„Ich bin dann mal weg …“ – Ev. Gemeinde Viersen lud zum Open-Air-Gottesdienst

Die anliegenden Parkplatzmöglichkeiten neben der Ev. Kreuzkirche in Viersen wurden an Christi Himmelfahrt zu einem Raum für den Gottesdienst unter freiem Himmel. Die Gläubigen kamen gerne zusammen, während Petrus mit wärmenden Sonnenstrahlen unterstützte.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Die Stühle hatten den richtigen Abstand während der Corona-Auflagen gefunden, das Lächeln konnte unter den Mundmasken nur erahnt werden. Dennoch waren die Gläubigen gerne gekommen und Kantor Daniel Plöhn fand auch mit einem Keyboard die richtigen Klänge, die den Morgen umrahmten.

„Wir freuen uns sehr, dass Sie sich heute Morgen auf den Weg gemacht haben, nicht in die Kirche, aber an die Kirche, und dass wir wieder einmal leibhaftig beieinander sind. Das sollten wir bewusst wahrnehmen“, so Pfarrer Hans Bretschneider, der gemeinsam mit Pfarrerin Kathinka Brunotte durch den Gottesdienst führte. „So manches ist fraglos anders. Ja, wir müssen Abstand halten, wir müssen uns in eine Liste eintragen. Wir können uns nicht die Hände geben, geschweige denn umarmen, wir tragen Masken. Und wir sollen nicht singen, doch wir können nach innen mitsummen und dazu lade ich ein. Doch entscheidend ist, dass man wieder zusammenkommen konnte um gemeinsam den Gottesdienst zu begehen.“

Foto: privat

Der Morgen stand unter dem Zitat „Ich bin dann mal weg …“, welches durch Hape Kerkeling und seine Reise über den Jakobsweg bekannt geworden war. „Ich bin dann mal weg, das hatte für ihn einen großen und tieferen Sinn. Ich bin dann mal weg, sagte Jesus zu seinen Jüngern
Schaut nicht zum Himmel, schaut auf die Erde, macht euch auf den Weg, tretet in meine Fußspuren.
Die Jünger haben das getan, nachdem sie ersten Abschiedsschmerz überwunden und Mut gefasst haben“, die Worte der beiden Geistlichen trug der Wind rund um die Kreuzkirche und gaben ein wenig das Gefühl von Normalität. Normalität in einer so ungewöhnlichen Zeit, denn „ich bin dann mal weg sagte das Fitnessstudio, das Restaurant, der Kindergarten, die Reise, die Geburtstagsfeier.

Kann das sein – ohne Fest, ohne Schule, ohne Gottesdienst? Doch, das gibt es, wir haben es alle in den letzten Wochen gemerkt, manchmal mit Verwunderung, manchmal war es schmerzhaft, manchmal haben wir darüber Neues entdeckt. Andere Formen der Begegnungen – im Internet, von Balkon zu Balkon. Vieles davon hat uns gutgetan, auch wenn wir es am Anfang nicht gedacht haben. Und auch der Gottesdienst im Internet war dennoch ein Gottesdienst.
„Ich bin dann mal weg kann Abschied und Neuanfang sein, aber der Himmel geht dennoch über allen auf.“ (nb)