„Ich find’s lustig“: Sascha Grammel hatte die Puppen im Gepäck

Natürlich durfte Adler-Fasan Frederic Freiherr von Furchensumpf nicht fehlen, wenn Sascha Grammel in Krefeld Halt macht um einen Abend lang eine Zusatzshow zu seinem Soloprogramm „Ich find’s lustig“ zu präsentieren. Eine Fitnessstunde für die Lachmuskeln war garantiert und Comedian Grammel hatte selbstverständlich nicht nur eine Überraschung im Gepäck.

Krefeld – Auch wenn der blonde Spandauer Puppet Comedy-König die fast wie ein Bonbonsüßwarenladen wirkende Bühne ganz alleine einnehmen könnte und die Zuschauer mit jeder Menge Witz zu einem herrlich-unbeschwerten Spaß in das liebgewonnene La-La-Land entführen würde, es würde doch etwas fehlen ohne den kunterbunten Grammel-Zoo. „Ich fand’s lustig“ ist so wieder eine wunderbar alberne, typisch verrückt-grammelige One-Man-Show geworden. Mit dabei auch Frederic-Zwillingsbruder Fridolin, etwas gepflegter als sein magiebegeisterter Bruder und Preisträger im Schöner-Schönreden-Wettbewerb, Schildkröte Josie, die so gerne ein Geldautomat wäre oder mit gewohnt exzentrischer Spaghetti-Frisur Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Hacke.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Vollständig wäre der Abend aber natürlich nicht gewesen ohne die Fisch-Katze „Mietze“ oder dem außerirdischen Herrn Schröder bis hin zu der Sockenpuppe „Außer Rüdiger“. Puppen die Grammel zum Leben erweckt, mit denen er sich skurrile Rededuelle liefert und jeder einzelnen einen ganz eigenen, einzigartigen Charakter einhaucht.
Neben tagespolitischen Themen und intellektuellen Debatten lehrt er seinen Gästen ebenfalls eine zweifelhafte Allgemeinbildung „Der Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Hamburgen ist die Gurke.“ – während bei jedem Wortwechsel die Lacher gewiss sind. Perfekt in Szene gesetzt stimmt er jeden Witz an, verbindet die Nummern mit Running Gags von Frisur über Mundgeruch oder Oachkatzlschwoaf.
Grammel selbst ist auch an diesem Abend gewohnt Sympathieträger, lacht mit, lacht über sich selber, nimmt sich selbst nicht ernst – und ist sich des Applauses gewiss den er nach gut zweieinhalb Stunden von seinem begeisterten Publikum erhält.

Ein Abend voller wunderbar skurriler Geschichten, mit schrägen, durchweg einfach nur zu liebenden Puppen, die in Grammels ganz besondere Welt entführten. Grammel selbst bewies, dass er eigentlich gar nicht erwachsen geworden ist und ließ sein Publikum selbst wieder Kind sein – eben ein typisch grammeliges neues Erfolgsprogramm. (wh)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming