Hunderte Lichter ehrten auf dem Viersener Friedhof die Weltkriegstoten

Bereits zum zweiten Mal erleuchteten zu Allerheiligen auf dem Viersener Ehrenfriedhof über vierhundert Grablichter die Gedenksteine. Die Idee war aus den Führungen des Heimatvereins Viersen entstanden – umgesetzt hatte sie erneut die Reitschule Karin Metzer.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Zwei Mal im Jahr lädt der Verein für Heimatpflege Viersen zu einer Führung über den Viersener Hauptfriedhof ein. Willi Korn weiß dabei viel zu berichten und so wird ebenfalls die Kriegsgräberstätte besucht, auf welcher 452 Opfer des Krieges 1870/71 sowie des 1. und 2. Weltkriegs beerdigt wurden. Längst sich einige der Grabsteine nicht mehr lesbar und wo früher an Allerheiligen Lichter in Gedenken an die Verstorbenen brannten, ist mit der Zeit Dunkelheit eingekehrt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Viele der Verwandten sind verstorben, längst wusste nicht jeder wo Familienangehörige beerdigt worden waren. Im vergangenen Jahr bot sich eine Teilnehmerin an diesen Zustand zu ändern und so entstand die Aktion der Reitschule Karin Metzer mit Kindern und Jugendlichen an Allerheilligen auf dem Ehrenfriedhof wieder ein Lichtermeer erstrahlen zu lassen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Damit soll deutlich gemacht werden, dass das Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege nicht erloschen ist. „Wir vom Heimatverein und auch die Friedhofsverwaltung freuen uns sehr über diese Initiative“, so Korn. Über vierhundert Grablichter erhellten so bereits zum 2. Mal die Kriegsgräberstätte, erinnerten an die Vergangenheit und ehrten zum stillen Feiertag hin die von dieser Welt gegangenen Seelen. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

2 Kommentare

  1. Hierzu dürfte ein Wort des irischen Schriftstellers, Philosophen und Politikers Edmund Burke (1729-1797) angebracht sein.
    „Menschen, die nicht auf ihre Vorfahren zurückblicken,
    werden auch nicht an ihre Nachwelt denken.“

  2. Parallel hierzu stellte das gemeinsame Projekt von Kreis VHS, Förderung der Erinnerungskultur e.V. Viersen 1933-45, Lebenshilfe und Johannes Kepler Realschule unter dem Namen „Virtuelle Gedenkstätte Viersen“ Kerzen an mehreren Grabfeldern getöteter Zwangsarbeiter und in Viersen ermordeter Kommunisten auf.

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