Industriedenkmal wiedereröffnet – Riesen-Globus im Gasometer

Er ist ein weithin sichtbares Symbol der Industriekultur und Wahrzeichen des Ruhrgebiets – der Gasometer in Oberhausen. Nach zweijähriger Sanierung wurde das national bedeutende Industriedenkmal nun wiedereröffnet. Zum Auftakt zeigt eine Ausstellung die einzigartige Schönheit und bewegte Klimageschichte unseres Planeten.

Oberhausen – Mehr als ein Jahrhundert lang hat die Schwerindustrie das Ruhrgebiet geprägt. Der Gasometer Oberhausen erinnert noch heute an diese Zeit. 30 Jahre nach seiner Stilllegung ist er zum Erkennungszeichen einer ganzen Region geworden.

In den letzten zwei Jahren wurde der Gasometer umfangreich saniert und war während der Baumaßnahmen für die Öffentlichkeit geschlossen. Dabei wurde unter anderem der Korrosionsschutz an der Außenhülle, den Dachflächen und -hauben sowie an der Rotunde des riesigen Gasbehälters erneuert. Ermöglicht wurde die Sanierung durch Förderungen der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Landes NRW und des Regionalverbands Ruhr. BKM beteiligte sich an den Kosten für die Baumaßnahmen mit 7,75 Millionen Euro.

Projektionen auf einem 20 Meter großen Globus erwecken unseren Planeten in der Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ virtuell zum Leben.
Foto: Thomas Wolf, Gasometer Oberhausen GmbH

Als größter Scheibengasbehälter Europas ist der Gasometer Oberhausen ein Meilenstein europäischer Industriegeschichte. Er wurde Ende der 1920er Jahre gebaut und als Speicherort für in der Eisenverhüttung entstandenes Gas genutzt. Nach Schließung der Oberhausener Kokereien in den 1980er Jahren wurde der Gasometer 1988 stillgelegt.

Doch durch den Umbau zur höchsten Ausstellungshalle Europas entwickelte sich der Gasometer seit 1994 zu einem Aushängeschild der Industriekultur. Mittlerweile ist er fester Bestandteil des Kulturlebens im Ruhrgebiet und bietet Raum für Ausstellungen, Theater oder Konzerte.

Zur Wiedereröffnung des Gasometers ist die Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ zu sehen. Noch bis zum 30. Dezember 2021 lässt sie die Klimageschichte unserer Erde durch Milliarden von Jahren nachvollziehen, beleuchtet aber auch den Einfluss des Menschen auf seine Umwelt. Preisgekrönte Fotografien und Videos, die zeigen, wie sich die Tier- und Pflanzenwelt im Laufe der Zeit verändert hat, ergänzen die Ausstellung.

Höhepunkt der Ausstellung ist ein monumentaler Globus, der frei über den Köpfen der Besucherinnen und Besucher im 100 Meter hohen Luftraum des Gasometers schwebt. Auf der riesigen Erdkugel projizierte Satellitenbilder lassen Wolken, Flüsse, Kontinente, Tag- und Nachtwechsel im Wandel der Jahreszeiten, aber auch Ozeanströmungen, Temperaturunterschiede oder Flugverkehr sichtbar werden. (opm/Bundesregierung)