Wie willst du leben? Dülkener kamen ins Gespräch mit Stadtentwicklerin Leila Rudzki

In dieser Woche zog Studentin und Stadtentwicklerin Leila Rudzki mit ihrem Masterarbeits-Projekt „Raum 121“ vom Technischen Rathaus direkt mehrfach auf die Straße und fragte nach, wie die Dülkener in ihrem Stadtteil leben wollen.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen-Dülken – Radwege, Feste, Streetart, Kneipen, freie Liebe, Skatebahn, Strandbar, autofrei … die Schlagworte, die sich aus bunter Sprühkreide auf dem Alten Markt mitten in Dülken aneinanderreihten waren vielfältig und stammten direkt von den Dülkenern, die animiert von Stadtentwicklerin Leila Rudzki, aufzeigten, wie sie in Dülken leben wollen, welche Wünsche und Ideen sie haben.

Für ihr Masterarbeits-Projekt „Raum 121“ hatte die Studentin ihr eigentliches Büro im Technischen Rathaus in dieser Woche in den öffentlichen Raum, genauer gesagt ins Zentrum, in den Stadtpark Melcherstiege und Peterboroughplatz verlegt. Jeweils fünfzehn Stunden wurden die Orte beobachtet, wurde mit Menschen gesprochen, um herauszufinden, wie die Bereiche genutzt werden, was ihre eigenständigen Merkmale ausmacht. Wie unterschiedlich dies sein kann, zeigte sich schnell, denn während sich der Alte Markt als familiärer, sicherer Raum darstellte, steht der Stadtpark Melcherstiege mehr für Geselligkeit bei einem kühlen Bier und Feierlaune.

In dieser Woche zog Studentin und Stadtentwicklerin Leila Rudzki mit ihrem Masterarbeits-Projekt „Raum 121“ vom Technischen Rathaus direkt mehrfach auf die Straße und fragte nach, wie die Dülkener in ihrem Stadtteil leben wollen. Foto: Sam Vieten

Bereits im Vorfeld hatte die 29-jährige mehrere Monate lang die Orte beobachtet, hatte Passanten und Autos gezählt, ergänzt mit Daten, was die Menschen tranken, wo Kinder spielten. Sechzig Seiten Daten pro Platz seinen so zusammengekommen, berichtet die Studentin der Bergischen Universität Wuppertal, die sich aktuell im letzten Semester des Studiengangs Public Interest Design befindet. Aus den gesammelten Daten entsteht ein Teil der geforderten Masterarbeit, die im Anschluss auch der Stadt Viersen zur Verfügung gestellt werden soll.

Einen Einblick in die bereits erfassten Daten konnten die interessierten Dülkener in dieser Woche auf den Infotafeln erhalten, die Leila Rudzki vorbereitet und rund um die Plätze an Laternenpfählen oder in Grünflächen aufgestellt hatte. Sie selbst hatte sich mit ihrem Schreibtisch auf einem Teppich platziert. Hatte Stuhl und Lampe dabei nicht vergessen.

Jeweils fünfzehn Stunden wurden die Orte beobachtet, wurde mit Menschen gesprochen, um herauszufinden, wie die Bereiche genutzt werden, was ihre eigenständigen Merkmale ausmacht. Foto: Sam Vieten

Ein echtes Freiluft-Büro eben, mit dem Ziel die Menschen dort zu erreichen, wo sie ihre Zeit verbringen. Nur so könne man das Leben vor Ort kennenlernen, so die Stadtentwicklerin, die neben den freien Terminen bereits jeweils zehn feste Interviewtermine mit Menschen vereinbart hatte, die sich in Dülken aktiv engagieren. Die Aktion wertete sie als positives Signal, schließlich entstanden nicht nur Dialoge zwischen ihr und den Dülkenern, auch untereinander entstand ein wichtiges Miteinander für einen lebendigen Stadtteil. Wer wollte konnte seine Wünsche zudem vor der Kamera äußern, kein Muss, aber hilfreich für die spätere Auswertung. (cs)