Heimatministerium fördert Erhalt der Dülkener Narrenmühle

Das Kreuzherrenessen der Dülkener Narrenakademie wurde in diesem Jahr von einer Überraschung unterbrochen, wie es sie bisher bei der traditionellen Veranstaltung noch nicht gegeben hatte. NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) hatte sich bei ihrem Besuch nicht nur den Fragen bei der Podiumsdiskussion der Jungen Union Kreis Viersen zu stellen, ebenfalls einen Förderbescheid für den Erhalt der Narrenmühle konnte die Ministerin übergeben.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen-Dülken – Die Dülkener Narrenmühle, eine 1809 erbaute Bockwindmühle, ist die einzige erhaltene Windmühle in Viersen. Sie ist nicht nur ein wertvolles historisches Gebäude, sie prägt zudem in herausragender Weise lokale und regionale Traditionen und Geschichte. Nach dem Befall durch Holzschädlinge wurde die Mühle so stark beschädigt, dass die Standsicherzeit derzeit nur durch umfangreiche Sicherungsmaßnahmen gewährleistet werden kann. Nur durch eine Restaurierung kann das identitätsstiftende Wahrzeichen erhalten werden, weshalb sich in Dülken ein Verein zur Förderung der Narrenmühle gegründet hatte.

Hierzu hatte die Stadt Viersen mit dem Förderverein Narrenmühle einen Erbbaurechtsvertrag abgeschlossen um wichtige Förderanträge stellen zu können. Der Förderverein zahlt für das Mühlengebäude einen symbolischen Euro an die Stadt. Der Pachtzins für die 99 Jahre laufende Vereinbarung wurde auf jährlich 11,11 Euro festgelegt. Die Stadt erhält das Recht, nach der Sanierung den Weisheitssaal an 25 Tagen im Jahr als Trauzimmer zu nutzen. Dafür zahlt sie dem Förderverein einen Ausgleich von 5.000 Euro pro Jahr. Der Antrag bei dem Landesprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, das Menschen verbindet“ trug nun positive Blüten, denn die Kosten für die grundlegende Erneuerung wurden auf 471.000 Euro festgelegt. Neun Zehntel kommen nun aus dem Ministerium, die restlichen 46.000 Euro will der Förderverein aufbringen.

„Mit der Förderung wird aber nicht nur der Erhalt möglich, sondern auch eine Erweiterung der Ausstellung sowie der Nutzung der Mühle, wodurch dieses Heimat-Zeugnis vielfältiger und noch interessanter wird für die Öffentlichkeit“, so das NRW-Heimatministerium. „Die Heimatförderung geht an den Förderverein der Narrenmühle-Viersen-Dülken e.V., deren Mitglieder sich mit hohem, ehrenamtlichen Engagement darum kümmern, dass die Mühle erhalten und für die Öffentlichkeit in zeitgemäßer Form erlebbar bleibt.“ (dt)

Heimatministerin Ina Scharrenbach übergab Rector magnificus Dr. Volker Müller den Förderungsbescheid, mit dem der Erhalt der Narrenmühle gesichert werden soll. Foto: Rheinischer Spiegel/Karl Giesen

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