Immer zu zweit – Halt Pohl und All Rheydt

Bei bestem Wetter und hervorragender Stimmung waren mehr als 350.000 Menschen nach Mönchengladbach gekommen. Sie jubelten den 4.177 Teilnehmern zu, die sich auch in diesem Jahr mit fantastischen Kostümen und bunten Wagen viel hatten einfallen lassen.

Mönchengladbach – Ein wenig verspätet setzte sich der närrische Lindwurm in Bewegung auf seinem fünfeinhalb Kilometer langem Weg, doch das störte die Narren nicht, die zu tausenden am Veilchendienstag nach Mönchengladbach gekommen waren. Auf den Bürgersteigen und Balkonen wurde bereits weit vor Zugbeginn geschunkelt und gemeinsam gefeiert, ganz nach dem diesjährigen Motto „Immer zu zweit – Halt Pohl und All Rheydt“. Unter blauem Himmel waren die Jecken weit über die Region hinaus zusammen gekommen um diesem Ereignis beizuwohnen, während nur wenige Meter weiter das große und das kleine Prinzenpaar den Zug abnahmen, und es zeigte sich schnell, auch im Zug hatten viele Teilnehmer das Motto kreativ umgesetzt. Als Memory-Spiel präsentierte sich die Karnevalsgesellschaft Schwarz-Gold Rheydt und die Dorfbroicher hatten sich selbst als Braut und Bräutigam in der Mitte geteilt. Dabei wechselten sich die Wagen der 34 Karnevalsgesellschaften und 150 Fußgruppen ab, zwischen ihnen die Crazy Trumpets, nur eine der 29 Musikkapellen, die fast mit den lauten Anlagen der Festwagen konkurrierten. Als größte Fußgruppe hatte sich in diesem Jahr die AWO mit 220 Teilnehmern angemeldet und auch die Stadtsparkasse hatte direkt 130 Mitglieder mitgebracht.

Ungewöhnlich für den VDZ zog dem Zoch eine Werbegruppe voran, die die 470.000 Euro, die der Zug verschlingt, zumindest teilweise auffangen sollte. Kosten, von denen alleine 60.000 für die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen zur Verfügung stehen müssen, die zur Freude der Jecken nicht greifen mussten. Gesperrte Straßen durch LKW und ein großes, teilweise bewaffnetes Polizeiaufgebot umrahmten das närrische Treiben, welches größtenteils ruhig verlief. Lediglich fünf Personen mussten in Gewahrsam genommen werden, dazu wurde ein Kind in die Obhut des Jugendamtes gegeben, nachdem die Mutter stark alkoholisiert mit ihm unterwegs war. Eine Platzwunde und eine Rangelei standen am Abend auf der Liste der Vorfälle.

Bedauerlich der Abschluss weit nach Zugende, denn am Dienstagabend ist es in der Mönchengladbacher Altstadt zu einem Sexualdelikt gekommen. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde eine 27-Jährige aus Schwalmtal zwischen 21:30 Uhr und 22:00 Uhr aus einer Gruppe von vier männlichen Personen heraus auf dem Kirchplatz der Citykirche angesprochen. Die zu Karneval als Känguru verkleidete Frau hatte kurz zuvor eine Gaststätte auf dem Alten Markt verlassen. Die Unbekannten drückten die junge Frau zu Boden und bedrängten sie massiv sexuell. Weil sich ein Passant näherte, ließen die Männer von ihr ab und entfernten sich. Zur Personenbeschreibung kann derzeit lediglich gesagt werden, dass alle dunkle Haare hatten. Der Mann, der die Geschädigte angesprochen hat, soll höchstens 35 Jahre alt sein. Er trug eine auffällig große Armbanduhr. Ein anderer Täter soll ein Oberteil, welches im Brustbereich neongelb war, getragen haben. Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei sucht Zeugen, insbesondere den erwähnten Passanten, die tatrelevante Beobachtungen gemacht haben. Sachdienliche Hinweise bitte an die Rufnummer 02161 290. (pl)

Foto: Martin Häming