HPZ unterstützt Kampagne „Mehr als ein Job“

Das Heilpädagogische Zentrum Krefeld – Kreis Viersen (HPZ) nimmt an einer Informationskampagne über die Leistungen der Werkstätten für behinderte Menschen teil.

Kreis Viersen/Region – Die deutschlandweite Aktion unter dem Motto „Mehr als ein Job“ wird getragen von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten (BAG). „Wir möchten zeigen, dass wir den Menschen mit Behinderung einen sicheren, individuell auf sie zugeschnittenen Arbeitsplatz bieten und darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Integration unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten“, erklärt HPZ-Geschäftsführer Dr. Michael Weber, der zugleich Vorstandsmitglied der BAG ist.

Die Kampagne läuft auf verschiedenen Social Media Kanälen und über die zentrale Informationsseite im Internet „www.werkstatt-ist-mehr.de“. Verschiedene Motive zeigen Beschäftigte in den Werkstätten, die mit ihren Statements auf den Punkt bringen, was ihnen ihre Arbeit bedeutet und welche Leistungen ihrer Werkstatt sie besonders schätzen. Mit dabei sind auch Beschäftigte des HPZ. Sie wurden an ihren Arbeitsplätzen am Standort Krefeld fotografiert. Mit ihren Aussagen zeigen sie, warum ihre Tätigkeit für sie persönlich mehr ist als ein Job und untermauern den Anspruch der Werkstätten, dass Menschen mit Behinderungen lernen, gefordert und gefördert werden.

Einrichtungen wie das HPZ bieten über den Arbeitsplatz hinaus pädagogische, therapeutische und pflegerische Unterstützung. Menschen mit Behinderungen erhalten berufliche Bildung, können sich vielfältig ausprobieren und soziale Kontakte pflegen. „Trotz aller Bemühungen um die Vermittlung in den allgemeinen Arbeitsmarkt, gibt es dort für die meisten Mitarbeiter kein gleichwertiges Angebot. Der erste Arbeitsmarkt ist leider nicht in der Lage alle Menschen mit Behinderungen aufzunehmen und ihnen eine angemessene Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen“, sagt Dr. Weber. Aus diesem Grund seien die Werkstätten unverzichtbar.

Die Initiatoren der Kampagne haben an zentraler Stelle Reformbedarf festgestellt. Beim Arbeitsentgelt der Werkstattbeschäftigten setzen sie sich für eine nachhaltige Neuregelung ein. Zwar hätten die Mit-arbeiterinnen und Mitarbeiter über Grundsicherung und Rente deutlich mehr Geld zur Verfügung als oftmals öffentlich dargestellt, aber die Abhängigkeit von Sozialleistungen sei keine gute Basis. Ziel sei es, ein auskömmliches und transparentes Entlohnungssystem zu schaffen. Dabei müsse gewissenhaft und umsichtig vorgegangen werden. „Die Beschäftigten dürfen zum Beispiel durch Einführung des Mindestlohns insgesamt nicht schlechter gestellt werden“, fordert der HPZ-Chef.

Die Kampagne dient auch dazu, auf den bundesweiten Aktionstag „Schichtwechsel“ hinzuweisen. Am 16. September können Menschen mit und ohne Behinderungen ihre Arbeitsplätze tauschen. An diesem Perspektivwechsel nimmt auch das HPZ wieder teil. (opm/paz)