Heimische Gewächse und bekannte Größen der jecken Welt luden ein zum Tanz beim närrischen Dämmerschoppen

Zum mittlerweile dritten närrischen Dämmerschoppen hatte der Festausschuss Viersener Karneval in die Festhalle eingeladen. Mit der diesjährigen Veranstaltung greift damit das „Niederrheinische Veranstaltungsgesetz“, welches aus dem mitreißenden Abend eine Tradition machte.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen – Während sich Senatspräsident Frank Schiffers teilen musste, schließlich spielte am Samstagabend Borussia Mönchengladbach erfolgreich gegen Fortuna Düsseldorf, hatten es die zahlreichen Karnevalisten einfacher, die in der Festhalle den bereits dritten närrischen Dämmerschoppen mit dem Festausschuss Viersener Karneval ausgelassen feierten. Für die Gesellschaft kein Problem, denn auf der Bühne wurde sich gekonnt bei der Moderation abgewechselt bei den tempogeladenen Auftritten heimischer Gewächse und bekannter Größen aus den Hochburgen der jecken Zeit.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

In der altehrwürdigen Festhalle waren zunächst jedoch die Kleinen ganz groß und nach dem Einmarsch gebührte den „Zwei Fründen us de Bütt“, Prinz Luca I. und seiner Lieblichkeit Sophie I., der erste Auftritt eines Abends, der erst nach Mitternacht sein Ende finden sollte. Von den kleinen Tollitäten ging es zu den großen Majestäten und dem Schönsten, was die Narrenherrlichkeit Viersen in dieser Session zu bieten hat. Ihr Strahlen hat in den vergangenen Wochen und Monaten die Herzen der närrischen Brauchtumsfans im Sturm erobert und so war spätestens, als Prinzessin Fabienne I. zur Seite schritt und Prinz Rudi I. seine Schritte grazil mit der Prinzengarde über die Bühne lenkte, der Beifall gesichert.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die kommenden dreißig Minuten gehörten der Krefelder Band „Oedingsche Jonges“. Mit kölschen Klassikern, zu denen der Saal nicht nur tanzen konnte, sondern die zudem im Chor mitgeschmettert wurden, lockerten sie die Muskeln des Publikums, denn die sich anschließenden Auftritte des KV De Üüle, der Tanzgarde Alt-Viersen und der Tanzgarde der Blau-Wette Jonges wurden mit stetigem Beifall belohnt.

Zu den Höhepunkten des Abends gehörte ebenfalls die Schlagermafia, die seit 2005 als erste Schlager-Boygroup der Welt tourt. Die beiden eigentlich klassisch ausgebildeten Musiker, Joost Montännar und Torben Sälliwenn, hatten mal den Traum als Party Act möglichst viele Menschen unterschiedlichsten Alters gleichzeitig zum Feiern zu bringen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Nicht nur in Viersen waren sie Partygarant, an den sich der Showtanz der Tanzgarde Süchteln anschloss. Die moderne Romeo und Julia-Fassung mit der Männerstadt Viersen und der Frauenstadt Süchteln wurde inklusive berühmter Balkonszene dargebracht, die in die Vierstadt Viersen mit vier Mispeln auf dem Wappen sowie dem Tanz von Sina Otten, dem Mariechen der Prinzengarde Süchteln, mündete.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Noch im Jubel des Publikums standen bereits die Vierscher Mispelblüten bereit. In türkis-schwarzen, orientalischen Kostümen präsentierte die weibliche Truppe einen Mix aus närrischen Hits und Showtanz, begleitet von dem rhythmischen Beifall aus dem Festhallensaal und natürlich gewohnt unter den strengen, aber freudigen Augen ihrer Trainerin Silke Dückers. Zeit genug, damit sich auch das Kölner Musikcorps Blau-Weiß Alt Lunke 1956 e.V. auf seinen Auftritt vorbereiten konnte.

Weit über die Grenzen von Köln hinaus ist das Musikcorps bereits bekannt, welches seit vielen Jahren am Kölner Rosenmontagszug teilnimmt. Die rund dreißig Musiker sind aber nicht nur im Karneval aktiv, sondern präsentieren über das Jahr hinweg auch moderne Arrangements auf ganz unterschiedlichen Veranstaltungen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Von der närrischen Hochburg Köln ging es zurück zur Jeckenstadt Viersen und weiteren Darbietungen, die zur großen Freude der Gäste aus heimischen Vereinen stammen. Wie vielfältig dabei Karneval sein kann zeigte sich, als zunächst die Funkengarde der Karnevalsgesellschaft Hoseria 1950 e.V. mit klassischen Schritten sowie Hebefiguren verzauberte, und passend dazu die Roahser Wibbels im Anschluss eine Zeitreise im DeLorean tänzerisch zurück in die Zukunft darboten. Dabei besuchten sie den Wilden Westen ebenso wie die 50er Jahre und sogar den Weltraum,

Unter die Special Guests reihte sich kurz vor Abschluss die holländische Joekskapelle Soekkerpak ein, die, durchbrochen von einem weiteren Auftritt der Prinzengarde mit ihrer berühmten Zugabe sowie der Verabschiedung der bestgelaunten Gäste, bei musikalischen Klängen die bereits vorangeschrittene Nacht willkommen hieß. (ea)

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Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming