Morddrohungen per WhatsApp – Horrornachricht „Nico“ verbreitet Angst auf Viersener Handys

Die WhatsApp-Nachricht ist nicht neu und doch verbreitet sich die Falschmeldung von Nico seit rund sieben Jahren noch immer, sorgt für Angst und Verwirrung, beschäftigte das Landeskriminalamt und ist nicht erst seit diesem Sommer auch in Viersen Gesprächsthema.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen/Region – Die einen machen sich einen Spaß daraus und leiten die „Nico“-Nachricht weiter, gerade bei Jüngeren sorgt sie allerdings für Verwirrung und Angst. So kommt es immer wieder zu angsterfüllten Tränen, denn die Horrornachricht, die per WhatsApp verschickt wird, hat bereits in der Vergangenheit auch im Kreis Viersen Unruhe gestiftet. Nun ist er wieder da, weshalb sich einige Kinder ihren Eltern anvertraut haben.

„Hi, ich bin Nico, bin neun Jahre und habe keine Hände mehr und mein Gesicht ist voller Narben und Blut. Wenn du diese Nachricht nicht an 20 Leute verschickst, komme ich um null Uhr zu dir.“
Die Stimme klingt wie eine frühe Version von „Siri“. Weder bedrohlich, noch nett – sie hallt ein wenig, lässt kein Gefühl erkennen. Die Nachricht, eine Falschmeldung (Hoax), verbreitete sich bereits 2013 landesweit, jetzt ist sie wieder da.

So sehr der gesunde Menschenverstand hier greifen müsste, Psychologe Dr. Teo Hallwag rät diese Kettenbriefe nicht einfach zu ignorieren, denn die Empfänger zwischen der 3. und 7. Klasse, die von der gruseligen Falschmeldung betroffen sind, wischen diese Meldung nicht alle „mal eben so“ vom Tisch. „Es ist wichtig über die Nachricht und eventuelle Ängste zu sprechen. Aufklärung kann einigen unruhigen Nächten vorbeugen und dabei sogar einen Einstieg in ein allgemeines Gespräch über das Erkennen von Falschmeldungen möglich machen. Nur wenn zweifelhafte Nachrichten hinterfragt werden, kann das Netz gemeinsam wieder zu mehr Wahrheit finden. Unabdingbar wenn wir unsere Kinder schützen wollen und zudem um gerade im Netz Hetze, Hass und Angst entgegen zu wirken.“

Stärkung der Medienkompetenz ist heute wichtiger denn je, da ist sich der Psychologe sicher, der in Schulen versucht aufzuklären – nicht nur die Schüler, sondern ebenfalls Lehrer und Eltern. Aufklärung, mit der auch hiesige Schulen den Hoax in der Vergangenheit ausmerzen wollten.
Denn ist „Nico“ bereits als Falschmeldung aufgedeckt worden und der „Kopf eingeschaltet“, der eine Löschung der Nachricht statt einer Weiterleitung empfiehlt – nur so kann Nico nach mehr als sieben Jahren endlich in das Archiv verschoben werden. (nb)