Im Josefshaus waren die närrischen Robben los

Aus gelb-schwarz wurde am vergangenen Wochenende gelb-grün, denn die Karnevalsgesellschaft der Brook Müerkes 1979 e. V. hatte zu ihrer gern besuchten Kindersitzung ins Süchtelner Josefshaus eingeladen. Geboten wurde ein buntes Programm für die kleinen und großen Gäste, bei dem jeder mit eingebunden wurde.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Süchteln – Mit einem dreifachen „Brook – Müerkes“ und einer lauten Klatschrakete startete die Kindersitzung des Süchtelner Kinderkarnevalsvereins, der mittlerweile fast 300 stolze Mitglieder zählen darf und jede Menge zu bieten hat. Eine Anlaufstelle für junge Menschen, die das Brauchtum weiterleben lassen und die den jecken Funken im Herzen tragen. Zahlreich waren sie ins Josefshaus gekommen um mit dem mittlerweile 52. Süchtelner Kinderprinzenpaar zu feiern, das an diesem Tag seine Proklamation noch einmal erleben durfte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Gemeinsam mit Mariechen und Tanzgarde eroberten sie als erstes die Bühne, bevor es dann Schlag auf Schlag mit viel Spaß und Spiel weiterging, denn auch aus den anderen Viersener Stadtteilen konnten nicht nur bei den Gästen im Saal, sondern ebenfalls bei den Programmpunkten auf der Bühne viele Highlights umjubelt werden. Aus Dülken hatten die Tänzerinnen und Tänzer des Karnevalsvereins De Üüle den Weg genauso nach Süchteln gefunden wie das Dülkener Kinderprinzenpaar mit Marvin I. und Sophie I., die sich natürlich einen Auftritt nicht entgehen ließen. Ihnen gleich tat es das Viersener Kinderprinzenpaar, dessen Auftritt ebenfalls mit Klatschmarsch belohnt wurde.

Der Nachwuchs feiert gemeinsam, völlig unabhängig von der Farbe des Ornats – eine Feier, der sich auch das „große“ Süchtelner Prinzenpaar anschloss, die direkt zu robbenartigen Tanzübungen auf der Bühne „verdonnert“ wurden. Keine einfache Übung, jedoch meisterten sie diese gekonnt und zeigten, dass auch die „Alten“ für jeden Spaß zu haben sind, bevor sie dann die Bühne an den Kindergarten St. Irmgardis übergaben und die Müerkes Kids dem abwechslungsreichen Bühnenprogramm das „I-Tüpfelchen“ aufsetzen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Gegründet 1979 sind die Brook Müerkes eigentlich viel älter und nur wenige kennen die Geschichte der allseits beliebten Gesellschaft. Denn zu dieser Zeit, als Nachbarschaften eng zueinanderstanden und nicht nur Kummer, sondern auch Lasten, Freude und Spaß geteilt wurden, entstand im Süchtelner Bruch eine Gemeinschaft, die gerne die Gelegenheiten nutzte um gemeinsam zu feiern. Straßen- sowie Kinderfest wurden begangen und die Idee wuchs neben dem großen Prinzenpaar ein Kinderprinzenpaar den närrischen Jecken zu präsentierten. Die Ehre gebührte damals Helmut I. (Kallen) und Barbara I. (Kessels) bevor dann 1979 endlich Ernst aus der bis dahin lockeren Gemeinschaft wurde.

In der Gaststätte der Familie Hutmacher gründeten einige Familien den Karnevalsverein „De Brook Müerkes“, welcher seitdem als sichtbares Zeichen die gekreuzte Möhre trägt – übrigens zu ehren des im Jahre 1841 auf dem Lemmenhof geborenen Paul Luhnen, der die gelbe Sorte als Futtermittel züchtete. Heute wie damals ist das Ziel der Brook Müerkes aktuell, das Brauchtum zu erhalten. Mit der Kindersitzung haben sie die närrische Flamme erneut zum Leuchten gebracht und so ruft auch die RS-Redaktion mit großer Freude aus: „Dreemoal Brook Müerkes“. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming