In Viersen wächst eine neue Harley-Davidson-Familie

Vor über hundert Jahren gegründet hat Harley-Davidson längst Kultstatus erreicht. Ab Montag haben Liebhaber der Marke die Möglichkeit einen Blick in den neuen Harley-Davidson-Shop an der Viersener Gladbacher Straße und das umfassende Angebot zu werfen.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Mit den Maschinen, die William S. Harley und Arthur Davidson Anfang des 20. Jahrhunderts kreierten, haben die heutigen Modelle nur noch wenig zu tun. Dennoch verbirgt sich auch in ihnen der Spirit, den der Technische Zeichner und der Modellbauer ihren Werken mitgaben und die Marke zum Kultobjekt machten.
Es war der Anfang einer Erfolgsgeschichte, dem in Viersen am kommenden Montag ein Mosaikstein hinzugefügt wird.

In der großen Halle an der Gladbacher Straße eröffnet Harley-Fan Rolf Otto am kommenden Montag, 5. Oktober, einen Harley-Davidson-Shop und lädt herzlich ein die „Familie“ kennen zu lernen. Seine Leidenschaft kann er nicht verbergen, seine Augen leuchten, wenn er berichtet. Schließlich kommt er aus dem Maschinenbau, fährt selber Harley, hat zwei Söhne, die ebenfalls an einer Harley hängen geblieben sind und die ihm ebenfalls in Viersen zur Seite stehen.

In Viersen wächst eine neue Harley-Davidson-Familie. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

In Grefrath gehört ihm die Maschinenbaufirma Otto Engineering GmbH, die bereits im Vorfeld mit dem Kultobjekt auf Tuchfühlung ging – da lag der nächste Schritt nah. Hierdurch lernte er die Harley-Davidson-Welt kennen und fand tatsächlich eine besondere Familie, denn egal wohin er reiste, die Liebhaber dieser Maschinen kamen schnell ins gemeinsame Gespräch. Die über 25-jährige Kompetenz im Maschinen-, Komponenten-, Werkzeug- und Vorrichtungsbau fließt nun in den Service mit ein.

Vor einigen Jahren holte er seinen heutigen Mit-Geschäftsführer Raphael Stöhr in seine Firma, denn eigentlich wollte Rolf Otto kürzertreten. Raphael Stöhr brachte frisches Blut und den Impuls mit sich stärker an Harley-Davidson zu binden.
In der Europazentrale in Frankfurt war man nicht abgeneigt von der Idee und gab eine Potentialanalyse in Auftrag die schnell feststellte, im Gebiet Viersen-Mönchengladbach fehlte es an einem passenden Händler. Ursprünglich sollte dieser Shop in Mönchengladbach ein Zuhause finden, doch die Räume passten nicht und so nutzte Otto die Möglichkeit seinen Arbeitsweg ein wenig zu verringern – schließlich seien sie auch aus Viersen. Perfekt eignete sich hierfür die leerstehende Halle mit dem Werkstattbereich, der nun wieder genutzt wird. Mindestens 850 qm sollten es werden, mittlerweile kann das das zehnköpfige Team in dem 1.550 qm großen Gebäude einen umfassenden Service anbieten.

Mit den Maschinen, die William S. Harley und Arthur Davidson Anfang des 20. Jahrhunderts kreierten, haben die heutigen Modelle nur noch wenig zu tun. Dennoch verbirgt sich auch in ihnen der Spirit, den der Technische Zeichner und der Modellbauer ihren Werken mitgaben und die Marke zum Kultobjekt machten. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Neben dem Verkaufsraum stehen zehn Hebebühnen und, als „Schmankerl“ für jeden Harley-Fahrer, ein Leistungsprüfstand bereit. Hier können die Maschinen angepasst und getunt werden. „Bei Umbauten beraten wir gerne und führen diese auch durch“, erklärt Otto. „Natürlich verkaufen wir neue Maschinen, jede von ihnen kann jedoch ganz nach Wunsch individualisiert werden. Das umfasst eigene Lenker oder eine eigene Höhe – natürlich mit einer TÜV-Abnahme.“

Geöffnet ist das neue Highlight für alle Motorradfans von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Schließlich sei auch ein wenig Hobby dabei, denn jeder Mitarbeiter fährt selber Harley und hat Spaß daran. Otto und sein Team möchten zudem auch den niederländischen Bereich abdecken, an der Sprache hapert es nicht, ein Mitarbeiter spricht die Sprache des Nachbarlandes und freut sich bereits auf die ersten Kunden. „Alleine im letzten Jahr wurden nur in Mönchengladbach 88 Harleys neu zugelassen und das, obwohl es dort gar keinen Händler gibt“, sagt Rolf Otto. Der Kreis der Interessenten sei groß und die haben längst entdeckt, dass Harley durchaus auch für den „kleinen“ Geldbeutel geeignet ist. Immer noch sei aber allgemein verbreitet, dass hier nur hochpreisige Maschinen angeboten werden – ein Trugschluss, denn gebrauchte Maschinen werden durch die kostspieligen Umbauten meist höher gehandelt als neue Motorräder.

Der neue Harley-Davidson-Shop in Viersen kann zudem einen weiteren wichtigen Punkt für sich verbuchen – die Zeit. Während in den Großstädten die Wartezeiten für eine Inspektion sogar durchaus länger dauern, können in Viersen Termine innerhalb von zwei Wochen vergeben werden. (dt)

Neben dem Verkaufsraum stehen zehn Hebebühnen und, als „Schmankerl“ für jeden Harley-Fahrer, ein Leistungsprüfstand bereit. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

3 Kommentare

  1. Als alter Viersener Jung würde ich gerne heute reinschauen, leider wohne ich nicht mehr in der Gegend.
    Dennoch ist das in meinen Augen ein vernünftiger Schritt, die Gegend hat das verdient.
    Wünsche Euch alles Gute und viel Erfolg.

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