IHK-Umfrage: Digitalisierung und Energie haben jetzt Priorität

Eine aktuelle Blitzumfrage unter den Unternehmen der NRW-Wirtschaft kurz vor der Bundestagswahl gibt ein Stimmungsbild über die drängendsten Handlungsanforderungen für die neue Bundesregierung.

Region – An erster Stelle steht dabei der Wunsch, die Digitalisierung schneller voranzutreiben (62 Prozent), gefolgt von der Anforderung, die Klimapolitik investitionssicher und wettbewerbsfähig zu gestalten (46 Prozent). „Die Corona-Krise hat den Nachholbedarf bei der Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung aber auch in vielen Branchen offengelegt – und gleichzeitig die Potenziale für die Unternehmen aufgezeigt.

Viele Unternehmen haben die Krise als Anstoß genommen, Prozesse zu überarbeiten und digital zu beschleunigen. Den neuen Schwung für die Digitalisierung sollte die neue Bundesregierung nutzen, um die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts NRW und Deutschland zu stärken“, wünscht sich Ralf Stoffels, Präsident von IHK NRW.

Foto: IHK NRW

Nach den Beschlüssen der Europäischen Union zum Green Deal wird immer deutlicher, dass nun die Voraussetzungen für langfristige Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen am Standort geschaffen werden müssen. Die Unternehmen benötigen die Sicherheit, um in ihre Zukunft investieren zu können, und belastbare Verfahren, damit die Investitionen im erforderlichen Zeitrahmen auch umgesetzt werden können.

In der Digitalisierung und der Energiepolitik sehen die Unternehmen nicht nur den drängendsten Handlungsbedarf, sondern Deutschland als Standort auch am schlechtesten aufgestellt. Über die Hälfte der Befragten bewerten die Stromkosten (56 Prozent), die übrigen Energiekosten (51 Prozent) sowie die digitale Infrastruktur (51 Prozent) in Deutschland mit den Noten mangelhaft und ungenügend. Schlechter bewerten die Befragten den Wirtschaftsstandort Deutschland nur hinsichtlich der bürokratischen Anforderungen. Der Bürokratie geben über 70 Prozent der Befragten die Schulnoten fünf bzw. sechs.

„Was den Unternehmen fehlt, sind passende Instrumente, um die laufende digitale und energetische Transformation auch zügig umzusetzen. Die Bundesregierung sollte diese gleich zu Beginn der Legislaturperiode modernisieren und neu entwickeln, um den Umbruch in der Wirtschaft über eine leistungsfähige Verwaltung leistbar zu machen“, so Stoffels weiter.

Stärken des Wirtschaftsstandorts sehen die Unternehmen aus NRW dagegen vor allem bei der beruflichen Bildung, in der Forschung und der Innovation. Im Vorfeld der Bundestagswahl 2021 hat IHK NRW die wichtigsten Handlungsfelder und Handlungsoptionen an die neue Bundesregierung formuliert. Diese finden Sie hier: https://www.ihk-nrw.de/bundestagswahl. (paz)