Heiligtum Mexikos: Mezcal verbindet Göttliches mit dem Teufel

Bereits zum dritten Mal lud Joannis Panagou in die Viersener Mezcaleria Clandestino an der Großen Bruchstraße zum Mezcal-Tasting ein.

Viersen – Die Historie eines der komplexesten Brände der Welt, des Mezcal, reicht über 2.000 Jahre zurück. Schon die Ureinwohner Mexikos sollen das Wissen um den Brand aus der Agavenpflanze gekannt haben. Mittlerweile hat Mezcal auch den Weg nach Deutschland gefunden, avanciert zum begehrten In-Getränk, das es nur in raren Mengen gibt. Dabei schmeckt jeder Mezcal anders, weist ein reiches Spektrum an Aromen auf – auch ohne Flavour, denn die Brände gehören zu den komplexesten der Welt.

Kein anderer Brand benötigt ein so hohes Maß an handwerklicher Arbeit gepaart mit persönlicher Hingabe. Von der Los Danzantes-Brennerei in Santiago Matatlan war Victor Perez auf Einladung des Vierseners Joannis Panagou in die Mispelstadt gereist, präsentierte fachlich hochkarätig einen Abend lang die Geschichte, Herstellung und Geschmackserlebnisse zu dem „Heiligtum Mexikos“. Brände, die in Viersen im Mexican Restaurant verkostet oder auf www.raicilla.de bestellt werden können.

Los Danzantes ist eine Gruppe von Gastronomen, die neben vier Restaurants auch eine eigene Mezcal-Brennerei in Santiago Matatlan betreibt. 1997 wurde diese alte Destille erworben und gemäß modernen Ansprüchen umgebaut, ohne jedoch die traditionelle Herstellungsweise aufzugeben. Hector Vazquez Abarca und Joel Antonio Juan destillieren hier den Mezcal Los Danzantes in den Kategorien Joven, Reposado und Añejo und einige Sonderlinien aus Agavenmischungen oder aus Agave Tobalá (Agave potatorum), einer seltenen Wildagave. Die Mezcales von Los Danzantes zeichnen sich, im Vergleich zu traditionellen Mezcales, durch einen etwas geringeren Alkoholgehalt zwischen 40% bis 45% Vol. und durch die Fasslagerung bei den Sorten Reposado und Añejo aus.

Dabei vergaß Victor Perez nicht auf eine weitere Besonderheit dieser Brennerei zu verweisen, denn nicht nur die eigenen Brände werden angeboten, mit viel Hingabe wird das soziale Projekt „Alipús“ vorangetrieben, welches 1999 ins Leben gerufen wurde und versucht die ländliche Wirtschaft in Oaxaca durch die Herstellung und Kommerzialisierung traditionellen Mezcals zu unterstützen. Diese Mezcales, die im Handel unter dem Begriff „Mezcales jóvenes“ (ungekocht) bekannt sind, werden von kleinen Familienbrennereien und den Agavenbauern selbst herstellt und mittlerweile weltweit angeboten. (dt)

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