Hochsprung: Von Viersen aus zur Weltmeisterschaft nach London

Mitfiebern beim 23. Internationalen Hochsprung-Meeting in Viersen – anders ging es auch gar nicht, denn bei erreichten Höhen von 2,28 Metern wurde jeder Zuschauer vor Begeisterung mitgerissen.

Viersen – In drei Wochen starten in London die Weltmeisterschaften und so waren Athleten aus fünf Kontinenten nach Viersen gekommen um ihre Form zu überprüfen.

Doch bevor am Mittag die Männer begeisterten, durften zunächst die Frauen und Juniorinnen U23 ihr Können zeigen, übrigens eine Premiere auf der neuen Anlage. Beim Nachwuchs-Cup sprang sich Viktoria Gottlieb (Deutschland) beim dritten Versuch mit eine Höhe von 1,79 m zum Sieg, knapp vor der belgischen Meisterin Hannelore Desmet, die eine Höhe von 1,77 m erreichte, Nikki May-Woudstra (Niederlande) mit 1,75 m und Nina Borger (Niederlande) mit 1,69 m. Nun mag Hochsprung keine Sportart sein, die die Massen mobilisiert, trotzdem war zum Beginn des Hochsprungs der Männer kein Platz mehr frei. Es zeigt sich also, auch ohne volle Stadien, Hochsprung ist ein Sport der begeistert. Das Wetter ideal, hatten zahlreiche Zuschauer den Weg zur Anlage an der Löh gefunden, auf der das Hochsprung-Meeting bereits seit 1995 stattfindet. Hier wurden schon Landesrekorde gesprungen, Olympiasieger sowie Weltmeister waren zu Gast. Bei einigen Hochspringern steht die in Viersen übersprungene Höhe noch als persönliche Bestleistung in deren Vita.

„Alle wollen 9,8 Sekunden über 100 m sehen, stehen dafür mitten in der Nacht auf“, so Elmar Orta, 1. Vorsitzender LG 47 Viersen in seiner Eröffnungsrede. „Aber der Hochsprung wird nur am Rande gezeigt. Dabei ist er von der Athletik und der Eleganz eine der schönsten Sportarten, die es in der Leichtathletik oder im Sport insgesamt gibt.“ Meeting Direktor Detlef Vieth hatte im Vorfeld ein international besetztes Starterfeld versprochen und die Springer kamen gerne. Mit seinem Engagement und seiner Leidenschaft ist er gemeinsam mit vielen Helfern das Herzstück dieser Veranstaltung, welche sich, international anerkannt, in Viersen zu einem Familienfest gemausert hat.

Das Springerfeld mit seinen dreizehn Teilnehmern aus fünf Kontinenten wurde aufgefüllt durch junge Nachwuchsathleten, deren Leistungen von den Zuschauern mit viel Beifall begleitet wurden. Der Platzrekord wurde in diesem Jahr allerdings nicht erneut geknackt. EM-Bronzemedaillen-Gewinner Eike Onnen, der im letzten Jahr mit 2,30 m einen neuen Rekord ersprang, schied bereits bei 2,10 m aus.

Die Höhe von 2,28 m ersprang in diesem Jahr der 26-jährige Mexikaner Edgar Rivera beim dritten Versuch, der zurzeit im IAAF TrainingsCenter in Köln unter Wolfgang Ritzdorf trainiert. In der Hallensaison 2017 meisterte er sogar die 2,30 m und hat sich damit die Teilnahme an der WM 2017 in London gesichert. Als Zweitplatzierter durfte sich Jamal Wilson (Bahamas) über 2,25 m freuen, den 3. Platz belegte Luis Castro (Puerto Rico), ebenfalls mit 2,25 m und knapp vor Ricky Robertson (USA) der sich in die 2,25 m-Riege einreihte. nachwuchsathlet Torsten Sanders vom TSV Bayer 04 Leverkusen schied zwar bereits bei 2,05 m aus, seine Sprungtechnik jedoch lässt erahnen, dass die Hochsprung-Szene noch viel von ihm hören wird. (pl)

Foto: Martin Häming

2,28 m – Rivera, Edgar (Mexiko)
2,25 m –  Wilson, Jamal (Bahamas)
2,25 m – Castro, Luis (Puerto Rico)
2,25 m – Robertson, Ricky (USA)
2,19 m – Sing Randhawa, Nauraj (Malaysia)
2,15 m – Bubenik, Matus (Slowakei)
2,15 m – Kgosiemag, Kabelo (Botswana)
2,15 m – Amels, Douwe (Niederlande)
2,15 m – Starc, Brandon (Austalien)
2,10 m – Onnen, Eike (Deutschland)
2,10 m – Smith, Allan (Großbritannien)
2,05 m – Sanders, Torsten (Deutschland)
2,00 m – Cagliesi, Remo (Deutschland)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming