Hintzen in Korschenbroich meldet Insolvenz an

Das bekannte Korschenbroicher Traditionsunternehmen bei Schützen und Karnevalisten wurde von der Corona-Krise schwer getroffen. Das betrifft zunächst vor allem die Produktion. Der Uniform- und Kostümhandel soll jedoch zu gegebener Zeit wieder öffnen.

Mönchengladbach/Korschenbroich – Das Traditionsunternehmen Hintzen aus Korschenbroich ist insolvent. Das teilte der Geschäftsführer Thomas Hintzen am Dienstag mit. Er kündigte an, beim Amtsgericht Neuss einen Insolvenzantrag zu stellen.

„Der Hintergrund lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: Corona“, sagte Hintzen. Das vergangene Jahr sei eines der besten der Betriebsgeschichte gewesen. Als vor rund zwei Wochen jedoch weitreichende Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus beschlossen wurden, sei Hintzen dennoch klar gewesen, „dass es uns in der bisherigen Form nicht mehr geben wird“. Für den kleinen Betrieb mit knapp 30 Mitarbeitern wird es sehr eng, betonte Hintzen. 14 Tage lang habe das Unternehmen alle Alternativen geprüft, jedoch keine gefunden. „Mit 63 Jahren wollte ich auch keine Schulden mehr aufnehmen.“

Info: Das Familienunternehmen wurde 1884 von Schneidermeister Philipp Jacob Hintzen gegründet und widmet sich seitdem in mehreren Generationen dem Kostümhandel.

Diese Husaren-Uniform ist aus dem Hause Hintzen

Zukunft: Der Insolvenzantrag betrifft in erster Linie die Kostüm- und Uniformproduktion, die wohl nicht fortgesetzt wird. Verkauf und Verleih sollen zu gegebener Zeit wieder öffnen.

Die Insolvenz soll jedoch nicht das Ende für Hintzens Kostümhandel sein. „Wir werden in kleinerer Form weiter dabei sein“, kündigte Hintzen an. Der Verleih und der Handel seien anders als die Produktion von der Insolvenz nicht direkt betroffen. „Dann, wenn es Sinn macht, werden wir wieder öffnen“, sagte Hintzen. Telefonisch sei das Unternehmen jedoch wie gehabt erreichbar.

Die knapp 30 Mitarbeiter der Firma haben jetzt erst einmal drei Monate Anspruch auf Insolvenzgeld. Danach müssen sie sehen, wie es weitergeht. Für Hintzen bedeute das Aus noch nicht die verfrühte Rente, wie er betonte.