Gute Nachrichten: Biber werden an der Niers wieder heimisch

Im 19. Jahrhundert wurden sie durch intensive Bejagung fast ausgerottet, doch mittlerweile sind mehr als dreißig Biber-Familien am Niederrhein wieder heimisch. Bei Spaziergängen an der Niers in Süchteln sind ihre Spuren unübersehbar.

Viersen-Süchteln – Die kleinen Baumeister finden ihren Weg endlich zurück an unsere Flüsse, denn im letzten Jahrhundert ging es ihnen sprichwörtlich an den Kragen. Ihr dichtes Fell war heiß begehrt und so wurde der Bestand in fast ganz Deutschland ausgerottet. Seit mittlerweile rund zwanzig Jahren ist der Biber jedoch wieder auf dem Vormarsch. Überall am Niederrhein wurden sogar Biberfamilien zur Wiederansiedlung ausgesetzt, übrigens ist der Biber nach der europäischen FFH-Richtlinie und dem Bundesnaturschutzgesetz eine streng zu schützende Art.

Bereits 1997 wurde der erste Biber im niederrheinischen Kreis Viersen gesichtet, inzwischen leben ca. 30 Tiere an Niers, Nette und Schwalm. Tierschützer hoffen, dass er sogar mithelfen kann z. B. bei der Renaturierung der Niers laut EU-Wasserrahmenrichtlinie. Diese nämlich soll in großen Teilen wieder einen naturnahen Verlauf bekommen, weg von geraden Pappelalleen in gleicher Wuchshöhe und dem engmaschigen Korsett. Der Biber könnte ein natürlicher Helfer sein und der Niers wieder das zurückgeben, was die Niers sich ursprünglich im Laufe der Zeit hart erarbeitet hatte – bis sie auf den Menschen traf.
An der Süchtelner Niers ist der Biber zumindest bereits fleißig. Sein Tun blieb nicht lange unbemerkt, denn die sanduhrenförmig umnagten Bäume und geschälten Zweige fielen schnell auf. Der Biber, als reiner Pflanzenfresser, gestaltet und Spaziergänger staunen über seine Kraft und Energie, die er an den Tag legt, denn kein anderes Tier hat die Eigenart Bäume zu fällen. Nur selten und mit etwas Glück kann man den kunstfertigen Baumeister beobachten, ein Blick erfordert einiges an Wartezeit und Ruhe in den Abendstunden.

Die Biologische Station Krickenbecker Seen freut sich über Bilder und Hinweise von aktuellen Sichtungen unter http://biber.bsks.de(cs)

Foto: Bruno Glätsch