Im Todesfall des fünfjährigen Luca aus Dülken gesteht Martin S. erstmals die Tat

Bereits zum dritten Mal hatte das Landgericht Mönchengladbach über den grausamen Tod des fünfjährigen Luca aus Dülken zu entscheiden. Das Gericht bestätigte erneut die lebenslange Haft.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen-Dülken/Mönchengladbach – Nachdem das Landgericht Mönchengladbach in 2017 das Urteil im Todesfall um den fünfjährigen Luca aus Dülken bekannt gegeben hatte, hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass das Verfahren neu aufgerollt werden musste. In dieser Woche fand die erneute Verhandlung vor dem Landgericht in Mönchengladbach statt, bei der nicht die Tat selbst, sondern Länge der bisherigen Gesamtstrafe Vordergrund stand.
Auf die Revision des Verurteilten Martin S. hat der Bundesgerichtshof mit Beschluss vom Dezember 2019 das Urteil im Ausspruch der verhängten lebenslangen Strafe aufgehoben und zur erneuten Verhandlung an das Landgericht Mönchengladbach zurückverwiesen.

Bereits in der Verhandlung hatte sich ein grausames Bild gezeichnet, bei der Obduktion des damals fünfjährigen Kindes aus Dülken waren verschiedenste Verletzungen gefunden worden. Der Gerichtsmediziner legte dar, dass in den frühen Morgenstunden des 23.10.2016 der Stiefvater Luca derart brutal gegen den Kopf und in den Bauch geschlagen hatte, dass dieser ein Schädel-Hirn-Trauma und einen Milzriss erlitten habe. Zudem habe er Luca gewürgt. Luca sei an diesen Misshandlungen gestorben. Bereits zuvor aber war Luca misshandelt worden, die Beweise zeigten Schläge ins Gesicht, Brandwunden und weitere Verletzungen auf.

Nachdem die Verletzungen von Luca im Kindergarten aufgefallen waren, wurde im Januar 2016 das Jugendamt eingeschaltet. Das Jugendamt nahm Luca zunächst in Obhut und veranlasste ein Verfahren vor dem Amtsgericht Viersen. In dem Termin erklärte die Mutter, Amanda Z., sie habe sich von dem Verurteilten Martin S. getrennt. Es wurde einvernehmlich beschlossen, dass Luca unter Auflagen in den Haushalt der Mutter zurückkehren dürfe. Eine dieser Auflagen lautete, dass Luca nicht in Kontakt mit Martin S. kommen durfte. Im April fiel im Kindergarten die Verbrennung an Lucas Rücken auf. Erneut wurde das Jugendamt informiert. Es fand ein zweiter Gerichtstermin statt. Die Mutter bestritt, dass Luca Kontakt zu Martin S. gehabt habe. Das Amtsgericht beauftragte einen Sachverständigen mit der Begutachtung der Erziehungsfähigkeit der Mutter. Der Sachverständige, ein Diplom-Psychologe, befand in seinem Gutachten vom 30.08.2016, Amanda Z. sei erziehungsfähig. Eine Kindeswohlgefährdung liege nicht vor. Auch von Martin S. gehe keine Gefahr für Luca aus.

Bereits in 2017 und 2019 war das Urteil einer lebenslangen Haftstrafe für den Verurteilten Martin S. festgestellt worden, auch in dieser Woche hat sich daran nichts geändert. Erneut wurde ein besonders schwerer Fall des Totschlags festgestellt, während die Mutter des Fünfjährigen bereits bei der Hauptverhandlung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen verurteilt worden war. Anders als bei den letzten Terminen gestand Martin S. jedoch erstmals die Tat. (dt)