Impfpflicht: Junge Liberale sind enttäuscht von der Viersener Politik

Am Montag hat der Jugendhilfeausschuss einstimmig den Antrag der FDP Fraktion abgelehnt. Dieser forderte die Einführung einer Impfpflicht für Kitas in Viersen in kommunaler Trägerschafft. 

Viersen – Die Jungen Liberalen Kreis Viersen, die Jugendorganisation der FDP, kritisiert diese Entscheidung: „Die Viersener Politik hat am Montag die Chance verpasst, anstatt auf die Bundespolitik zu warten, eine direkte Verbesserung für die Viersener Kinder durch Kommunalpolitik zu bewirken“, so Eric Scheuerle, Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen Viersen. Besonders hat ihn die Argumentation von Frau Maaßen von den Grünen geärgert: „Dass eine Partei, die sonst nicht vor Pflichten und Verboten zurückschreckt und die Aufgabe der Politik darin sieht, den Bürger zu erziehen, beim Impfen von einer „moralischen Pflicht“ spricht, offenbart deren Doppelmoral. Außerdem vermischt sie die Debatte einer generellen Impfpflicht mit dem konkreten Antrag der FDP.“

Die CDU sieht in der Impfpflicht ebenfalls kein kommunalpolitisches Thema, sondern ein Bundesthema. Hier sollten die rechtlichen Entscheidungen für eine Impfpflicht getroffen werden. Die Jungen Liberalen fühlen sich missverstanden: „Bei dem Antrag der FDP geht es nicht darum, dass alle Kinder in Viersen geimpft werden müssen. Ziel ist es, dass Kinder, die zum Beispiel auf Grund einer schweren Immunkrankheit nicht geimpft werden können, die Möglichkeit haben, eine Kita zu besuchen, auf der alle anderen Kinder geimpft sind. Diese profitieren dann vom „Herdenschutz“ und sind sicher vor schmerzhaften bis tödliche Krankheiten. Die Stadt hätte dies durch einen verpflichtenden Impfnachweis in Kitas in kommunaler Trägerschaft erreichen können. Impfverweigerer hätten ihre Kinder immer noch auf eine der anderen 26 Kitas in Viersen schicken können“, erklärt Scheuerle.

Foto: Rheinischer Spiegel