„Happy“ als Busfahrerin

Es ist ziemlich genau drei Jahre her, dass wir das erste Mal mit Susanne Kiesewetter sprachen. Damals stand die zu dieser Zeit 52-jährige Kaldenkirchenerin kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung zum „EU-Kraftfahrer Personenverkehr“. Man könnte auch „Busfahrerin“ sagen. Heute fährt sie „ihren“ Bus bei der KVS in Schwalmtal und sagt strahlend: „Ich bin happy!“

Susanne Kiesewetter vor „ihrem“ Bus auf dem Hof des Kraftverkehr Schwalmtal
Foto: BZ Bildungszentrum, Tönisvorst

Region – Doch der Reihe nach. Nach dem Verlust eines langjährigen Jobs in den Niederlanden sah Susanne Kiesewetter sich im Herbst 2014 in der Situation, sich mit Anfang 50 eine neue Arbeit suchen zu müssen. Bei einem Besuch der Weiterbildungsmesse im Krefelder Seidenweberhaus (die es leider nicht mehr gibt) fand sie am Stand des BZ Bildungszentrums genau das richtige: Ausbildung zur Busfahrerin. Ihr Vermittler bei der Arbeitsagentur war begeistert und sagte sofort die entsprechende Förderung zu. Und der Vertriebsleiter des BZ Bildungszentrums in Tönisvorst, Bernd Rütten, meinte damals: „Wer diese Ausbildung durchläuft, hat mit Sicherheit einen Job.“ Er sollte Recht behalten.

Seit Jahren ist bekannt, dass die Logistikbranche immer mehr Probleme bekommt, qualifizierte Fahrer für Lkw und Busse zu bekommen. Getan hat sich merkwürdig wenig. Arbeitgeber, die die Zeichen der Zeit erkannt haben, rollen Fahrern mit Führerschein Klasse D längst den roten Teppich aus, und auch die Weiterbildungsbetriebe selber legen spezielle Programme auf. Das gilt für Männer, aber erst recht für weibliche Kandidaten. So setzt man beim BZ Bildungszentrum jetzt auf „Girl Power“ – ein Rundum-Perfekt-Paket samt Hilfe beim „Beamtendeutsch“, sprich Förderung durch die Arbeitsagentur, wurde speziell für Frauen entwickelt, die hier eine neue berufliche Zukunft entdecken können. Quasi mit Job-Garantie.

Susanne Kiesewetter musste jedenfalls nicht lange suchen. Zum Ende ihrer Ausbildung bewarb sie sich gezielt beim Kraftverkehr Schwalmtal – und wurde sofort genommen. Der KVS hat seinen Betriebshof im Industriegebiet „Auf dem Mutzer“ in Waldniel und fährt unter anderem im Auftrag der Städtischen Werke Krefeld (SWK). Hier ist sie eine von sechs Frauen bei über 100 Fahrern, und sie ist wie gesagt happy: „Ich gehe gerne zur Arbeit.“ Und ohne groß zu zögern fügt sie noch hinzu: „Ich hätte das viel eher machen müssen!“
Interessentinnen können sich im BZ Bildungszentrum bei Bernd Rütten, Tel. 02151 706 16-0 informieren.