‘ und Alkohol konsumieren. Eirmbter-König widerspricht: „Soziale Probleme als Begründung für das Fällen von Bäumen im Stadtgebiet heranzuziehen, ist für uns nicht nachvollziehbar. Wir nehmen die Besorgnis der Nachbarschaft ernst, glauben aber nicht, dass das Fällen von Bäumen soziale Konflikte löst! Hier ist Sozial- und Jugendarbeit gefragt. Schickt bitte Streetworker – keine Kettensägen!“

Die Ratsfraktion von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN hat gegen eine Sanierung des Parks grundsätzlich nichts einzuwenden. Breidenbach möchte einen Generationenpark mit Angeboten an alle Altersgruppen: „Die in der Planung vorgeschlagenen Sportgeräte sind ja schön und gut, aber warum gibt es kein Angebot für kleinere Kinder? Warum keine Boulebahn für die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger?“ Eirmbter-König ergänzt: „Wenn wir die Anlage behutsam sanieren und anschließend auch pflegen, werden sich hier auch Familien mit kleinen Kindern wieder gerne aufhalten und die Nachbarschaft wird zum Boulespielen vorbeischauen. An einem heißen Sommertag gibt es nämlich in ganz Süchteln kaum einen besseren Ort als diesen Park mit seinen alten, Schatten spendenden Bäumen. Wir sagen daher: Lasst hier alle Bäume stehen! Im Klimawandel zählt jeder Baum!“

Die Bürgerschaft kann sich jetzt vom 5. bis zum 18. Juli in das anstehende Beteiligungsverfahren einbringen und ihre Wünsche an die Planung formulieren – entweder online über das Internet-Angebot der Stadt, beim Süchteln-Büro auf der Tönisvorster Straße oder auch direkt bei der zuständigen Verwaltungsstelle. Die Viersener Grünen bitten um eine rege Beteiligung und hoffen, mit etwas Rückendeckung der Bürgerinnen und Bürger die aktuellen Pläne noch beeinflussen zu können. (opm/paz)

3 Kommentare

  1. Da kann man den Grünen,auch als Nichtsymphatisant ihrer sonstigen politischen Richtung, nur vollumfänglich zustimmen. Turngeräte und ein Platz für den ganzen Eventzirkus unserer Zeit brauchen wir da wirklich nicht. Viel Grün und Schatten für heisse Tage,das wäre es doch. Und am Busbahnhof eine neuer Kiosk oder Imbiss wäre auch ganz schön.Natürlich mit WC – auch für die Busfahrer (Problematik ist ja bekannt).Und wenn sich einige wieder Danebenbenehmen, muss der Staat endlich Härte zeigen und das Zusammensein der friedliebenden Bürger schützen und ermöglichen.
    Wir brauchen Natur und Ruhe – nicht noch mehr Feier-und Eventräume. 🌻☘️🌹💐🌳

  2. Ja die Anwohner fühlen sich belästigt durch die Menschen die dort im Park „zusammenrotten“ Drogen und Alkohol konsumieren!
    Das hier Bäume wegen Angsträumen gefällt werden sollen ist doch nur ein Vorwand seitens der Stadt!
    Die NICHT in der Lage oder Willens ist, diesem Treiben ein Ende zu setzen.
    Ebenso muss ich Don Drapper zustimmen wir brauchen nicht mehr Eventfläche was wir brauchen sind mehr
    Bäume mehr Grünflächen!
    Hieß es nicht mal:
    Süchteln Stadt im Grünen!

  3. Die Stadt Viersen will in Süchteln nichts tun, denn es ist anscheinend wichtiger in das Dülkener Bürgerhaus zu investieren .Egal welche Bedürfnisse Personen haben, zum Beispiel den Weg zum Krankenhaus zur Schule oder in den großen Wohnvierteln oder auch ein Stadtbesuch, sehen die Bauruine vernagelt von der Stadt und zum Zielpunkt aller Jugendlichen mit Zerstörungswut Anzuziehen. Alkoholiker und Kiffer sowie Teens aller Art oft mit Radikaler Gewalt alle Scheiben der einzelnen Haltestellen zu Zerstören. Traurig das unsere Bürgermeisterin dies schon Jahre Duldet. Den Rat kann man vergessen, die denken nur an das Bürgerhaus, eventuell bekommen Sie da bei einer Aufsichtsrat Sitzung was zu Essen, ansonsten versteht man nicht das keiner von Tatsachen spricht. Hier muss das Umfeld abgesteckt werden ,zum Beispiel mit schönen Sträuchern bepflanzen und mit neuen Fahrradständern versehen . Den Parkplatz neu Gestalten zwischen Park und Schule und auch zwischen Busbahnhof und Krankenhaus. Keine Anhänger und Wohnwagen mehr. Ruine weg ,ein Wohnhaus mit Idylle und ein Cafe mit Bäckerei. Öffentliche Toiletten , und ganz dringend separate Damen und Herren Toiletten für die Busfahrer. Nur so kann man das Vorbild der Jugendlichen Ändern.

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