In Dülken stürmten die Möhne das Rathaus mit einer doppelten Ortsbürgermeisterin

Sie wehrten sich und wehrten sich, sogar länger als sonst: Die Verteidiger des Rathauses in Dülken gegen die Übermacht aus Tollitäten und Prinzenpaaren. Am Ende ging dem Amtsschimmel die Kraft aus und der Stadtschlüssel öffnete die Türen für die närrische Machtübernahme.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Dülken – Man(n) muss es Christian Canzler, dem ersten Beigeordneten der Stadt und Hans-Willy Bouren, dem stellvertretenden Bürgermeister zugestehen: Sie haben versucht dem Angriff der Jecken zu widerstehen, die mit geballter Kraft das Rathaus einnehmen wollten. Hierzu hatten sie sich sogar die CDU-Ortsbürgermeisterin Simone Gartz, alias CDU-Ratsherr Stefan Seidel, an ihre Seite geholt, wobei erneut das Original nicht schlecht staunte, dass es direkt an zwei Stellen gleichzeitig sein konnte. Doch es half nichts, denn pünktlich um 11:11 Uhr füllte sich der Platz vor dem Dölker Rathaus mit Dölker- und Dreistadtmöhne, mit zahlreichen Karnevalisten und mit den Prinzenpaaren aus Dülken und Boisheim (übrigens: Prinzessin Annabelle I. aus Boisheim ist selber im „bürgerlichen Leben“ eine Möhn“.

Mit Unterstützung der Prinzenpaare aus Dülken und Boisheim stürmten die Möhnen in Dülken das Rathaus. Foto: Rheinischer Spiegel

Alle hatten sich bereits im Vorfeld fleißig bei Auftritten, unter anderem in der Sparkasse und der Volksbank, warmgelaufen, das Adrenalin floss in Strömen und die Stimmung war auf ihrem Höhepunkt. Keine Chance für die „armen“ städtischen Vertreter. „Der Schlüssel befindet sich noch im Rathaus, dort oben, während die Dölker Jecken hier unten toben“, so Ingeborg Gartz, Obermöhn der Dreistadtmöhne. „Ihr Angsthasen, los lasst uns rein, sonst fallen wir gewaltsam ein. Den Schlüssel zum Rathaus müsst ihr uns schon geben, dann lassen wir euch auch am Leben!“

Das Rathaus bebte in seinen Grundfesten, als die Dreistadtmöhne ihren Angriff tänzerisch gekonnt starteten und als dann sogar alle gemeinsam den jecken Rammbock führten, stand der Eroberung des Rathauses mit vereinter Kraft nichts mehr entgegen. Der Grundstein für die kommenden Tage war gemeinsam gelegt worden.

Ingeborg Gartz, Obermöhne der Dreistadtmöhne, jubelte mit der närrischen Menge. Foto: Rheinischer Spiegel

In bester Siegeslaune legten die Jecken zwischen Rathaussturm und der Eröffnung des Straßenkarnevals auf dem Alter Markt einen Stopp bei der Dölker Jux-Parade der Dölker Möhne auf der Lange Straße ein. Ein Spektakel der besonderen Art und wer nicht dabei war, sollte sich diesen Termin bereits für nächstes Altweiber dick im Kalender eintragen.
Und weil es so fantastisch war, verehrte Leser, wird die Schreiberin jetzt mit dem Brauchtum im Herzen sowie mit großer Freude mitfeiern und übergibt die weitere Reportage nach Viersen und ihren Kollegen Dietmar Thelen, wo erst am Nachmittag das Stadthaus närrisch überrannt wurde. (nb)

Bei der Dölker Jux-Parade der Dölker Möhne mussten die Dülkener Prinzenpaare direkt mehrfach zeigen was in ihnen steckt. Foto: Rheinischer Spiegel
Foto: Rheinischer Spiegel
Foto: Rheinischer Spiegel
Foto: Rheinischer Spiegel

 

 

 

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für die Berichterstattung! Ihr habt Dülken im Herzen, bei anderne Zeitungen ist das nicht mehr so!

  2. Wir haben die Rheinische post im letzten Jahr gekündigt. Sie ist nicht mehr lesbar seid wir hier diesen neuen Zeitungsleiter haben. Seitdem öffne ich jeden Morgen diese Seite hier und bin sehr zufrieden.

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