Hungrige Katzen auf dem Viersener Friedhof

Nachdem die Stadt Viersen vor einigen Wochen die Futterstellen der ehrenamtlichen Tierschützer auf dem Viersener Löhfriedhof eingesammelt hat und Fütterungen mit Hinweis auf Bußgelder verfolgt, berichtet jetzt eine Besucherin von dem Hunger der wildlebenden, ausgesetzten Katzen.

Viersen – Elisabeth G. nimmt jeden zweiten Tag den Weg zum Viersener Löhfriedhof auf sich, um ihren verstorbenen Mann zu besuchen. Sie war es, die sich an Viersener Tier- und Naturschützer wandte um Hilfe zu suchen, berichtet von einer kleinen graugetigerten neuen Katze auf dem Friedhof, hungrig und abgemagert, mindestens eine weitere Katze würde die gleichen Symptome aufweisen – doch den Tierschützern hat die Stadt Viersen die Hände gebunden.

Auf dem Viersener Löhfriedhof ist das Füttern verboten, ebenso das Einfangen von Tieren mit Hilfe von Futterködern. Rund zwölf Jahre lang war dies kein Problem, wurde geduldet. Jeden Tag besuchten Tier- und Naturschützer bei Wind und Wetter ehrenamtlich den Friedhof und fütterten auf ihre Kosten die dort ausgesetzten Hauskatzen. Dann ging die Stadt mit Gift vor einigen Wochen gegen gemeldete Ratten vor, die illegalen Futterstellen wurden abgebaut und an die Tier- und Naturschützer wurde der Hinweis auf eine Ordnungswidrigkeit mit Androhung eines Bußgeldes bei weiteren Fütterungen und Zuwiderhandlung verschickt.

Mit viel Mühe und Kosten wurden die Tierschützer ehrenamtlich aktiv um die dort seit Jahren lebenden Katzen einzufangen, mussten sie aus der gewohnten Umgebung reißen, konnten sie jedoch nur so vor dem sicheren Hungertod bewahren, denn der eigenen Fürsorgepflicht auf städtischem Grund und Boden kam die Verwaltung bis heute nicht nach. Bereits wenige Tage nach dieser Einfangaktion wurden fünf weitere Kitten auf dem Friedhof gefunden, die dem Tierheim überstellt wurden.
Anrufe bei Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) liefen laut Grytzmann-Meister (BUND Viersen) ins Leere. Ein anwaltliches Schreiben mit dem Hinweis auf § 3 Abs. 1 Ziff. 3 des Tierschutzgesetzes mit Bezug auf die Fürsorgepflicht blieb bisher ebenso unbeantwortet, wie die mehrfachen Bitten und öffentlichen Aufrufe der Tier- und Naturschützer gemeinsam auf Augenhöhe eine gemeinsame Lösung mit der Stadt finden zu wollen.

„Das Aussetzen einer Hauskatze auf dem Viersener Friedhof ist fast ein Todesurteil“, so ein Mitglied der Tierschutzgruppe, die nun versuchen werden dem Hinweis der Friedhofsbesucherin nachzugehen. „Der Jagdtrieb der Hauskatzen ist zu gering und spätestens zum Winter hin ist es unmöglich für sie genug Nahrung durch Kleintiere zu finden. Da die Stadt Viersen ihrer Fürsorgepflicht aber immer noch nicht nachkommt, uns nicht mit einbezieht und die Fütterung verbietet, appellieren wir an alle Viersener: Bitte setzen Sie keine Tiere auf dem Friedhof und natürlich auch nirgendwo anders aus. Diese Tiere werden elendig verhungern. Bitte haben Sie ein Herz und geben Sie Tiere im Tierheim ab oder setzen Sie sich mit den hiesigen Tierschutzorganisationen in Verbindung.“ (dt)

Matthias-Neelen Tierheim e.V.
Flothend 34
41334 Nettetal
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