Häusliche Gewalt – Apotheken-Code hilft Frauen in Not

Gemeinsame Zeit zu Hause birgt durchaus eine trügerische Sicherheit, denn während der Corona-Pandemie steigen die gemeldeten Zahlen zu häuslicher Gewalt – die Dunkelziffer ist wesentlich höher. Apotheken bieten deshalb ein Code-Wort, mit welchem Frauen auf die benötigte Hilfe aufmerksam machen können.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Gesellschaft – Während der Woche ist die gemeinsame Zeit zu Hause meist begrenzt, die wenige, die gemeinsam verbracht werden kann, genießen die meisten Paare. Allerdings warnen Experten während der Corona-Pandemie vor dem Anstieg häuslicher Gewalt, schließlich wurde oder wird jede vierte Frau nach aktuellen Daten Opfer von Gewalt durch ihren Partner.
Ein Anstieg, der meist an Festen wie Weihnachten zu verzeichnen ist, doch gerade während der aktuellen Zeit weiß niemand, wie lange die Situation andauern wird.

Damit Frauen in einer Notsituation um Hilfe bitten können, haben Apotheken ein Code-Wort geschaffen. Apotheken dürfen weiterhin geöffnet sein und werden so zu einer wichtigen Anlaufstelle für Opfer. Weltweit wird zurzeit das Code-Wort „Maske19“ bekannt gemacht, mit welchem eine Bestellung ergänzt werden kann. ApothekerInnen werden in einer solchen Situation die Behörden informieren.

Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der kostenfreien Nummer 08000 116 016 leistet zudem Erst- und Krisenunterstützung, bei Gewalt gegen Frauen gibt es Rat und Hilfe rund um die Uhr, anonym, in insgesamt 18 Sprachen, barrierefrei. Seit März 2013 wurden mehr als 200.000 Personen beraten, darunter auch Ratsuchende aus dem sozialen Umfeld gewaltbetroffener Frauen sowie Fachkräfte. Das Hilfetelefon ist online zu erreichen unter www.hilfetelefon.de.

Angesichts der Corona-Krise könnten Druck und Konflikte in Familien auch in Gewalt gegen Kinder und Jugendliche münden. Das BMFSFJ wird deshalb unter anderem die vorhandenen telefonischen Beratungsangebote stärken. Dazu gehören die „Nummer gegen Kummer“ (116 111) für Kinder und Jugendliche oder das Elterntelefon (0800 111 0550). Zudem werden im Netz niedrigschwellige Hilfsangebote für Kinder, Jugendliche und Eltern ausgebaut. (nb)

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