Historische Fenster in Dülken machen die Geschichte sichtbar

Den ganzen Sommer über bietet die Aktion „Historisches Fenster“ die Möglichkeit bei einem Spaziergang einen Blick auf die Dülkener Geschichte zu werfen. Initiiert von Karl Giesen, René Quarda und Andrea Vogt lernen die Besucher, neben historischen Fotografien, interessante Details über besondere, meist längst vergessene Ereignisse der Stadt mit dem Stripke kennen.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen-Dülken – Wer in Dülken ein historisches Foto sucht, der ist bei Karl Giesen immer an der richtigen Adresse. Sein Archiv ist umfangreich und umfasst neben Fotografien auch Postkarten oder Zeitungen längst vergessener Zeiten. Immer wieder publiziert er auf Facebook Ausschnitte seiner riesigen Sammlung, die stetig für Aufmerksamkeit sorgen. So entstand mit der Zeit in der Gruppe „Du bist Dülkener, wenn …“, die von Administrator René Quarda betreut wird, der vielfache Wunsch nach einer öffentlichen Präsentation. Das haben nun drei engagierte Dülkener zusammen mit Andreas Goßen vom DülkenBüro in die Tat umgesetzt.

Karl Giesen, René Quarda und Andrea Vogt haben eine Auswahl Dülkener Fotografien zusammengetragen und werden sie unter dem Namen „Historisches Fenster“ in zahlreichen Schaufenstern der Dülkener Altstadt präsentieren. Vorgestellt wurde die ungewöhnliche Ausstellung in der Volksbank Viersen, die das Sponsoring übernommen hat. Volksbank Vorsitzender Jürgen Cleven zeigte sich begeistert von dem Herzblut für Dülken, welches in der Planung und Ausführung sichtbar wurde.

Von links: Jürgen Cleven (Volksbank Viersen), René Quarda (Admin Dülkener Facebook-Gruppe), Andrea Vogt (Künstlerin/Galeristin – Konzept 48/11), Karl Giesen (Sammler historischer Fotos) und Andreas Goßen (DülkenBüro). Foto: Rheinischer Spiegel

„Der Kern meiner Sammlung stammt aus dem Dülkener Stadtarchiv, das bei der kommunalen Neuordnung unter den Bediensteten einfach aufgeteilt wurde, weil man das nicht nach Viersen geben wollte“, so Sammler Karl Giesen (58). Hiervon erhielt der bekannte Dülkener Landwirt einen großen Teil und sammelte über die Jahre hinweg weiter Bilder, hinzu kamen Postkarten, Negativplatten und sogar nicht wenige Stücke des Dülkener Zeitungsarchivs. „Vor Weihnachten entstand die Idee eine Ausstellung zu konzipieren. Zum Beginn des Jahres haben wir uns zusammengesetzt und haben Fotos sortiert. Es sind viele interessante Bilder und Informationen dabei, die nicht jedem geläufig sind.“

Die Ausstellung „Historisches Fenster“ läuft vom 7. Juli 2020 bis 30. Oktober 2020. Start- und Endpunkt ist das DülkenBüro an der Lange Straße, ein Einstieg ist allerdings an jeder Station möglich.
Zudem öffnet die Galerie Konzept 48/11 an der Lange Straße am 11.07., 15.08. sowie 19.09.2020 jeweils von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten kann ein Besuch im DülkenBüro erfragt werden (Telefon: 02162 102 674 9)

Konzipiert wurde die Ausstellung als Rundgang durch Dülken und führt durch die verträumten Gassen der Stadt. 38 Geschäfte machen mit, wobei die Besucher nicht in die Räume müssen, die Fotos hängen in den Schaufenstern und geben einen Blick auf das historische und aktuelle Dülken an genau diesem Ort frei – hinzu kommt die eine oder andere Anekdote. „Von Jung bis Alt ist in unserer Gruppe alles dabei“, sagt René Quarda.

„Die Fotos erfuhren eine große Resonanz und ich habe mit vielen Dülkenern gesprochen, die zwar Fotos von ihren eigenen Häusern hatten, aber eben nicht von ganz Dülken oder vom Dülkener Stadtkern. Und dann habe ich als Idee angestoßen, wir können doch einmal durch die Geschäfte gehen – weil es ja angeblich keine Geschäfte mehr gibt und bis auf zwei der 38 teilnehmenden Geschäfte sind alle aktiv. Es gibt noch viel in Dülken, es gibt noch viele aktive Geschäfte.“ Einfach planlos Bilder aufhängen hätte allerdings auch keinen Sinn gehabt und so entstand bei den Initiatoren die Idee einen Rundgang zu planen, der alle Altersstufen, Familien, Paare oder Schulklassen anspricht.

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Ergänzt wird der Rundgang durch eine Ausstellung in der Galerie Konzept 48/11, Andrea Vogt freut sich sehr, dass die kleine Galerie mit einbezogen werden konnte. „Wir haben toll zusammengearbeitet und haben sehr schnell schöne Ideen entwickelt. Es hat Spaß gemacht“, ergänzt Andrea Vogt. „Historische Karnevals-Plakate und Fotos, die nicht ganz zur Ausstellung an den Orten passten, die werden im Konzept auf der Lange Straße ausgestellt. Dazu haben wir eine Collage zusammengestellt mit allen Bildern, die zusammen das Dülkener Wappen ergeben. 2.222 Dülkener Bilder sind es. Die Auswahl, mit der wir letztendlich zu kämpfen hatten und das Bild wird im Schaufenster ausgestellt werden.“
Los geht die Ausstellung am 7.7.2020 – passend für Dülken ein Schnapszahldatum und wird bis 30.10.2020 zu sehen sein.

Der Start- und Endpunkt des Rundgangs ist das DülkenBüro an der Lange Straße, wobei an jeder Station ein Einstieg möglich ist. Die Bilder umfassen einen Zeitraum von 1891 bis in die 1960er Jahre hinein und sind zu jeder Tageszeit zu besichtigen. „Ein bisschen habe ich die Hoffnung, dass die Neudülkener, die in den Neubaugebieten wohnen, hierdurch auch einmal in die Stadt kommen statt immer nur zu ihrem Arbeitsplatz zu reisen und dadurch Dülken besser kennenlernen“, ergänzt René Quarda. „Und die eine oder andere Sache auch direkt in Dülken einkaufen. Das ist der Win-Win-Effekt, den wir uns erhoffen.“

Die Ausstellung in der Galerie Konzept 48/11 bietet nicht nur im Schaufenster einen historischen Einblick, sie wird zudem am 11.07., 15.08. sowie 12.09.2020 jeweils von 10:00 Uhr – 14:00 Uhr geöffnet haben und großformatige Fotografien präsentieren. Wer außerhalb dieser Zeiten die Räume besuchen möchte, dem steht das DülkenBüro hilfreich zur Verfügung. Der Rundgang führt über die Lange Straße, die Blauensteinstraße, die Marktstraße, den Alten Markt, die Kreuzherrenstraße, den Hühnermarkt, die Moselstraße, die Schöffengasse und den Eligiusplatz zurück zur Lange Straße. (ea)

Konzipiert wurde die Ausstellung als Rundgang durch Dülken und führt durch die verträumten Gassen der Stadt. Foto: DülkenBüro

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