Heimatverein veröffentlicht neues Werk – „Rintgen – Entwicklung eines Viersener Stadtteils“

Über mehrere Jahre hat der Arbeitskreis Bildrecherche und -dokumentation des Vereins für Heimatpflege die Quellen gesichtet und eine umfangreiche Dokumentation erarbeitet. Auf dieser Grundlage erscheint das zweite Buch über Rintgen.

Viersen – Der Schwerpunkt liegt auf größtenteils unveröffentlichten Fotografien und Luftaufnahmen und umfasst Postkarten, Stadtpläne, Karten und Werbeanzeigen, die den Wandel des Stadtteils Rintgen im Laufe der Zeit illustrieren.

Rintgen – Entwicklung eines Viersener Stadtteils mit vielen bisher unveröffentlichten Fotos, Postkarten, Karten und Werbeanzeigen
720 Seiten, Band 47, VK-Preis: 28,90 €, ISBN 978-3-9818417-7-0
Erhältlich über den Online-Shop des Viersener Heimatvereins oder direkt im „Viersener Salon“

Die neueste Veröffentlichung erscheint als begleitendes Buch zur aktuellen Ausstellung im Viersener Salon, welche noch bis 28. November 2021 besichtigt werden kann.

Foto: Verein für Heimatpflege

Kein anderer Ortsteil in Viersen ist in der Zeit seines Bestehens dem Wandel derart massiv ausgesetzt gewesen wie Rintgen. Nachdem im 18. Jahrhundert gegen Ende des Spanischen Erbfolgekrieges den Protestanten die freie Ausübung ihrer Religion erlaubt worden war, entwickelte sich Rintgen vor allem durch den Zuzug von Protestanten zur einwohnerstärksten Honschaft auf dem heutigen Viersener Stadtgebiet. Nach und nach ließen sich vor allem in diesem Ortsteil bedeutende Handelsfirmen und exportorientierte Textilunternehmungen nieder.

Um die Rohstoffversorgung der Textilindustrie sicherzustellen, erhielt Viersen schon 1849 einen eigenen Eisenbahnanschluss, was dazu führte, dass in Rintgen der erste Viersener Bahnhof errichtet wurde. Einige Jahre später konnte Bürgermeister Peter Stern Viersen u.a. mit einem Wasserwerk, einem Elektrizitätswerk und einem Hallenbad versorgen und die Stadt an das Straßenbahnnetz anschließen. Die wirtschaftliche Blüte Viersens zeigte sich im Stadtteil Rintgen an der Errichtung vieler stuckverzierter Häuser und führte um 1900 zur Eröffnung mehrerer Kinos, vieler Gasthäuser und sogar Varietés. In den Kriegsjahren 1939 bis 1945 begann der Niedergang, der durch die Textilkrise der Jahre 1958 bis 1962 verstärkt wurde.

Die Publikation gibt den Anlass für die Ausstellung im Viersener Salon. Ihr Schwerpunkt liegt auf größtenteils unveröffentlichten Fotografien. Sie umfasst Postkarten, Stadtpläne, Karten und Werbeanzeigen in Verbindung mit weiteren Ausstellungsobjekten, die den Wandel des Stadtteils Rintgen im Laufe der Zeit illustrieren. Das Zentrum der Ausstellung bildet ein großes Stadtmodell, das das heutige Zentrum der Südstadt um den Gereonsplatz herum großartig abbildet. Eingerahmt wird das Modell durch den Blick auf den Alten Stadtgarten und in die damalige Casinostraße bzw. heutige Bahnhofstraße, so als wenn man aus dem früheren alten Bahnhof heraustreten und erstmals über die Stadt blicken würde.

An einem kleineren Bildschirm kann man Storys über die Stadt, die Menschen und Viersener Institutionen anhören. An einem anderen Bildschirm kann man viel über die auf dem evgl. Friedhof bestatteten Industriellen und Bürgermeister erfahren. Schließlich ist ein Bildschirm dem Gereonsplatz, seinem Markt und seiner Kirmes gewidmet. Eine große Serie von Fotos unter dem Titel „Viersen im 20. Jahrhundert“ zeigt der Große Bildschirm. Zusätzliche Informationen gibt es zum preisgekrönten Radfahrer Heinz Lankes, zum Viersener Box-Club mit Deutschen Meistern und Vize-Meistern sowie zur St. Gereon- und St. Josef-Schützenbruderschaft Viersen 1883 / 1710 e.V.. Mit vielen Leihgaben aus der Dorenburg wird die Ausstellung zusätzlich bereichert: Eine Seifenkiste aus dem jährlichen Seifenkisten-Rennen, Spekulatius-Model mit Zeppelin und Napoleon aus der Bäckerei sowie Spielzeug aus Kindertagen.

Öffnungszeiten
Donnerstag – Samstag: 15 – 18 Uhr
Sonntag und Feiertage: 11 – 18 Uhr

Eintritt frei
Montag – Mittwoch ist reserviert für den Besuch von Schulklassen und privaten Gruppen nach Vereinbarung. Anmeldung bei Ursula Klemm, Tel. 02162/17106, Email: ursula.klemm@gmx.de. Der Zugang zum „Viersener Salon“ ist inzwischen barrierefrei.

Viersener Salon, Villa Marx, Gerberstraße 20, 41748 Viersen (paz)