„Kultur ist überlebenswichtig für die Demokratie“ – Impuls von Staatsministerin Prof. Monika Grütters MdB

Ein Virus hat die Welt verändert. Noch vor wenigen Wochen haben wir uns nicht vorstellen können, dass sich unsere Gesellschaft einer Krankheit mit derartigen Konsequenzen beugen muss. Viele Experten sind sich einig: Diese Erfahrung wird unsere Gesellschaft verändern! Aber wie?

KKV-Impuls – Für dem KKV-Impuls im Rheinischen Spiegel haben sich fünf Menschen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft genau über diese Frage Gedanken gemacht und in kurzen Impulsen ihre eigenen Fragen, Gedanken, Anregungen und Schlussfolgerungen aus der aktuelle Situation zu Papier gebracht, die in dieser Woche die tägliche Berichterstattung begleiten werden.

„Kultur ist überlebenswichtig für die Demokratie“ – Impulsgeberin Staatsministerin Prof. Monika Grütters MdB

„Alle, die zum kulturellen Reichtum unseres Landes beitragen, haben die Corona-Krise durchgestanden …“: Das möchte ich sagen können, wenn die Zeit des notwendigen Abstandhaltens vorüber ist. Deshalb tue ich alles, was in meiner Möglichkeit steht, damit Künstlerinnen und Künstler, Kultureinrichtungen und Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft die Unterstützung bekommen, die sie zum Überleben brauchen. Milliardenschwere Maßnahmenpakete spannen ein Sicherheitsnetz für jene, denen infolge der Corona-Epidemie ihre Einnahmen wegbrechen – und damit der Boden unter den Füßen. Sie können sich darauf verlassen, in akuter Notlage aufgefangen zu werden.

Die dafür bereitstehenden Mittel sind nicht zuletzt auch Investitionen in den Erhalt der über viele Jahrzehnte gehegten und gepflegten kulturellen Infrastruktur unseres Landes. Was davon einmal verloren geht, lässt sich so schnell nicht wieder aufbauen. Kulturorte zu erhalten und all jenen, die mit Kunst und Kultur ihren Lebensunterhalt verdienen, die Existenz zu sichern, hat deshalb jetzt oberste kulturpolitische Priorität – zumal unsere Gesellschaft gerade in dieser historischen Situation den schöpferischen Mut der Kreativen und die Gemeinschaft stiftenden Kräfte der Kultur braucht. Kultur ist kein Luxus, den wir uns nur in guten Zeiten leisten. Kultur ist überlebenswichtig für eine demokratische Gesellschaft. Für die Zukunft hoffe ich, dass der notgedrungene Verzicht auf das reiche kulturelle Angebot das Bewusstsein für seine Bedeutung schärft.

Impulsgeberin
Staatsministerin Prof. Monika Grütters MdB

Die gebürtige Münsteranerin ist Staatsministerin für Kultur und Medien. Sie vertritt die Berliner CDU im Deutschen Bundestag. Über ihren Glauben sagt die Katholikin: „Christliche Werte bilden für mich auch im politischen Alltag einen wichtigen Maßstab. Mein Glaube gibt mir inneren Halt und Orientierung. Das stabilisiert und tut gut, gerade auch im oft anspruchsvollen politischen Alltag.“

Prof. Monika Grütters. Foto: Elke A. Jung-Wolff

Die Impuls-Beiträge des Rheinischen Spiegels werden in Kooperation mit dem KKV – Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung gestaltet. Im KKV bilden Angestellte, selbstständige Kaufleute, Handwerker, Angehörige freier Berufe und des öffentlichen Dienstes eine paritätische, christlich geprägte Gemeinschaft. Rund 5.500 Mitgliedern in gut 60 Ortsgemeinschaften brennen deutschlandweit ehrenamtlich für die katholischen Soziallehre, die Soziale Marktwirtschaft, Wirtschaftsethik und soziale Projekte. Weitere Informationen bietet die Seite des KKV-Bundesverbandes kkv-bund.de!

Ein Kommentar

  1. Gedanken zu „Demokratie erneuern!“ – zur aktuellen Lage der Menschenrechte:
    Die allgemeine Bevölkerung weiß nicht, was passiert und sie weiß nicht, dass sie es nicht weiß.
    Die Verhältnisse sind nicht so, wie sie im Schulunterricht gelehrt werden. Wir sind beim Recht des Stärkeren, also wieder dort, wo die alten Griechen zur Zeit von Solon und Platon gestartet sind. Also Fehlende Volkssouveränität und fehlende Möglichkeit der Verfassungsänderung trotz Grundgesetz, fehlende Öffentlichkeit, fehlende Rechenschaftspflicht der Exekutive, Auswahl der Amtsträger durch das Volk existiert nicht, keine Aufklärung, Gewaltenteilung ist weitgehend ausgehölt, Anbindung der Exekutive an das demokratische Gesetz gibt es nicht, die Exekutive hat sich verselbstständigt, die UN-Charta wird nicht eingehalten, das Völkerrecht ist eigentlich nur noch für Sonntagsreden.
    Dass Rechtsbrüche und Rechtsbeugungen systemkonform sind, kann man im täglichen Leben und im (noch nicht umfassend zensierten) Internet erfahren.
    Um die Elitendemokratie durchzusetzen, wird uns eingeredet, dass Demokratie durch unser Wahlsystem gewährleistet wird und die Mehrheit die Minderheit dominieren würde.
    Demokratie ist ein funktionierender öffentlicher Debattenraum. Dieser darf nicht durch Interessengruppen dominiert oder eingeschränkt werden.
    Es besteht die Tendenz, Missstände kleinzureden, Opfern selbst die Schuld zu geben sowie diejenigen negativ einzuschätzen, die die Verhältnisse ändern wollen. Das hatte bisher und hat auch weiterhin Vorteile. Ein demokratischer Dialog ist allerdings nicht das „Fertigmachen“ oder Ausschalten von Kritikern.
    „Demokratie“ hat egalitäre Prozeduren bereitzustellen, um auf friedlichem Wege unterschiedliche Positionen für ein politisches Handeln miteinander in Einklang zu bringen.
    Dazu muss Macht radikal eingehegt werden. Machtstrukturen haben sich der Existenzberechtigung zu stellen mit Rechenschaftspflichtigkeit, evtl. ein Verfahren ähnlich dem im antiken Griechenland bestandenen sogenannten „Scherbengericht“, mit dem Zweck, unliebsame oder zu mächtige Bürger aus dem politischen Leben zu entfernen.
    Demokratie wird allerdings nur von oben gewährt, wenn der Druck von unten groß genug ist und die Gefahr einer Revolution besteht.
    Die Alternative ist immer die Barbarei. Passivität bedeutet die Entscheidung für die Barbarei.

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