Igel gerettet: Weggeworfene Masken sind eine Gefahr für die Tierwelt

Sie sind zu einem Problem geworden: Achtlos weggeworfene Masken, die eine lebensgefährliche Gefahr für die heimische Tierwelt darstellen. Immer häufiger kommt es zu Vorfällen. Erst am vergangenen Wochenende konnte nur knapp ein Igel in Viersen gerettet werden, der sich in einer Maske verfangen hatte.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Natur/Viersen – Beim Blick aus dem Fenster eröffnete sich am frühen Samstagmorgen der 12-jährigen Michelle ein eigenartiges Bild im Garten, denn eine blaue OP-Maske bewegte sich durch das nasse Gras. Ein Igel hatte sich in der Maske verfangen, die bereits so fest saß, dass sie ein Bein eingeritzt und sich um den Hals des Tieres gelegt hatte. Nur mit Mühe konnte die Familie das Tier von der Maske befreien, welches nun von fachkundigen Tierschützern versorgt wird.

Immer häufiger kommt es zu Vorfällen mit weggeworfenen Masken. Achtlos ins Gebüsch oder auf den Boden geworfen, wächst die Gefahr für die Tiere, welche Verletzungen erleiden oder sich an den Bändern strangulieren.
Gerade bei den dünnen OP-Masken scheint die Versuchung groß zu sein, sie nicht ordnungsgemäß zu entsorgen. Sie verschandeln längst nicht mehr nur die Parkplätze von Lebensmittelketten, kein Spaziergang, auf welchem nicht mindestens eine Maske gesichtet wird.

Der Tod eines Vogels in Kanada hatte in den vergangenen Wochen für Aufsehen in den sozialen Netzwerken geführt. Verfangen in einer Maske hing er tagelang an einem Baum fest und verstarb qualvoll. In Glasgow hatte ein Hund auf einer Gassirunde kurzerhand eine Maske aufgefressen.
Tierschützer empfehlen vor dem Entsorgen die Gummibänder zu zerschneiden und nach Möglichkeit vorhandene Drähte zu entfernen, damit sie nicht zu einer tödlichen Falle für die Tiere werden.

Doch längst sind es nicht mehr nur die Masken, ebenfalls Fotos von Einweghandschuhen in Seen häufen sich stetig. Michelle aus Viersen sammelt deshalb nun mit ihren Freundinnen Masken und Handschuhe ein. Hierzu hat sie selbst immer Handschuhe, Greifer und einen Müllbeutel bei sich, damit zumindest in ihrer Nachbarschaft kein Tier mehr unter dem neuen Müllaufkommen leiden muss. (ea)

Immer häufiger kommt es zu Vorfällen mit weggeworfenen Masken. Achtlos ins Gebüsch oder auf den Boden geworfen, wächst die Gefahr für die Tiere, welche Verletzungen erleiden oder sich an den Bändern strangulieren. Foto: Rheinischer Spiegel