Hochkreuz im Süchtelner Stadtgarten wird restauriert

Im Süchtelner Stadtgarten wird das Hochkreuz des ehemaligen Friedhofs „An Hagelkreuz“ abgebaut. Die Arbeiten beginnen am heutigen Mittwoch, 21. November 2018. Die Restaurierung wurde durch Sponsoren möglich gemacht. 

Viersen-Süchteln – Um das Kreuz bearbeiten zu können, werden alle Teile auseinander gebaut. Die beweglichen Teile kommen in die Werkstatt eines Steinrestaurators. Der Standort des Kreuzes wird mit einem Bauzaun gesichert. Im weiteren Verlauf der Arbeiten wird am Standort ein neues Fundament gegossen. Parallel werden die Kreuzblöcke in der Werkstatt restauriert. Im Frühjahr 2019 beginnt der Wiederaufbau. Die Restaurierung des Kreuzes erfolgt in städtischer Regie. Möglich wird die Aufarbeitung durch die Unterstützung der Sparkassenstiftung und des Süchtelner Heimat- und Verschönerungsvereins.

Foto: Rheinischer Spiegel

„Die Fläche des Friedhofs stellt sich als Dreieck dar, das durch die historische Wegegabelung der Verbindungen von Süchteln nach Vorst (heute Johannisstraße) und nach Grefrath (heute Hoch- und Grefrather Straße) sowie der Querverbindung Vockelsteger Weg (heute Ricarda-Huch-Straße) entstand. Die Fläche war bei Anlage des Friedhofs bereits vorhanden und bis auf eine Wegekapelle oder Wegekreuz unbebaut. Sie ist in ihren historischen Umriss bis heute unverändert erhalten und als Dreiecksfläche wahrnehmbar. Das Hochkreuz erhebt sich auf einem hohen, nach oben verjüngenden dreistufigen Natursteinsockel. Die umlaufenden Steinstufen bilden ein quadratisches Podest. Der Unterbau aus Blaustein besteht aus einer massiven Grundplatte, einem massiven Mittelteil und zwei profilierten Platten als Abdeckung. Die Flächen im Mittelblock sind zurückgesetzt und tragen auf ihrer Vorder- und Rückseite umfangreiche Inschriften, als Chronogramme verfasst. So ergeben die Zahlensymbole die Jahreszahl 1838 und beziehen sich vermutlich auf das Aufstellungsjahr des Kreuzes.

Vorderseite: QVaLIs sIt pII (O Schaut!)
eXltVs VIDete (Welch frommes Sterben!)
LIberat In CrVCe (Er hängt am Kreuz)
penDenDo (und macht uns frei!)

Rückseite: Ossa hVIC rVrI (Die Gebeine, diesem)
CreDIta tIneae (Acker anvertraut,)
qVoqVes sVnt (sind Würmerfraß)
aeternItatIs (und Samen der Ewigkeit.)

Zudem gibt es noch eine Inschrift auf der Grundplatte des Sockels, die auf die erste Verstorbene Bezug nimmt, die auf dem Friedhof bestattet wurde: Anna Elisabeth Pescher, Witwe Küllertz und Schündelen, gest. den 31. August 1837, war die Erste, welchem auf diesem, den 27. August eingeweihten Gottesacker, den 4. September begraben wurde.

Der Übergang des Sockels zum Kreuz bildet eine verjüngende Abdeckung mit Kanies­profil. Darüber befindet sich das Kreuz, das aus Kreuzstamm, Querbalken und Stumpf besteht. Es ist aus Anröchter Dolomit gefertigt und weist eine scharierte Oberfläche aus. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erneuert. Die bronzene Christusfigur am Kreuz zeigt den seit der Gotik gebräuchlichen Dreinageltypus, bei dem die Beine übereinandergeschlagen werden und beide Füße von nur einem Nagel durchbohrt sind. Die Figur ist lediglich mit einem Lendentuch bekleidet, das durch einen großen Knoten an der Seite gebunden wird. Christus weist einen vom Leiden gezeichneten Körper auf. Sein Kopf, der eine Dornenkrone trägt, ist zum Boden gerichtet. Seine Augen sind geschlossen. Vor dem Kreuz befindet sich die Grabstätte des Kaplans Bernhard Geuer, dessen Gruft mit einer großen Grabplatte aus Muschelkalk abgedeckt wird. Sie trägt die Inschrift:

Hier ruht
der hochw. Herr Bernhard
Geuer
geb. Flerzheim
am 12.Juli 1841
Kaplan zu Süchteln
seit d. 7. September 1867
gest. am 23. Dezember 1886
Er ruhe in Frieden.

Unterhalb der Inschrift ist noch der Abdruck eines marmornen Kelchs erkennbar.“ (Quelle: Stadt Viersen)