Hoseria: Ein goldenes Vierscher Herz für Frank Schippers

Für die diesjährige Verleihung des „goldenen Vierscher Herzens“ hatte sich die Karnevalsgesellschaft Hoseria 1950 e. V. einiges einfallen lassen, die in diesem Jahr in den Märchenwald entführte und einen Vollblutkarnevalisten ehrte. 
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Viersen – Märchenhaft lässt sich der Abend in einem Wort zusammenfassen, den die Karnevalsgesellschaft Hoseria für ihre Gäste aus nah und fern zusammengestellt hatte und der nicht nur mit der Verleihung des „goldenen Vierscher Herzens“ an einen 100%igen Karnevalisten überzeugte. Doch bevor die Ehrung für Jubel sorgte musste der Abend zunächst beginnen, ein Programmpunkt der traditionell den Gesellschaften selbst vorbehalten ist.

Auch die KG Hoseria nutzte den Auftakt des Abends mit den aktuellen Tänzen ihrer Garden, die die Richtung des Abends vorgaben: Gemeinsam das närrische Brauchtum zu feiern. Gemeinsam, ein weiteres passendes Wort für den Abend, denn für die gemeinsame aktive und engagierte Arbeit in den letzten 25 Jahren erhielt Peter Schaath die hauseigene Ehrenplakette der Gesellschaft, die mit Beifall begleitet wurde.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

An diese schloss sich das Programm mit dem Auftritt des Viersener Prinzenpaares samt Prinzengarde an, der in ein Thekentratschgespräch von „Die Becker & Frau Sierp“ mündete. Zwischen einer Lehrerin mit Kinderphobie und einer erfolglosen Hartz IV-Alleinstehenden entbrannte ein Gespräch, wie das Leben es schreibt. Von einer Horrormutter, wie man durchs Leben hartzt ohne kleben zu bleiben oder ein Leben im Konjunktiv – bedauerlich, dass die Unruhe im Saal wuchs und es den beiden schwer fiel gegen diese anzukommen.

Ein Publikum, welches allerdings mit Musik wieder auf den Punkt da war, wie sich mit den Strassenräubern aus Mönchengladbach zeigte und auch die Damen der Fauth Dance Company bewiesen unter Jubel erneut, wie hoch Vierscher Mädche ihre Beine werfen können. Sie gaben die Bühne ab für die Kölsch Adler, die in Viersen bereits mehrfach auf den Bühnen standen. Ein kölsches Jeföhl, zumindest nachdem der Schlagzeuger der Band aus dem stockenden Aufzug des Evangelischen Gemeindehauses befreit werden konnte. Verstärkt mit einer Bläser-Sektion und moderner Besetzung ideal für das Publikum, welches nicht auf den Stühlen sitzen blieb, während die Stimmung kochte und den Countdown zur Ehrung des Abends einläutete.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Rund 20 E-Prinzen und 12 Herzträger waren versammelt, schließlich war der neue Herzträger kein Unbekannter. Laudator Wolfgang Genenger hatte sich für den neuen Träger des Herzens, Frank Schippers, eine besondere Rede einfallen lassen und sich mehrfache Hilfe zur Seite genommen. Gemeinsam mit Mitgliedern verschiedener Vereine einstand fast wie bei einem Theaterstück das Leben des neuen Herzensträgers auf der Bühne mit Herzen aus Pappe, die sich „Schippi“, als Vollblutkarnevalist mit seinen 28 Jahren karnevalistischer Erfahrung zunächst verdienen musste.

„Die KG Hoseria hat stets eine gute Wahl getroffen neue „Herzträger“ auszuzeichnen“, so der diesjährige Träger. „Ich empfinde es als sehr schön, insbesondere Karnevalisten aus Viersen zu ehren, die sich um das närrische Brauchtum in den Viersener Stadtteilen verdient gemacht haben. Ob in der Heimatgesellschaft, in übergeordneter Funktion, in 2. Reihe oder abseits vom Rampenlicht … Bruno, Juppi, Angelika, Marco, Frank, Wolfgang, um nur ein paar von vielen zu nennen. Ich freue mich als Herzträger an ihrer Seite zu sein.“ Nach zwei Schlägen mit dem Schwert und eine Urkunde später war der Festakt vollzogen, der mit Standing Ovations und Auftritten dem neuen Herzträger zu Ehren gefeiert wurde.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Von der Tanzdarbietung der Mariechen der Hoseria, über eine besondere Überraschung mit dem FKV Männerballett bis hin zu dem Fauth Dance Company Gentleman Ensemble, welches den Abend mit einer tänzerischen Darbietung schloss, die an Hochleistungssport um Mitternacht erinnerte, brannte die Stimmung bis zur letzten Minute. Die letzten Worte an die zahlreichen Gäste gehörten Sitzungspräsident Peter Hillekes, sie alle blieben gerne noch ein Weilchen blieben um mit dem neuen Herzträger auf die große Ehre anzustoßen. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming